Handball-Verbandsliga: Der Ex-Loxtener Heiner Steinkühler empfängt mit Topfavorit TSG Harsewinkel die Spvg. Steinhagen
Leitwolf im neuen Dress

Steinhagen/Harsewinkel (WB). Zwölf Jahre im grünen Dress der »Frösche«: Heiner Steinkühler war eines der prägenden Gesichter beim Aufstieg der Sportfreunde Loxten vom Verbandsliga-Mittelmaß in die Oberliga-Spitzengruppe. Viele hat deshalb sein Wechsel kurz vor Saisonbeginn zum Verbandsliga-Topfavoriten TSG Harsewinkel überrascht. Dort läuft es bisher nahezu optimal für den 33-Jährigen, trotz der ersten Saisonniederlage vor einer Woche.

Freitag, 08.11.2019, 09:07 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 09:10 Uhr
Zwölf Jahre lang hat Heiner Steinkühler das grüne Loxtener Trikot getragen. Jetzt trifft er mit TSG Harsewinkel auf die Spvg. Steinhagen. Foto: Gunnar Feicht

Vor dem Derby-Heimspiel des Spitzenreiters ge­gen Spvg. Steinhagen (Freitag, 19.30 Uhr) zieht der Rückraumspieler im Gespräch mit WB-Redakteur Gunnar Feicht Zwischenbilanz, beleuchtet die Situation in der Verbandsliga und hat natürlich auch seinen Ex-Klub SF Loxten im Blick.

Ausgerechnet vor dem Derby hat ihre Mannschaft mit dem 32:35 bei HSG Spradow nach 10:0 Punkten die erste Niederlage kassiert. Muss sich die Spvg. Steinhagen jetzt vor einer besonders galligen TSG fürchten?

Heiner Steinkühler: Wir haben sicherlich etwas gut zu machen. Denn das war eine verdiente Niederlage. Nach einer 8:4-Führung sah es von außen wahrscheinlich so aus, als hätten wir die Sache von da an zu leicht genommen. Das macht sicher kein Spieler mit Absicht, aber Spradow hat dann auch viele gute Entscheidungen getroffen und gefühlt landete von denen jeder Torwurf genau im Winkel.

 

Es war eine Niederlage beim krassen Außenseiter. Lässt Trainer Manuel Mühlbrandt nach so einem Ereignis die Kabinenwände erzittern?

Steinkühler: Er hatte im Vorfeld gewarnt, jetzt war es ein Dämpfer, der vielleicht zur rechten Zeit kam. Das wurde beim ersten Training mit einer ruhigen Ansprache ganz sachlich analysiert. Wir Spieler müssen uns in so einer Situation aber auch zu 100 Prozent selbst motivieren und im Heimspiel gegen Steinhagen so heiß sein, dass wir unserer Favoritenrolle diesmal gerecht werden. Die Spvg. wird sich sicher etwas Außergewöhnliches gegen uns einfallen lassen, aber wir sind gut vorbereitet.

 

Die ersten fünf Saisonspiele sind ohne Punktverlust sehr positiv verlaufen. Haben sich die Erwartungen erfüllt, die sie an die Entscheidung für einen Wechsel geknüpft hatten?

Steinkühler: Auf jeden Fall. Zunächst mal herrscht hier menschlich und mannschaftlich eine ähnlich familiäre Atmosphäre wie in Loxten. Das hat mir die schnelle Eingewöhnung sehr erleichtert. Was das Zusammenspiel angeht, können und müssen wir uns noch steigern. Bisher hat es manchmal gereicht, wenn zwei oder drei Einzelkönner einen guten Tag hatten.

 

Mit etwas zeitlichem Abstand: Was hat sie im Sommer dazu bewogen, Loxten nach so vielen Jahren zu verlassen?

