Landesliga: Matthias Freyermuth will mit Steinhagen gegen Brakel 0:6-Albtraum besiegen »Es wird auf keinen Fall leichter«

Altkreis (WB). Das erste Landesliga-Spiel seines Lebens hat er erst am vergangenen Sonntag absolviert, mit 26. Und doch hat Matthias Freyermuth in seinem Alter vielen Kollegen im jungen Team der Spvg. Steinhagen einiges an Erfahrung voraus. Die will er im ersten Heimspiel gegen Brakel Sonntag siegbringend einsetzen.

Von Gunnar Feicht
Trotz einiger Überzahlsituationen haben Matthias Freyermuth (links) und seine Teamkollegen in Vlotho noch kein Erfolgserlebnis erzielt. Jetzt kommt Brakel.
Trotz einiger Überzahlsituationen haben Matthias Freyermuth (links) und seine Teamkollegen in Vlotho noch kein Erfolgserlebnis erzielt. Jetzt kommt Brakel. Foto: Andreas Klose

Als »sehr unglücklich« bezeichnet auch Freyermuth die unnötige 0:2-Auftaktschlappe seiner Elf beim SC Vlotho. Er hofft, dass es diesmal endlich klappt mit dem Toreschießen – gegen eine Gästeelf, die vermutlich stärker ist als das kampfstarke, aber biedere Team aus Vlotho: »Ein Sieg würde vieles einfacher machen in den nächsten Wochen. Aber es wird auf keinen Fall leichter, denn Brakel hat Steinhagen im Frühjahr 6:0 geschlagen, ist erfolgreich gestartet und zählt mit seiner Offensivstärke und den schnellen Stürmern zu den Mitfavoriten.«

Umso mehr freut sich Matthias Freyermuth auf die Herausforderung in einer neuen Spielklasse, die er nach den ersten Eindrücken als »sehr stark« einschätzt. Der Mann, der vom A-Ligisten TuS Jöllenbeck II gekommen ist, hat auf einem ungewöhnlichen Weg in den Steinhagener Landesligakader gefunden. 18 Jahre spielte er bei seinem Heimatverein TuRa Bergkamen, mit dem er im Seniorenalter den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte und bei dem er zuletzt die Kapitänsbinde trug.

Aus beruflichen und privaten Gründen hat es ihn – ein Muster an Vereinstreue – 2015 nach Bielefeld verschlagen. In der neuen Umgebung schloss er sich bewusst zunächst der »Zweiten« beim TuS Jöllenbeck an, um erst an der Arbeitsstelle und im Alltag Fuß zu fassen – umsichtig und gut organisiert wie als Fußballstratege. Die Rechnung ging auf: Inzwischen ist er mit seiner Freundin in Schildesche heimisch geworden, arbeitet im Marketing einer gesetzlichen Krankenkasse in Brackwede und hat sportlich zum Wiederaufstieg von TuS Jöllenbeck II in die A-Liga beigetragen. Weil er diesen Sommer zudem sein berufsbegleitendes Master-Studium abschließt, kam der Kontakt über seinen ehemaligen Jöllenbecker Trainer Daniel Eikelmann zur Sportvereinigung genau zur rechten Zeit: »Ich habe ein paarmal mittrainiert, es hat sofort gepasst.«

Die Empfehlung von Abwehrstratege Malte Siekmann, den er aus Jöllenbeck kennt, sieht Freyermuth bestätigt: »Der hat mir sehr ans Herz gelegt zu wechseln. Weil es in der Mannschaft menschlich super funktioniert und wir viele Möglichkeiten für spielerisch guten Fußball haben.« Weil es wegen des Trainingsrückstands von Sebastian Herrmann und Vidoje Matic und der Verletzung von Aytug Gecim offensiv noch hakt, wird der Spielfluss wohl noch etwas Zeit brauchen. Allrounder Freyermuth will sich dort einbringen, wo ihn Trainer Daniel Keller braucht: »Ich bin als ›Sechser‹ nach Steinhagen gekommen, habe aber auch immer Tordrang und spiele genau so gerne zentral offensiv.« Ob er wieder in der Startelf stehen wird wie in Vlotho, weiß er vor dem Wochenende noch nicht: »Der Trainer teilt das immer kurzfristig mit, damit sich jeder gleich intensiv aufs Spiel vorbereitet.«

Volle Konzentration wird erforderlich sein, um den Vorjahresvierten Spvg. Brakel klein zu halten. Die Rot-Schwarzen um Torschützenkönig An­dré Schmitt (29 Treffer) sind im Saisoneröffnungsspiel gegen Bad Lippspringe mit 2:1 erfolgreich gestartet, Schmitt hat prompt wieder das 1:0 beigesteuert. Aber vielleicht steckt Brakel ja noch das 1:8 vom Westfalenpokal-Aus gegen SF Lotte am Dienstag in den Knochen.

Peckelohs Gast SVEW kommt mit 5:1-Empfehlung

Spvg. Steinhagen - Spvg. Brakel. Trainer Daniel Keller hat sein Team noch einmal gezielt auf Brakels Spiel über das brandgefährliche Offensivduo Schmitt/Wetzler vorbereitet: »Wer das 0:6 im März erlebt hat, der weiß genau, wie stark dieser Gegner ist.« Wenn seine Mannschaft hellwach und vor dem gegnerischen Tor konsequenter agiere als in Vlotho, sei dem Gegner beizukommen, ist Keller sicher. Das Trio Bresser, Pörtner, Gecim fällt weiterhin aus. Sebastian Herrmann, Vidoje Matic, Jonay Torres und Dennis Kipp stehen noch nicht voll im Saft.

SC Peckeloh - SV Eidinghausen-Werste. Die Peckeloher wurmt weiterhin das 1:7 von Tengern, doch Markus Kleine-Tebbe blickt nach vorn: »Wir haben uns blamiert. Aber jetzt kommt der nächste schwere Gegner und es bleibt keine Zeit zum Nachkarten.« Der SCP-Coach hofft, dass seine Elf die Lektion gelernt hat: »Nur wenn wir auf dem Platz mutig sind, als Team ans Limit gehen und bereit sind, die Fehler des Nebenmannes auszubügeln, haben wir eine Chance. Dann aber gegen jede Mannschaft dieser Liga.« So auch gegen die Oeynhausener, die ihrerseits nach dem lockeren 5:1 (drei Tore Julius Eckert) gegen Mastholte vielleicht eine Spur zu leichtfertig auftreten. SVEW hat gegen Peckeloh noch kein Landesliga-Spiel verloren (zwei Siege, zwei Remis). Die Platzherren wollen das ändern und zeigen, dass Tengern ein einmaliger Aussetzer war. Allerdings fehlen fünf Akteure: Nico Wolter (privat), Hakan Bayer, Ninos Gülünay, Niklas Gronau (alle Urlaub) und Stefan Nienaber (verletzt).

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