TSG Harsewinkel und TV Verl könnten die Handball-Verbandsliga vorzeitig verlassen Zwischen Auf- und Abstieg

Harsewinkel/Verl (WB). Vorfreude auf einen möglichen Aufstieg in die Handball-Oberliga, lähmendes Entsetzen angesichts des bevorstehenden Abstiegs in die Landesliga. Am vorletzten Verbandsliga-Spieltag könnten für die TSG Harsewinkel und den TV Verl endgültige Entscheidungen fallen.

Von Dirk Heidemann
Für Tim Reithage ist die Saison vorzeitig beendet. Der Kreisläufer des TV Verl hat sich im vergangenen Auswärtsspiel in Hüllhorst einen Muskelfaserriss zugezogen und wird somit auch am Samstag beim SuS Oberaden fehlen.
Für Tim Reithage ist die Saison vorzeitig beendet. Der Kreisläufer des TV Verl hat sich im vergangenen Auswärtsspiel in Hüllhorst einen Muskelfaserriss zugezogen und wird somit auch am Samstag beim SuS Oberaden fehlen. Foto: Wolfgang Wotke

Einen Punkt benötigt die mit einem Doppeldecker-Bus anreisende TSG Harsewinkel im Auswärtsspiel am Samstagabend (18 Uhr) bei der HSG Altenbeken/Buke, um den Aufstieg perfekt zu machen. »Ein guter Gegner zum richtigen Zeitpunkt«, findet TSG-Coach Manuel Mühlbrandt: »Wir werden voll fokussiert sein, Vollgas-Handball spielen und wollen den Gegner mit unserer Abwehr – der besten der Liga – entnerven.« Dass Altenbeken der Harsewinkeler Angstgegner ist, die vergangenen drei Partien wurden teilweise deutlich verloren, macht die Aufgabe indes nicht unbedingt einfacher. »Sie wollen sich von ihrem Heimpublikum auch vernünftig verabschieden. Und das geht nicht besser als gegen den aktuellen Tabellenführer«, mutmaßt Manuel Mühlbrandt. Allerdings muss Altenbeken/Buke auf seinen Routinier und besten Saison-Torschützen Daniel Wiemann verzichten, der ehemalige Spieler der HSG Gütersloh hat sich vermutlich einen Kreuzbandriss zugezogen. »Ein verdienter Spieler, dem wir alles Gute wünschen«, schickt »Mühle« beste Grüße in Richtung Wiemann.

Auf Harsewinkeler Seite droht hingegen der rechte Flügel ein wenig zu lahmen. Beide Außenspieler, Julian Schüpping und Pascal Pelkmann, lagen unter der Woche mit einem grippalen Infekt flach. Der zuletzt pausierende Linksaußen Malik St. Claire (Bänderdehnung in der Schulter) dürfte hingegen wieder zur Verfügung stehen. Für eine mögliche Aufstiegsparty ist im Vorfeld übrigens nichts organisiert worden, die Harsewinkeler verlassen sich ganz auf ihre Spontanität.

TV Verl

Die Ausgangslage ist klar: der TV Verl hat den Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga nicht mehr selbst in der Hand. Auch ein Sieg am Samstagabend (18.30 Uhr) beim Tabellendritten SuS Oberaden könnte zu wenig sein, wenn die HSG Hüllhorst (gegen Bergkamen) und die HSG Porta Westfalica gegen Rödinghausen) an diesem Wochenende ihre Heimspiele gewinnen. »Man muss die Dinge realistisch betrachten. Dass wir Hüllhorst noch einholen, halte ich für utopisch«, geht TVV-Trainer Hubertus Neuhaus fest davon aus, dass die HSG spätestens im letzten Heimspiel gegen ersatzgeschwächte Nettelstedter den noch fehlenden Sieg einfahren wird. »Bei Porta bin ich mir da nicht so sicher. Gut möglich, dass sie keinen Punkt mehr holen«, hat Neuhaus den noch drei Zähler besser notierten Tabellenzwölften als Hauptgegner ausgemacht. Zumal die Verler im Gegensatz zu Hüllhorst den direkten Vergleich mit Porta Westfalica zu ihren Gunsten entschieden haben.

Ob die Rechnung aufgeht, ist allerdings ungewiss. Zumal Oberaden den Verlern die Punkte nicht freiwillig überlassen wird, da der SuS bei einem Harsewinkeler Ausrutscher selbst noch aufsteigen kann. Neuhaus hofft indes auf den »LIT-Effekt«, beim damaligen Tabellenführer holte sein mit dem letzten Aufgebot angetretenes Team Mitte März ein Remis. »Die Leistungsfähigkeit meiner Mannschaft gleicht einer Wundertüte. Wir sind so inkonstant, dass wir nach dem Desasterspiel in Hüllhorst jetzt auch wieder ein gutes Spiel machen können«, so der TVV-Coach. Neben den langzeitverletzten Frederic Trapphoff, Thomas Fröbel und Niklas Ottofrickenstein ist auch für Tim Reithage (Muskelfaserriss im Oberschenkel) die Saison beendet.

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