Zittersieg über Bonn: SCW ohne Carsten Strickmann orientierungslos Erfolgssaison kostet Nerven

Rheda-Wiedenbrück (WB). Bereits zwei Spieltage vor Serienende hat der SC Wiedenbrück die erfolgreichste Regionalliga-Saison seiner Vereinsgeschichte hingelegt – und dennoch herrscht im Umfeld Unruhe. Die Nerven kann am 1. Mai auch der 2:1 (2:0)-Zitter-Heimsieg gegen den Bonner SC nicht beruhigen.

Von Dirk Heidemann
Eine Geste sagt mehr als 1000 Worte: Dem Wiedenbrücker Stürmer Aygün Yildirim gelingt am Dienstag gegen den Bonner SC zwar sein 13. Saisontreffer, doch beim 2:1 über den Bonner SC hat er im zweiten Durchgang keine einzige Chance mehr.
Eine Geste sagt mehr als 1000 Worte: Dem Wiedenbrücker Stürmer Aygün Yildirim gelingt am Dienstag gegen den Bonner SC zwar sein 13. Saisontreffer, doch beim 2:1 über den Bonner SC hat er im zweiten Durchgang keine einzige Chance mehr. Foto: Daniel Bremehr

Obwohl die Mannschaft ihre Mini-Krise nach fünf sieglosen Partien endlich beendet hat, wirkt sie verunsichert. Schuld daran ist zweifellos das enge Rennen um das Qualifikationsspiel des besten westfälischen Viertligisten um die Teilnahme am DFB-Pokal . Obwohl Björn Mehnert nicht von einer Drucksituation sprechen mag, lässt sich diese nicht wegdiskutieren.

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Wir spielen eine richtig tolle Saison. Man sollte demütig sein und schauen, woher man kommt.

Björn Mehnert

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»Wir spielen eine richtig tolle Saison. Man sollte demütig sein und schauen, woher man kommt«, sagt der SCW-Coach, der die DFB-Pokal-Quali selber als Zugewinn sehen würde: »Stattdessen wird sie von den Jungs erwartet.«

Furioser Beginn: Volkmer (2.) und Wolff (3.) vergeben früh beste Chancen

Dieser Erwartungshaltung scheint ein am Dienstag furios beginnender SCW, der auf Marvin Büyüksakarya (Innenbandreizung im rechten Knie) verzichten muss und gegenüber dem 2:2 in Wuppertal auf vier Positionen verändert ist, gerecht zu werden. Gleich zweimal muss der Bonner Kapitän Dario Schumacher im Anschluss an eine Ecke auf der Linie klären. Zunächst bei einem Kopfball von Jeffrey Volkmer (2.), dann nach einem Kopfball von Julian Wolff (3.).

Dazwischen hat Oliver Zech noch eine gute Schusschance – BSC-Keeper Alexander Monath lenkt den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Doch die Partie beruhigt sich, vor allem von den im Abstiegskampf steckenden Gästen kommt viel zu wenig.

Bitter: »Stricki« muss noch vor der Pause verletzt ausgewechselt werden

Okay, denkt sich der SC Wiedenbrück, dann machen wir eben wieder ein bisschen mehr. Daniel Brinkmann erzielt unter gütiger Mithilfe von Monath das 1:0 (21.), Torjäger Aygün Yildirim erhöht nach einem Lapsus von Dennis Engelman auf 2:0 (29.) Eine Reaktion der Bonner auf diesen Rückstand bleibt bis zur Pause weiter aus. Bitter aus Wiedenbrücker Sicht: Carsten Strickmann muss noch in der ersten Hälfte mit einer Wadenverletzung vom Feld (44.).

Diese Verletzung wirkt sich äußerst negativ auf die Hausherren aus, die nach dem Seitenwechsel 45 ganz schwache Minuten hinlegen. Sebastian Hirsch gelingt sofort das 2:1 (46.), der nur knapp mit dem Kopf verpassende Lars Lokotsch (49.) hätte bereits den Ausgleich erzielen können. Das 2:2 muss dann David Mikel Bors machen (53.), der völlig freistehend auf das Tor köpft – SCW-Keeper Marcel Hölscher pariert mit einer Glanztat. Glück für die Wiedenbrücker, dass Lokotsch nach einem Konter verzieht (56.) und mit Dario Schumacher der beste Bonner nach 61 Minuten verletzt ausscheidet.

Zweite Hälfte: Keine Chance und Torwart Hölscher rettet das Remis

Eine Torchance verzeichnen die Hausherren im zweiten Durchgang nicht mehr, Hölscher rettet mit einer weiteren Parade gegen Lokotsch (72.) das Remis. Vor der Partie wird bekannt, dass Antonyos Celik für seine Rote Karte in Wuppertal für vier Wochen gesperrt worden ist.

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