Handballerin Nadja Mansson aus St. Vit kann dem WM-Aus auch Positives abgewinnen »Es war trotzdem meine schönste Zeit«

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der einjährige Matti sieht seine Mutti nun doch früher als erwartet wieder: Für Nadja Mansson und die deutsche Handball-Nationalmannschaft endete die Weltmeisterschaft der Frauen schon im Achtelfinale am Sonntag nach einer 17:21-Pleite gegen Dänemark. Nach dem Fiasko flossen auch bei der 29-Jährigen die Tränen.

Von Uwe Caspar
Nadja Mansson setzt im WM-Auftaktspiel gegen Kamerun zum Torwurf an. Die Handballerin aus St. Vit kann ihren letzten Auftritten im Nationalteam auch Positives abgewinnen.
Nadja Mansson setzt im WM-Auftaktspiel gegen Kamerun zum Torwurf an. Die Handballerin aus St. Vit kann ihren letzten Auftritten im Nationalteam auch Positives abgewinnen. Foto: dpa

»Ich bin immer noch sehr enttäuscht über unser Ausscheiden. Um darüber hinweg zu kommen, brauche ich wohl noch ein paar Tage. Es ist alles noch zu frisch«, sagt Nadja seufzend, die mit ihrem für Bundesligist GWD Minden spielenden Mann Anton Mansson seit zwei Jahren im beschaulichen Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil St. Vit lebt.

Gleich nach der Schlappe gegen die Däninnen verkündete die 1,84 Meter große Rückraumspielerin ihren Abschied aus dem Nationalteam. Ebenso ihre Vereinskameradin Clara Woltering – beide stehen beim Erstligisten Borussia Dortmund unter Vertrag. Der Kontrakt von Nadja läuft 2018 aus.

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Auch wenn wir bei der WM im eigenen Land besser abgeschnitten hätten, wäre für mich auf jeden Fall Schluss gewesen.

Nadja Mansson

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»Auch wenn wir bei der WM im eigenen Land besser abgeschnitten hätten, wäre für mich auf jeden Fall Schluss gewesen«, versichert Mansson, die auf 78 Länderspieleinsätze und 245 Tore zurückblickt. Ihren bereits länger geplanten Rücktritt hielt sie jedoch geheim, selbst Nationaltrainer Michael Biegler wusste nichts davon. Nur Ehemann Anton dürfte eingeweiht gewesen sein.

Gern hätte seine Frau ihre letzte von drei WM-Teilnahmen zumindest mit dem Einzug ins Halbfinale gekrönt, was auch das erklärte Ziel von Biegler war. Es sei »natürlich schade, dass es so zu Ende gegangen ist«, bedauert Nadja Mansson, die mit dem Thüringer HC vier Mal die Deutsche Meisterschaft errang.

Allerdings kann Rheda-Wiedenbrücks prominenteste Sportlerin ihren letzten Auftritten im Trikot des DHB-Teams auch Positives abgewinnen. »Trotz des vorzeitigen Ausscheidens ist es inklusive Vorbereitung meine schönste Zeit im Kreis der Nationalmannschaft gewesen. Unser Teamspirit war einfach hervorragend, wir hatten immer viel Spaß miteinander«, erzählt Nadja und klingt dabei gar nicht mehr so traurig.

Ihr Dank gilt Nationaltrainer Michael Biegler

Ihr Dank gilt auch Michael Biegler, »denn er hat es mir noch einmal ermöglicht, bei einem großen internationen Ereignis mitmachen zu dürfen«, weiß die Wahl-Wiedenbrückerin das Vertrauen ihres Trainers zu schätzen. Das WM-Scheitern führt sie auf zu wenig Durchschlagskraft im Angriff und auf zu wenig geworfene Tore zurück: »Das war der Knackpunkt!«

Offen bleibt derweil, ob Nadja Mansson auch in der nächsten Saison das Borussia-Trikot tragen wird. In der Bundesliga möchte sie aber unbedingt weitermachen. St. Vit haben die Manssons, die in Rheda-Wiedenbrück 2016 standesamtlich getraut wurden, aus fahr-strategischen Gründen als Wohnort gewählt. Wegen der nahe Autobahnanbindung. »Wir fühlen uns hier auch sehr wohl«, bekräftigt Nadja. Ihre Tränen über das WM-Aus sind getrocknet.

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