Handball-Verbandsligist Spvg. Steinhagen zwischen den Spielzeiten
Frischer Wind muss weiter tragen

Steinhagen (WB). Spvg. Steinhagen beendet die Saison in der Handball-Verbandsliga als Tabellenletzter – und hat dennoch das Saisonziel Klassenerhalt erfüllt. Sarkastisch könnte man sagen: Corona macht´s möglich. Doch warum genau fand sich die Spvg. als gestandenes Ligamitglied am Tabellenende wieder? Im Saison-Rückblick versuchen Michael Bohnemeier und Neu-Coach Christian Blankert die Serie einzuordnen.

Dienstag, 02.06.2020, 23:59 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 05:02 Uhr
Christian Blankerts Einstand als Spvg.-Coach verlief unter schwierigen Bedingungen. Er will das junge Team weiter verbessern. Foto: Gunnar Feicht

Ein solider Start: Noch an der Seite von Torben Gottsleben ging Michael Bohnemeier auf der Trainerbank in die Saison. „Uns war klar, dass es ausschließlich um den Klassenerhalt geht - auch wenn das einige im Umfeld anders gesehen haben“, erinnert sich „Bohne“. Denn Abgängen und endgültigen Rücktritten von Leistungsträgern wie Jan Phillip Lindemann oder Christoph Lewanzik (schon in der Vorsaison reaktiviert) standen nur Spieler ohne Verbandsligaerfahrung gegenüber. „Andere Teams in der Liga machen dann eben auch mal die Schatulle auf, um sich sogar in der Saison noch zu verstärken. So läuft es aber in Steinhagen nicht. Hier muss man die Leute anders hinbekommen, was nicht immer ganz einfach ist. Also setzt man auf die Jugend oder Spieler aus unteren Klassen. So hatten wir auch ein komplett neues Torwartgespann, für das die Liga Neuland war“, ordnet Bohnemeier die Ausgangsposition ein. Der Saisonstart glückte dennoch, nach vier Spielen bildeten 4:4 Punkte eine solide Basis.

Die Talfahrt: „Nach der Herbstpause haben wir völlig den Faden verloren und uns im Prinzip bis zum Schluss nicht mehr richtig gefangen. Da hat sich gezeigt, dass der Kader arg auf Kante genäht war. Wir haben zwei, drei Spieler, die wir eigentlich nicht ersetzen können“, konstatiert Bohnemeier. Und folgert daraus: „Auch aufgrund von Verletzungen konnten wir relativ wenig wechseln und durch die ausgedehnte Spielzeit dieser Eckpfeiler fehlten hinten raus oftmals Kraft und Konzentration. Nach 45 Minuten stand es oft remis oder wir haben geführt, ehe dann ein Einbruch kam.“ 1:13 Punkte holte die Spvg. zwischen Herbst- und Winterpause. Die Negativserie gipfelte im Rücktritt von Torben Gottsleben nach der Derbyniederlage gegen Brockhagen direkt vor der Winterpause.

Der Trainerwechsel: Die Spvg. hatte in Christian Blankert schon einen Coach für die kommende Saison, das aktuelle Trainerduo aber über dessen Zukunft noch im Unklaren gelassen. Michael Bohnemeier: „Ich hatte ja meinen Abschied zum Saisonende geplant, aber Torben fühlte sich übergangen. Er hat alles über Dritte erfahren und dann seine Konsequenzen gezogen. Wir haben uns aber auch danach noch viel ausgetauscht und häufiger gesprochen.“

Da Blankert wenig später auch kein Trainer mehr bei Landesligist TG Hörste war, stieg er im Januar früher als geplant bei der Spvg. ein. „Wir hatten immer eine gute Stimmung in der Mannschaft und eine gute Trainingsbeteiligung. Aber der frische Wind tat den Jungs gut“, bemerkte Bohnemeier einen Aufwärtstrend. Das Duo verlor in der Folge nur eins von fünf Spielen (5:5 Punkte), ehe die Saison abrupt endete. „Ich konnte mit ‚Bohne‘ sehr konstruktiv arbeiten, das war echt klasse. Auch die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Ich hätte gerne weitergespielt. Wir hätten die nötigen Punkte geholt, so bleibt immer ein fader Beigeschmack“, fasst Blankert seine kurze Zeit zusammen.

Der Ausblick: Bohnemeier geht als „Co“ zu Oberligist Loxten. Sein Ex-Team sieht er in guten Händen: „Die Trainingsbeteiligung unter Christian ist nochmal gestiegen. Die Mannschaft hat ausreichend Potenzial, aber aufgrund der vielen Verletzungen konnten wir es leider nie ausschöpfen.“ Christian Blankert sieht es ähnlich: „Die Mannschaft hat auch bei Niederlagen wie gegen Brake einen super Spirit gezeigt. Auch im Training hat sie mich schon überzeugt. Die jungen Spieler haben schon erste Erfahrungen gesammelt. Ich will die guten Dinge aus der vergangenen Saison übernehmen und darauf aufbauen. Natürlich wird es jetzt nicht einfacher. Körperlich sind wir wahrscheinlich unterlegen, da müssen wir dann eben andere Lösungen finden.“ Auch dass der komplette Kader mit Ausnahme von Tobias Hofäcker zusammenbleibt, freut den Trainer: „Das spricht für die Jungs. Jetzt hoffe ich, dass wir den Kader noch mit ein oder zwei externen Neuzugängen aufwerten können. Die Gespräche laufen noch.“

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