Fußball: TSV Amshausen verabschiedet Jugendleiter Dirk Wachholz
Der TSV ist und bleibt eine Herzenssache

Steinhagen-Amshausen (WB/guf). »Jugendleiter, das ist mittlerweile ein Halbtagsjob.« Dirk Wachholz hat immer viel in seine Leidenschaft Fußball investiert, schon bevor er 2006 bei seinem Verein TSV Amshausen die Leitung der Nachwuchsabteilung übernahm. Bei seiner Verabschiedung zum Ende dieser Saison kann der 50-Jährige zufrieden bilanzieren: »Eine überragende Zeit. Der Aufwand hat sich gelohnt. Ich habe viele positive Dinge zurückbekommen.«

Sonntag, 02.06.2019, 22:25 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 09:36 Uhr
Ein dickes Dankeschön gab es bei der Verabschiedung von Jugendleiter Dirk Wachholz – von links: Nezi Akmann, Marion Baum, Sebastian Bültmann (2. Vorsitzender), Andre Henseleit, Marco Schech, Fabian Fregin, Alexander Grodzinski, Stefan Schütter. Einige Spieler seiner D-Jugend hatten zudem ein Plakat gemalt: »Die TSV-Jugend sagt: Danke Wachi!« Die Gemeinde Steinhagen hat die Tätigkeit von Dirk Wachholz bereits 2014 bei der Ehrung der »Stillen Stars« gewürdigt, der Fußballverband zeichnete ihn ebenfalls aus. Foto: Nico Seifert

Eine Bestätigung, dass er und seine Mitstreiter vieles richtig gemacht haben, ist die aktuelle Entwicklung der ersten Mannschaft: Im vergangenen Jahr wieder in die Kreisliga A aufgestiegen, hat sie sich auf Anhieb auf Rang vier etabliert und das überwiegend mit Eigengewächsen - welcher A-Ligist schafft das in der heutigen Zeit noch? Kein Wunder, dass »Wachi« am Sonntag mit herzlichen Dankesworten nach 13 Jahren im Amt verabschiedet wurde: »Es ist ein riesiges Loch, das Wachi hier hinterlässt. Nur eine Person kann es nicht schaffen, dieses Loch wieder zu schließen. Dazu benötigen wir ein Team, das sich die Aufgaben teilt«, sagte Fabian Fregin.

Diese Nachfolgeregelung ist ganz im Sinne von Dirk Wachholz, der genau weiß, welchen Aufwand es bedeutet, eine Abteilung mit 15, 16 Jugendmannschaften in Schwung zu halten. Im Trainerteam der D-Junioren wird er noch ein Jahr weitermachen, dann ist er 2020 sage und schreibe 30 Jahre lang als Jugendcoach dabei. Motiviert hat ihn - wie so viele beim TSV - Birgitt Harz: »Ich war junger Spieler der zweiten Mannschaft, war verletzt und habe am Spielfeldrand zugeschaut. Da hat sie mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, selbst eine Mannschaft zu trainieren.«

Daraus wurde eine Erfolgsgeschichte, die frühzeitig mit dem goldenen Jahrgang um Kay Schuller, Michi Pohlmann, Marko Sänger und Keyvan Sharafi Schlagzeilen machte und bei Pascal Hofbüker den Grundstein zu einem »Aufstieg« bis in die Regionalliga legte.

»Es hat mir aber nicht nur Spaß gemacht, wenn Erfolge zu verzeichnen waren, sondern wenn möglichst alle ein positives Erlebnis hatten«, sagt Wachholz. Beim bodenständig geführten TSV fühlt er sich in der Gemeinschaft wohl, die guten Kontakte zu Gleichgesinnten in den Nachbarvereinen sind ihm wichtig. Deswegen ging sein Einsatz auch lange vor der Wahl zum Jugendleiter über das Training und die Spielbetreuung seiner Nachwuchsteams hinaus. »Eines der Highlights war sicherlich unser großes D-Jugend-Turnier am 1. Mai 1995. Da hatten wir Nachwuchsmannschaften von acht Erst- und Zweitbundesligisten auf unserer Anlage«, erzählt Wachholz. Er hatte sämtliche Profiklubs der zwei höchsten Spielklassen angeschrieben und eine Resonanz geerntet, die heutzutage für ein vergleichbares Turnier undenkbar wäre. Wachholz: »Mittlerweile läuft ein Event dieser Größenordnung nur über Agenturen.«

Genauso viel Einsatz erfordert heute die Aufgabe, kompetente Jugendtrainer für alle Teams zu motivieren: »Man muss sehr viele Gespräche führen, um geeignete Mitstreiter zu gewinnen. Viele Eltern stellen schon bei den jüngeren Jahrgängen hohe Ansprüche an das Training, das wir Ehrenamtliche bieten sollen. Wir bitten jeden neuen Jugendtrainer, auf jeden Fall die Übungsleiter-C-Lizenz zu absolvieren, denn Qualifizierung ist das A und O.« Mit diesen und vielen anderen Erfahrungen wird Dirk Wachholz seinen Nachfolgern an der Spitze der Jugendabteilung gerne weiter zur Seite stehen. Denn der TSV ist und bleibt eine Herzenssache für ihn. Und mit ihnen wird er in der kommenden Saison ein Bundesliga-Spiel seiner Wahl besuchen. Es wäre keine Überraschung, wenn sich Dirk Wachholz als Abschiedsgeschenk eine Partie seines Lieblingsvereins SC Freiburg aussuchen würde.

Das neue Jugendteam setzt sich wie folgt zusammen: Fabian Fregin (Jugendleiter), Marion Baum, Andre Henseleit (Koordinatoren C bis A-Jugend), Michael Baier, Marco Schech (Koordinatoren E und D-Jugend), Stefan Schütter, Nezi Akmann (Koordinatoren Bambini bis F-Jugend), Daniela Schöning, Lena Tarun (Koordinatoren Juniorinnen), Sven Weeke (Schriftführer, Passwesen), Alexander Grodzinski (Sponsoren).

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