Fußball: Landesliga-Aufsteiger Spvg. Steinhagen beginnt mit einem Pokalspiel gegen Oberligist Westfalia Rhynern
Start in eine ungewisse Zukunft

Steinhagen  (WB). Als Meister der Fußball-Bezirksliga hat sich Spvg. Steinhagen für den Westfalenpokal-Wettbewerb qualifiziert. Somit startet der Landesliga-Rückkehrer bereits am 3. August (17 Uhr/Cronsbachstadion) mit der Erstrunden-Partie gegen Oberligist SV Westfalia Rhynern in eine Saison mit vielen Fragezeichen.

Freitag, 02.08.2019, 23:31 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 23:40 Uhr
Neuzugang Deniz Aygün hat ohne Frage Potenzial. Doch auch er hat nicht die komplette Vorbereitung durchgezogen. Foto: Stephan Arend
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Testspiele, das sagt schon das Wort, sind zum Testen da. Die ersten Punkte werden nächsten Sonntag vergeben. So gesehen besteht nach der Niederlagen-Serie der Spvg. Steinhagen in der Vorbereitung noch kein Grund zur Panik. Wer den Neuling nun vorschnell zum Abstiegskandidaten Nummer eins abstempelt, der macht es sich zu einfach. Schließlich hat Trainer Mario Lüke noch nicht einmal seine Bestbesetzung aufbieten können.

Klar ist aber auch: Die Aufstiegseuphorie ist längst verflogen und wird kein Faktor sein. Zudem fehlt es dem Kader in der Breite an Qualität. Um den Klassenerhalt zu schaffen, dürfen Führungsspieler nicht lange ausfallen bzw. müssen schnell fit werden. Die Spvg. braucht deshalb viel Glück, um die Ziele zu erreichen. Stephan Arend

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Nach ordentlichen Leistungen des neu formierten Teams in den ersten Testspielen gegen A-Ligist BV Werther (5:1) und Westfalenligist SV Rödinghausen II (2:3) war Aufstiegs-Coach Mario Lüke noch guter Dinge: »Vor allem die Partie in Rödinghausen hat mir gut gefallen. Da müssen wir nicht verlieren.« Doch es folgten gegen die Bezirksligisten Detmold (0:3), Jöllenbeck (1:4), Brake (0:1) und Dornberg (1:4) sowie gegen Westfalenligist VfL Theesen (1:7) fünf teils schallende Ohrfeigen. »Der Fruchtalarm-Cup vergangenes Wochenende in Jöllenbeck hat mir die Augen geöffnet«, sagt Lüke. Seine Schützlinge trafen falsche Entscheidungen am Fließband und kamen vor allem immer einen Schritt zu spät. »Den Trainingsplan vor der Vorbereitung können nicht alle durchgezogen haben«, sieht der Trainer ein konditionelles Problem: »Diese Defizite müssen wir aufholen und wir haben die Zügel angezogen. In der Landesliga müssen wir über die Fitness kommen, denn in den meisten Spielen sind wir nicht mehr individuell besser.« Immerhin haben sich die Spieler die Worte des Trainers am Mittwoch im letzten Test gegen TSV Amshausen zu Herzen genommen. Das 4:0 gegen den A-Ligisten hat zwar sportlich wenig Aussagekraft. Aber zumindest in puncto Einsatz und Willen sieht Lüke seine Schützlinge auf dem richtigen Weg.

Als Team auftreten

Nach den Abgängen langjähriger Leistungsträger und Führungspersönlichkeiten (Herrmann, Herden, Kreutzer, Schoebel, Freyermuth und Wieland) hat dagegen die Integration der Neuen laut Lüke problemlos geklappt: »Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl, dass schnell ein Team zusammenwächst. Da mache ich mir die wenigsten Gedanken.«

Wer schießt die Tore?

Sportlich indes blickt der Neuling in eine ungewisse Zukunft. Schließlich haben Sebastian Herrmann und Tim Herden in der Aufstiegssaison zusammen 38 Tore erzielt. Tom Jungeblodt, auf dem nach einem überragenden Start in die vergangene Serie viele Hoffnungen ruhen, ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht so weit wie erhofft. »Er trainiert zwar schon wieder mit, lässt aber Übungen mit Körperkontakt noch aus«, so Lüke. Yusuf Sahin ist nach langer Zwangspause vor allem körperlich noch nicht wieder bei 100 Prozent. Und dass einem jungen Talent wie Vitali Wolf trotz aller Qualität noch ab und an die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss fehlt, das ist klar. In der Defensive fiel Königstransfer Dennis Kroos wochenlang wegen einer Rücken-Blockade aus. Und Torwart Julian Pohlmann müsste eigentlich in Watte gepackt werden, da auch Philipp Schremmer nach seinem Kreuzbandriss noch einige Zeit braucht, um wieder für einen Einsatz in Frage zu kommen.

Von den Neuzugängen hat sich Außenspieler Pascal Hanna in den Vordergrund gespielt. Junge Akteure wie Basam Sulaiman oder Deniz Aygün haben zumindest angedeutet, dass sie der Spvg. gut zu Gesicht stehen. Trotz intensiver Bemühungen ist es aber nicht gelungen, einen gestandenen Topstürmer, der 15 bis 20 Tore garantiert, nach Steinhagen zu locken. »Wir sind nicht in der Situation, dass wir uns solche Spieler aussuchen können. Da haben andere Vereine ganz andere finanzielle Möglichkeiten. Ich bin aber dennoch mit unseren Neuzugängen zufrieden und froh, dass wir solche Jungs bekommen haben«, sieht Lüke eine Menge Potenzial.

Krasser Außenseiter

Die Partie gegen Oberligist Rhynern, mit dem ehemaligen Dortmunder Bundesliga-Profi Salvatore Gambino, sollen seine Spieler genießen, findet Lüke: »Schließlich haben wir uns diese Begegnung mit der Meisterschaft verdient.« Die Spvg. ist zwar krasser Außenseiter, will aber mit der bestmöglichen Besetzung dagegenhalten und sich auch die ein oder andere Torchance erarbeiten. Lüke sieht das vermeintlich ungleiche Duell, bei dem Urlauber Jonas Böhme fehlen wird, zwar als Pflichtspiel, räumt aber dem Meisterschaftsauftakt am 11. August gegen SuS Bad Westernkotten eine ungleich größere Bedeutung ein.

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