Handball-Verbandsliga: TV Verl unter Druck – TSG wird Charakterfrage gestellt »Sieg ist ein absolutes Muss«

Verl/Harsewinkel (WB). Die Spiele werden weniger, doch das Punktekonto wächst nicht spürbar an. Mickrige fünf Pünktchen hat Handball-Verbandsligist TV Verl aus zehn absolvierten Meisterschaftspartien geholt. Vor dem elften am Freitagabend um 20 Uhr gegen die HSG Hüllhorst gibt Sören Hohelüchter eine unmissverständliche Botschaft aus: »Ein Sieg ist ein absolutes Muss.«

Von Dirk Heidemann
Angeschlagen: Den Verler Mittelmann Alexander Wiese plagen muskuläre Probleme.
Angeschlagen: Den Verler Mittelmann Alexander Wiese plagen muskuläre Probleme. Foto: Wotke

Dabei hat der Verler Trainer nicht einmal besonders im Blick, dass seine Mannschaft im Erfolgsfall den letzten Tabellenplatz verlassen und Hüllhorst (6:12 Zähler) sogar überflügeln würde. »Für mich ist das erst einmal nicht entscheidend. Fakt ist vielmehr, dass wir noch 15 Punkte für den Klassenerhalt einsammeln müssen. Und damit sollten wir langsam mal anfangen«, will sich der Coach nicht ausschließlich auf das neue Jahr verlassen: »Hüllhorst ist unsere Kragenweite und mit einem Sieg würden wir vor allem dafür sorgen, dass der Kontakt zum unteren Mittelfeld nicht abreißt.«

Dafür fordert Hohelüchter, dass seine Mannschaft die Aufgabe 60 Minuten lang konzentriert und mit vollem Engagement angeht. Zudem gelte es, »im Rahmen des gesundheitlich vertretbaren«, die Wehwehchen im letzten Spiel des Jahrs wegzudrücken. Tim Reithage und Alexander Wiese plagen muskuläre Probleme, wobei Mittelmann Wiese zudem seine Blutwerte überprüfen lassen wird. »Da stimmt wohl etwas nicht«, argwöhnt Sören Hohelüchter. Frederic Trapphoff und Lars Jogereit (beide umgeknickt/Jogereit hat sogar einen Bänderanriss) wollen auf die Zähne beißen. Definitiv ausfallen werden nur Marc Bode (Urlaub) sowie der Langzeitverletzte Thomas Fröbel (Kreuzbandriss).

TSG Harsewinkel

Sich auf die ambitionierte Bundesliga-Reserve des TuS Nettelstedt vorzubereiten, ist nicht das Problem. Wie aber ist es um die Mentalität beim Handball-Verbandsligisten TSG Harsewinkel bestellt, wenn es am Samstag zur HSG TuS/EK Spradow geht? »Genau darum geht es. Es ist eine absolute Einstellungssache. Kriegen wir es wieder so hin, wie beim 31:19 über Nettelstedt?«, stellt Trainer Manuel Mühlbrandt die Charakterfrage und sieht sich in der Rolle des Mahners: »Wir müssen jetzt aufpassen. Wenn wir uns wirklich oben festsetzen wollen, dann müssen wir wieder ans Limit gehen.«

Das »O-Wort« (Oberliga) bleibt in Harsewinkel weiterhin tabu. Zumindest so lange, bis die Mannschaft unter Beweis gestellt hat, dass sie auch scheinbar lösbare Aufgaben nicht auf die leichte Schulter nimmt. Spradow ist so ein Beispiel, in der vergangenen Serie feierte die TSG gegen diesen Gegner zwei Siege. Doch das Spradow von heute ist nicht mit dem der Vorsaison vergleichbar. Trotz namhafter Abgänge (Till Orgel, Frederik Iffland, Calvin Born) ist die HSG vielleicht sogar die Überraschungsmannschaft der aktuellen Spielzeit. »Sie verkaufen sich megagut«, verweist Manuel Mühlbrandt auf die 11:9 Punkte, die der Tabellen-Fünfte bislang geholt hat. »Das wird eine spannende und schwierige Aufgabe. Es ist ein Haufen Arbeit nötig, wenn wir uns zum Ende des Jahres reich beschenken wollen.«

Die Ausfallliste hat weiterhin eine stattliche Länge und umfasst die Namen Kevin Brown (Heimaturlaub in England). Benjamin Doherty (auf sechsmonatiger Asien-Tour), Marius Pelkmann (Aufbautraining nach Mittelfußbruch) sowie Sebastian Dreiszis (mit Westfalia Kinderhaus im Einsatz). Ein Fragezeichen steht wie immer hinter Stefan Honerkamp, Reneé Hilla ist hingegen wieder dabei.

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