Handball-Verbandsliga: Spvg. Steinhagen steckt trotz 10:17-Rückstand nicht auf
29:25 nach 10:17 - Aufholjagd wie 2006

Steinhagen (WB). Lange sieht es so aus, als sollte Trainermutter Doris Blankert, die den Präsentkorb der Halbzeitverlosung gewinnt, zum Auftakt der Handball-Saison die einzige Steinhagenerin sein, die etwas Schönes mit nach Hause nehmen darf. Beim Abpfiff jubelt aber auch die Spvg.-Verbandsliga-Mannschaft: Sie hat ein verloren geglaubtes Spiel gegen TV Emsdetten II 29:25 (9:15) gewonnen.

Sonntag, 04.10.2020, 23:46 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 00:00 Uhr
Dennis Strothmann war mit acht Toren in den letzten 20 Minuten maßgeblich an der Steinhagener Aufholjagd beteiligt. Foto: Sören Voss

Als der Heimsieg in den Schlussminuten nicht mehr wackelt, eilt Steinhagens Statistik-Experte Johannes Reimann von der Tribüne und diktiert den Pressevertretern eine kuriose Geschichte in den Block: „Im ersten Verbandsliga-Spiel überhaupt haben wir am ersten Spieltag mal mit 0:9 zurückgelegen und noch gewonnen. Das war auch gegen Emsdetten.“

Der Blick ins WESTFALEN-BLATT-Archiv bestätigt: Am 4. September 2006 lag die Spvg. tatsächlich 0:9 zurück und gewann noch 30:29. Diesmal heißt es nach 35 Minuten 10:17. So sorgfältig wie die Steinhagener Verantwortlichen auf die Einhaltung des Hygienekonzeptes achten, so gegenteilig schlampig agieren die Spieler auf dem Feld in der Vorwärtsbewegung. Die Fehleranzahl erreicht astronomische Höhen: 22 Mal verlieren die Gastgeber den Ball bis zu diesem Zeitpunkt nach technischen Fehlern oder Fehlpässen, sieben Mal pariert TSV-Keeper Niklas Bartholme, zwei Mal rettet das Torgestänge und nur zehn Mal findet der Ball den Weg ins Netz.

Vor 14 Jahren ist es Tom Bäumer gewesen, der mit elf Toren das Blatt gewendet hat. Diesmal heißt Steinhagens Top-Schütze Dennis Strothmann. Der Linkshänder trägt mit acht Treffern in den letzten 20 Minuten den offensiven Löwenanteil am Steinhagener Comeback. Ein weiterer Baustein ist die 4:2-Abwehr, mit der die Spvg. die Kreise des TVE-Rückraumduos Fynn und Lukas Dörtelmann empfindlich stört und plötzlich selbst zu vielen Ballgewinnen kommt. Die Belohnung ist Yannik Peperkorns 23:22 in der 53. Minute. Diese erste Führung seit dem 7:6 lassen sich die galligen Gastgeber jetzt nicht mehr nehmen, wobei ihnen entgegenkommt, dass Emsdettens Alternativen mit nur drei Auswechselspielern eingeschränkt sind.

Bei Peperkorns 27:23 kann sich Reimann zwei Minuten vor Schluss ruhigen Gewissens auf den Weg zum Spielfeld machen, wenig später bejubelt Trainer Christian Blankert den 29:25-Sieg: „Unser Ballvortrag war lange überhaupt nicht gut, aber wir haben den Glauben nicht verloren und ganz viel Mentalität gezeigt. Wichtig war, dass wir gut besetzt waren und allen ihre Pausen gönnen konnten.“

 

Spvg. Steinhagen: Finkeldei (1. HZ), Joswig (2. HZ), Y. Peperkorn (2), Gräser (2), Maiwald (1), Strothmann (8/3), K. Kasper, Janzen (4), Retzlaff (3), F. Wagner, Vogel (5), Lakebrink (n.e.), Ansorge (5), Bode.

TV Emsdetten II: Bartholme, Schoer; Goldin, F. Dörtelmann (5), Krämer (3), L. Dörtelmann (8), Börgel (2), Goldbeck, Tamms (4), Mussenbrock (2) sowie Köppen.

Stationen: 4:6 (9.), 7:6 (12.), 7:13 (26.), 9:15 (HZ), 10:17 (35.), 12:19, 17:19, 20:20 (47.), 22:22 (51.), 25:22 (54.), 29:24.

Zeitstrafen: 3:4.

Zuschauer: 75.

So geht es weiter: Sa.,10.10., 19:45 Uhr, Oberaden (A).

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