Fußball-Landesliga: Spvg. Steinhagen überzeugt auch gegen Westenholz
Die Mischung macht’s

Steinhagen/Versmold. Eine neue Liga, eine neue Mannschaft – nach der Rückkehr in die Fußball-Landesliga war Spvg. Steinhagens Trainer Mario Lüke klar, dass sich auch das Spielsystem ändern muss. Schließlich ging es vor allem darum, auch ohne die Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit von Rekord-Torjäger Sebastian Herrmann zu bestehen, der das Steinhagener Spiel über viele Jahre geprägt hat.

Dienstag, 01.10.2019, 16:08 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 16:12 Uhr
Finn Reda lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Der Youngster hat gegen Westenholz den Freistoß zum 2:0 herausgeholt. Foto: Stephan Arend

Theoretisch einen Plan zu entwerfen, das ist die eine Sache. Auf dem Rasen damit auch Erfolg zu haben, das ist die weitaus größere Herausforderung. Doch genau das haben die Gastgeber bisher auf eigenem Platz geschafft. Beim 3:0 gegen SuS Westenholz , der Sonntag als ungeschlagener Tabellendritter anreiste, feierte das Cronsbachteam bereits seinen vierten Heimsieg und überzeugte neben leidenschaftlichem Kampf mit schnellem Umschaltspiel. Dabei ragte in Sturmspitze Pascal Hanna ein Spieler heraus, der eigentlich für die Außenbahn verpflichtet worden war. Doch nach dem Ausfall von Vitali Wolf und Daniel Rajic erfüllte der Neuzugang den Part des pfeilschnellen Angreifers in vorderster Front mit Bravour. Erfreulich auch, dass sich auf Hannas angedachter Außenposition ein Eigengewächs aus der A-Jugend immer mehr in den Vordergrund spielt, das vor der Saison kaum jemand auf der Rechnung hatte. Finn Reda überzeugte nicht nur mit einer unaufgeregten Vorstellung, sondern holte auch den Freistoß heraus, den Marvin Gellermann zum vorentscheidenden 2:0 ins Netz zirkelte.

Die Spvg. ist weitaus erfolgreicher, als das viele Kenner der Liga vor der Saison vermutet hatten. Zumindest in den Heimspielen passen neben dem nötigen Spielglück auch die Mischung und die Balance. Null Gegentore gegen Verl II und Westenholz unterstreichen eine kompromisslose Defensivarbeit. Doch Steinhagen hat nicht nur Beton angerührt. Allen voran Pascal Hanna nutzte die Räume und war bei seinen Vorstößen kaum zu halten. Und Freigeist Marvin Gellermann, den der Spvg.-Vorsitzende Andreas Wessels als »positiv bekloppt« bezeichnet, ist derzeit der Spieler für die besonderen Momente. Mit nahezu identischen, frechen Freistoßtoren hat der Winterneuzugang gegen Verl II und nun gegen Westenholz die Weichen auf Sieg gestellt. Trainer Mario Lüke genoss am Sonntag den Moment und Platz sechs mit sieben Punkten Vorsprung vor einem Abstiegsplatz: »Gut möglich, dass es auch wieder Phasen mit einigen Niederlagen geben wird. Doch jetzt haben wir erst einmal Ruhe. «

Sein Peckeloher Trainer-Kollegen Markus Kleine-Tebbe hat in dieser Saison mit einem (Luxus-) Problem zu kämpfen. Angesichts eines auch in der Breite gut besetzten Kaders und nur weniger Ausfälle, ist nicht für alle etablierten Spieler Platz in der Startelf. Das 4:0 gegen VfL Holsen bestätigte dem Coach, im Aufstellungspoker das richtige Händchen gehabt zu haben. Bei der Mittelfeld-Besetzung entschied sich »MKT« mit Erik Mannek, Jonas Weißen und Daniel Schnadwinkel (Comeback nach langer Pause) für »die spielerische Variante.« Und im Angriff verdiente sich der junge Torschütze Luca Felsmann unter anderem mit einer starken Leistung im Pokalspiel gegen Espanol Versmold einen Startelf-Platz neben Kapitän Alban Shabani (zwei Treffer) und dem bärenstarken Sercan Özdil. »Prominentes« Opfer der Rotation war Ex-Profi Tim Mannek, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Bei Holsen war der Ex-Steinhagener Tim Herden zumindest in Halbzeit eins auffälligster Offensiv-Akteur, während Torjäger Omar Khaled (bisher acht Treffer) abgemeldet war.

Der SCP hat die richtige Antwort auf die erste Niederlage in der Vorwoche in Westenholz gegeben, mischt als Rangdritter oben mit und reist kommenden Sonntag mit breiter Brust zum Spitzenspiel gegen Überraschungs-Tabellenführer FC Bad Oeynhausen. Während dieser auswärts beim 3:3 gegen Kellerkind Beckum erstmals wirklich schwächelte und erst in der Nachspielzeit per Elfmeter einen Punkt rettete, hat der schwach gestartete Top-Favorit Preußen Espelkamp nach dem 3:2 in Kaunitz nur noch zwei Punkte Rückstand auf Platz eins. Der Rangzweite wandelte den 0:1-Pausenrückstand in ein 3:1 um. Der Kaunitzer Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kam zu spät.

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