Fußball: Joel Vega Zambrano (13) spielt für Borussia Dortmund Traum: vor 80.000 Fans auflaufen

Steinhagen-Amshausen (WB). Als Balljunge ist Joel Vega Zambrano ganz nah dran, wenn Aubameyang trifft und jubelt oder Bürki in letzter Minute das 4:4 gegen Schalke kassiert. »Natürlich möchte ich Profi werden«, sagt der 13-Jährige. Der »Amshausener Junge« kickt seit dieser Saison für die U14 von Borussia Dortmund.

Von Stephan Arend

Wenn Stadionsprecher Norbert Dickel die Mannschaftsaufstellung verkündet, dann malen sich viele junge Zuschauer im Signal Iduna Park aus, dass 80.000 Menschen ihren Namen rufen – und das gilt natürlich besonders für die großen Talente, die in den Nachwuchsteams des BVB kicken. »Diese Illusion zu haben, finde ich wichtig, weil sie ein Antrieb ist«, sagt Joels Vater Francisco. Er ist selbst in der Jugend des FC Schalke 04 gefördert worden, hat in den höheren Amateur-Ligen und später auch für Landesligist Spvg. Steinhagen (unter Trainer Stefan Studtrucker) gespielt. Francisco Vega Zambrano weiß aber ganz genau, dass Profifußball für einen 13-Jährigen noch ganz weit weg ist. Die Realität ist die Schule, das Abitur – Bundesliga ein Traum.

Das Talent und die Leidenschaft für den Fußball hat der Vater seinen Kindern in die Wiege gelegt (der jüngere Sohn Lian spielt für Verl). Schon mit drei Jahren trägt Joel Vega Zambrano das Trikot des TSV Amshausen (erste Trainerin ist Birgitt Harz). Er wirbelt beim Kindergarten-Cup und tritt in der Wohnung gegen alles, was sich mit dem Fuß bewegen lässt. Das ist auch noch heute so. »Ich habe eine gute Technik.« Ballhochhalten mit rechts und links« ist für das Nachwuchstalent kein Problem. »Joel ist ehrgeizig, zielstrebig, spielstark und hat eine klasse Übersicht«, findet sein Vater.

Auch Arminia Bielefeld wird auf das Talent des TSV aufmerksam, für den DSC spielt Joel Vega Zambrano von der U10 bis zur U13. Das Scoutingsystem der Profivereine ist engmaschig. Schon vor einem Jahr meldet sich ein Vertreter von Borussia Dortmund. Ein neuer Verein kommt aber noch nicht in Frage, da gerade der Wechsel auf die Gesamtschule Quelle ansteht. Aber in die Datenbank des BVB wird Joel Vega Zambrano aufgenommen. Genau aus dieser filtert der Dortmunder U14-Trainer Marco Lehmann Monate später auf der Suche nach Spielern für die linke Seite einige Kandidaten, die er dann selbst beobachtet. Die Wahl fällt auf Joel, der zusammen mit seiner Familie eingeladen wird, das moderne Trainingszentrum mit Computer gesteuerten Ballmaschinen zu besichtigen. Die Entscheidung reift, den nächsten Schritt zu gehen und zum BVB zu wechseln.

»Beim ersten Training war ich ganz schön nervös. Doch ich habe so gespielt wie immer«, erinnert sich Joel Vega Zambrano. Mittlerweile ist er in Dortmund angekommen, führt mit der U14 die Tabelle des Nachwuchscups an und hat gegen Düsseldorf sein erstes Tor geschossen. Der Umzug ins BVB-Fußballinternat ist derzeit nicht geplant, könnte aber ein Thema werden. »Schließlich wird das Training intensiver und die Schule auch«, sagt Vater Francisco.

Sein Sohn wird derzeit vier Mal in der Woche vom BVB-Fahrdienst um 16.20 Uhr in Sennestadt zum Training eingesammelt, manchmal direkt nach der Schule. Gelernt wird im Auto oder am Abend um 21 Uhr nach der Rückkehr. Ganz schön stressig, oder? »Ich bekomme es hin«, sagt Joel. Er kickt gegen einem Luftballon, und plötzlich verwandelt sich das heimische Wohnzimmer in ein Stadion: »Mit der Nummer sechs, Joel...«, sagt der Stadionsprecher. »Vega Zambrano«, brüllen 80.000 BVB-Fans.

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