Fußball-Landesliga: Jens Horstmann kehrt als Aufstiegscoach des TuS Dornberg zurück
Erst verspottet, dann gefeiert

Steinhagen (WB). Es schließt sich ein Kreis: Spvg. Steinhagen II war 2014 die erste Trainerstation von Jens Horstmann. Sonntag nun kehrt der 36-Jährige Haller als Coach des Aufsteigers TuS Dornberg zum Derby der Fußball-Landesliga an den Cronsbach zurück.

Mittwoch, 09.09.2020, 23:48 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 23:50 Uhr
Mit Theesen II ist Jens Horstmann 2019 in die A-Liga zurückgekehrt. Sein Premieren-Jahr in Dornberg war dann eine einzige Erfolgsstory. Foto: Sören Voss

Das Spiel am Sonntag: Eigentlich sollte es ein großer Vorteil für Dornberg sein, dass der Aufsteiger eingespielt ist. Doch die lange coronabedingte Pause hat Spuren hinterlassen. „Der Rhythmus und unser Selbstverständnis sind verloren gegangen“, sagt Horstmann. Der Coach hat großen Respekt vor der Aufgabe: „In der Breite sind wir sicherlich besser besetzt. Aber Steinhagens erste Elf ist gut und muss sich in der Landesliga bestimmt nicht verstecken.“

Trainer-Debüt und beste Wünsche: „Ich habe mich immer viel mit Fußball beschäftigt. Jeder der mal Fußball-Manager gespielt hat, kann nachvollziehen, wie viel Spaß es macht, eine Mannschaft zusammenzustellen“, sagt Horstmann, der als Trainer von Steinhagens Reserve in der B-Liga anfing. Der Kontakt kam über die damaligen Spvg.-Fußballvorstands-Mitglieder Michael Johanning und Martin Schmidt zustande. Horstmanns Trainer-Debüt endete in der Saison 2014/15 zwar mit dem Abstieg. Doch den Verein, mit dem er auch die Ü32-Hallenmeisterschaft gewann, weiß Dornbergs Coach zu schätzen: „Steinhagen ist eine gute Adresse und ein sympathischer Klub, der durch eine schwierige Phase geht. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir auch vor der nächsten Saison auf den Spielplan schauen und den Termin für das Landesliga-Derby Steinhagen gegen Dornberg suchen.“

Schwieriger Start als Coach: Der Abstieg in seiner Premieren-Saison war nicht der Grund, warum Jens Horstmann nach nur einem Jahr am Cronsbach zum VfL Theesen II wechselte: „Ich möchte zusammen mit einer Mannschaft, die wie ich richtig Bock hat, etwas erarbeiten und erreichen. Doch in Steinhagen sind damals oft nur sieben oder acht Spieler zum Training gekommen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.“ Als der Coach dann auch in der folgenden Saison mit Theesen II sofort in die B-Liga abstieg, hatten einige schnell ein Urteil über den jungen Coach gefällt: „Ich hatte selbst nur in der Kreisliga gekickt und dann das: Da haben sich nicht wenige Leute über mich lustig gemacht.“

Es geht aufwärts: Jens Horstmann, der mittlerweile längst die Trainer-B-Lizenz erworben hat, hatte und hat Glück, dass ihn die Sportlichen Leiter immer unterstütz(t)en. „Entweder man gewinnt oder lernt. Und ich konnte viel lernen, zum Beispiel über die Dynamik in einer Mannschaft. Ich glaube, dass ich heute mit beiden Teams nicht nochmal absteigen würde“, sagt der Basketball-Fan, dem damals folgende Statistik die Selbstzweifel nahm: „Wir haben trotz der Abstiege in der Rückrunde doppelt so viele Punkte geholt wie in der Hinrunde. Da scheint also nicht alles schlecht gewesen zu sein, was ich gemacht habe.“ In Theesen baute der Trainer eine neue Mannschaft auf und stieg dort in seinem vierten und letzten Jahr wieder in die A-Liga auf.

Dornberger Erfolgsgeschichte : Auf der Weihnachtsfeier des TuS wurde der Coach noch als Jan Hartmann vorgestellt. Doch schnell machte sich Horstmann bei seinem neuen Verein einen Namen. In der Bezirksliga blieb der TuS seit dem 11. August 2019 ungeschlagen, stieg in die Landesliga auf, triumphierte bei der Hallenmeisterschaft und zog ins Finale des Kreispokal-Wettbewerbs ein – ehe Dornberg beim Landesliga-Debüt vergangenen Sonntag gegen Beckum (2:4) die erste Pflichtspiel-Niederlage seit mehr als einem Jahr kassierte. Seinen Anteil an dieser nicht für möglich gehaltenen Erfolgsgeschichte möchte Jens Horstmann nicht überbewertet wissen: „Als Trainer hat man eine Spielidee, entwickelt einen Leitfaden und kann mit Umstellungen und Wechseln für Impulse sorgen. Aber in 90 Minuten passiert so viel, dass der Einfluss begrenzt ist. Zu allererst braucht man natürlich eine gute Truppe, aber eben auch das nötige Quäntchen Glück. Und das hatten wir zum Beispiel bei so mancher engen Schiedsrichter-Entscheidung.“

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