Steinkühler: Ich hatte noch bis Ende dieser Saison einen Vertrag. Aber in Loxten deutete sich schon die Verjüngungskur an und ich bekam nicht mehr ganz in dem Umfang meine Spielanteile, wie ich mir das vorgestellt hatte. Manuel Mühlbrandt hat mir in den Gesprächen versichert, dass er in Harsewinkel drei Jahre fest mit mir plant und mit meiner Unterstützung eine junge Mannschaft aufbauen will, die möglichst schnell den Aufstieg schaffen und sich dann in der Oberliga etablieren soll. Das war für mich in der Summe ausschlaggebend für den Tapetenwechsel. Zumal der Fahrtaufwand überschaubar ist, weil ich mit meiner Familie in Versmold wohne und auch dort arbeite.

 

Sie beobachten weiterhin die Entwicklung in Loxten. Hat Sie die Entscheidung überrascht, mit Trainer Dirk Schmidtmeier nicht über die Saison hinaus zu verlängern und bereits jetzt den designierten Nachfolger vorzustellen?

Steinkühler: Der Zeitpunkt ist der Öffentlichkeit sicher nicht so einfach zu vermitteln. Aber Andy Evers und Thomas Lay als Sportliche Leiter werden das nach meiner Erfahrung nicht leichtfertig entschieden haben und es steckt ein handfester Plan dahinter.

 

Gibt es in der Saison 2020/21 in der Oberliga das Derby Loxten gegen Wiederaufsteiger Harsewinkel? Oder ist Loxten dann schon Drittligist?

Steinkühler: Wir sehen uns natürlich in die Favoritenrolle gedrängt, haben sicher auch das Potenzial und hoffen, dass wir es leistungstechnisch in den Aufstieg umsetzen. Die Loxtener sind absoluter Kandidat für die Top Drei, auch wenn ihnen Philipp Harnackes Langzeitausfall natürlich weh tut. Ob es für ganz oben reicht, kann man erst nach den Wochen der Wahrheit gegen Soest, Hamm und TSG Bielefeld abschätzen. Hamm ist mit seiner eingespielten Mannschaft und der Erfahrung von Spielern wie Krieg und Gudat vielleicht derzeit am höchsten anzusiedeln.

 

Was erwarten Sie vom Heimspiel gegen Steinhagen? Und was trauen Sie TuS Brockhagen zu, bei dem Sie mit der TSG Harsewinkel ja schon 31:27 gewonnen haben?

Steinkühler: Gegen Steinhagen könnte viel von den ersten zehn Minuten abhängen. Wenn es lange eng bleibt, wird es wahrscheinlich ein sehr schwieriges Spiel für uns. Die Spvg. hat trotz schwacher Ergebnisse in der Vorbereitung gezeigt, dass sie gefährlich ist. Brockhagen hatte ich nach der Verstärkung durch Paul Blankert neben Altenbeken weit vorne erwartet. Uns haben sie es sehr schwer gemacht. Vielleicht haben bisher einige Ausfälle eine bessere Punkteausbeute verhindert.

»Die Mannschaft muss eine Reaktion zeigen«

Freitag, 19.30 Uhr, Derbyzeit: Im sicher wieder proppevollen »Hasenbau« der TSG Harsewinkel muss Handball-Verbandsligist Spvg. Steinhagen zeigen, dass die Mannschaft mehr drauf hat, als bei der 22:31-Pleite gegen den - zweifellos sehr gut eingestellten - TuS Brake. Handicap des Außenseiters: Neben den verletzten Außen Colin Peperkorn und Jannes Graeser sowie Marcel Finkeldei (privat verhindert) fehlt Linkshänder Joachim Vogel (Hexenschuss). Als zweiter Torwart springt Routinier Sebastian Brüggemeyer ein. »Wir erwarten auf jeden Fall eine Reaktion der Mannschaft auf das Brake-Spiel. Vor allem muss jeder bereit sein für Zweikämpfe, denn davon haben wir am Sonntag gefühlt jeden verloren«, sagt Trainer Michael Bohnemeier, für den Harsewinkel Aufstiegskandidat Nummer ein ist: »Die haben für diese Klasse eine geradezu unfassbare Qualität.« Unabhängig von den Personalsorgen wollen sich die Steinhagener kämpferisch voll reinknien, damit es auf keinen Fall ein Debakel gibt wie beim 22:39 vor anderthalb Jahren.

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