Handball-Verbandsliga: Neuling TuS Brockhagen gelingt die Kehrtwende
Mit Luft nach oben ins zweite Jahr

Steinhagen-Brockhagen (WB/hosh). Sieben Jahre lang musste man in Brockhagen auf Handball in der Männer-Verbandsliga warten. Die erste Saison nach der Landesliga-Meisterschaft endete nun zwar abrupt, doch Trainer Timo Schäfer zieht dennoch ein positives Fazit – und sieht Potenzial für mehr.

Montag, 25.05.2020, 23:47 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 05:04 Uhr
TuS Brockhagens Trainer Timo Schäfer ist mit dem Verbandsliga-Comeback zufrieden. Foto: Sören Voss

Die Abschlussnote: Nicht nur für Timo Schäfer war es als Chefcoach die erste Verbandsligasaison, auch für die meisten Akteure im Kader war die Liga Neuland. Daher gibt sich Schäfer mit einer positiven Punktebilanz sowie Platz sieben in der Tabelle durchaus zufrieden: „Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich unserer Saison eine 6 oder 7 geben. Eine 5 wäre für mich der Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag gewesen. Und das ist als Aufsteiger ja nun mal das vorrangige Ziel. Wobei ich uns durchaus noch mehr zugetraut hätte. Viele der Mannschaften, gegen die wir noch gespielt hätten, haben wir in der Hinrunde geschlagen. Von daher glaube ich schon, dass wir noch ein oder zwei Plätze in der Tabelle hätten gutmachen können.“

Der wackelige Start: Nach der Aufstiegseuphorie wurde der TuS in der neuen Liga gleich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der Spielplan spielte für Schäfer dabei eine entscheidende Rolle: „4:8 Punkte sind natürlich alles andere als ein Traumstart. Aber unser Auftaktprogramm war auch schon extrem schwer. Fünf der ersten sechs Gegner sind in der aktuellen Tabelle auch die Top Fünf. Zudem mussten sich viele Spieler an das höhere Niveau erstmal gewöhnen. Ich will der Handball-Landesliga nicht zu nahetreten, aber das Tempo ist ein ganz anderes. Zudem haben wir einige mit viel Talent gesegnete Individualisten, die letztes Jahr immer wieder auf eigene Faust einfache Tore werfen konnten. Nun mussten wir als Team besser zusammenspielen, unsere Angriffe mit mehr Struktur vorbereiten. Aber ich finde, wir haben da im Laufe der Saison auf jede Fall einen Schritt nach vorne gemacht.“

Die Kehrtwende: Nachdem die meisten dicken Brocken aus dem Weg waren, legte der TuS im Herbst 2019 richtig los. Mit einer 14:2-Punkte-Serie entwickelte sich Brockhagen hinter dem unangefochtenem Ligaprimus Harsewinkel zeitweise zur Mannschaft der Stunde: „Nach den ersten schweren Spielen ist uns eindrucksvoll die Kehrtwende gelungen. Unsere spielerische Entwicklung hat sich dann auch in den Ergebnissen widergespiegelt. Gleich mehrmals haben wir auch als Mannschaft in der entscheidenden Phase kühlen Kopf bewahrt und so noch den entscheidenden Treffer erzielt wie gegen Spenge oder Hüllhorst. Und es waren dann eben nicht Einzelaktionen unserer Topspieler, sondern auch mal ein Paul Moritz Hundeloh der den entscheidenden Treffer gesetzt hat.“

Die Ärgernisse: Neben den vielen positiven Erlebnissen in der Saison gab es für Timo Schäfer aber auch ein paar Negativerfahrungen. Vor allem eine Partie ist ihm da besonders ein Dorn im Auge: „Unser Rückspiel gegen Harsewinkel war schon eine herbe Enttäuschung. Zum einen, weil wir völlig von der Rolle waren und zu keiner Minute nur ansatzweise der Konstellation eines Spitzenspiels gerecht wurden. Natürlich hat Harsewinkel auch stark gespielt, aber die hätten uns vielleicht sogar mit 13 oder 14 Toren abschießen können. Die Pleite tat mir persönlich auch sehr weh, weil die TSG mein Ex-Klub ist und ich dort noch viele Menschen kenne und auch sehr mag. Insgesamt haben wir gegen die Topteams einfach zu wenig geholt und fast jedes Spiel verloren. Da haben wir noch Steigerungspotenzial.“ Auch sonst passte für Schäfer nicht immer alles: „Wir haben uns zu oft selber geschwächt. Chrissi Kalms hat mehr als einmal die blaue Karte gesehen und auch andere Spieler haben sich Disqualifikationen abgeholt. Dabei sind wir keine disziplinlose Mannschaft und einige Entscheidungen waren sicher auch etwas zu hart. Aber wir müssen den Fokus weniger auf Schiedsrichter und Gegner lenken als viel mehr auf unser Spiel.“

Der Ausblick: „Ich hätte in der Schlussphase der Saison gerne etwas an einer 6-0 Deckung gearbeitet, um eine Alternative zu unserer meist sehr guten 3-2-1 Formation zu haben. Das müssen wir nun verschieben. Ansonsten sehe ich in unserer Mannschaft noch eine Menge Potenzial für mehr. Mir war beispielsweise nie so deutlich bewusst, was Yannick Sonntag für ein herausragender Handballer ist, selbst in der Verbandsliga. Als gegnerischer Trainer würde der mich verrückt machen. Wir haben jetzt als Team wertvolle Erfahrungen gemacht, aber auch ich als Trainer habe quasi in jedem Spiel etwas gelernt. Chrissi Kalms hört zwar auf, dafür kehrt aber Felix Kröger als Eins-zu-Eins Ersatz zurück aus den USA. Und in Patrick Schmidt haben wir einen starken Keeper verpflichtet, der den Konkurrenzkampf im Tor nochmal anheizen wird. In der kommenden Saison ist daher durchaus mehr möglich als Platz sieben. Das ist zumindest mein Ziel.

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