Der Bart ist ab: TSG Harsewinkel kassiert verdiente 26:34-Heimpleite Mühlbrandt hatte es geahnt

Harsewinkel (WB). Der Besuch im Bad dürfte für Manuel Mühlbrandt am Sonntagmorgen etwas länger gedauert haben. Der Bart des Trainers der TSG Harsewinkel hatte seit der letzten Niederlage im Oktober 2017 ein stattliches Volumen erreicht, denn seitdem hatte sich »Mühle« nicht mehr rasiert. Nach der derben 26:34 (13:14)-Heimklatsche seines Handball-Verbandsligisten gegen die HSG Altenbeken/Buke musste der Gesichtsschmuck allerdings dran glauben.

Von Dirk Heidemann
Doppelt ärgerlich: Routinier Moritz Schneider verliert am Samstagabend mit der TSG Harsewinkel nicht nur gegen die HSG Altenbeken/Buke, sondern in der Handball-Verbandsliga auch Aufstiegsplatz zwei an den SuS Oberaden.
Doppelt ärgerlich: Routinier Moritz Schneider verliert am Samstagabend mit der TSG Harsewinkel nicht nur gegen die HSG Altenbeken/Buke, sondern in der Handball-Verbandsliga auch Aufstiegsplatz zwei an den SuS Oberaden. Foto: Markus Nieländer

Ganz so überraschend kam die Rasur für Mühlbrandt indes nicht. »Das wird heute nichts«, hatte er bereits vor dem Anwurf gesagt, sein Pessimismus hatte sich im Laufe der alles andere als optimal verlaufenen Trainingswoche entwickelt. Und als am Samstag kurzfristig auch noch Reneé Hilla (steifer Nacken) sowie Florian Öttking (Verletzung am Handgelenk) ausfielen, sollte sich Mühlbrandts düstere Vorahnung bewahrheiten. Gegen die zuvor in dieser Saison erst zweimal siegreiche HSG war der auf Tabellenrang drei abgerutschte Gastgeber im Prinzip chancenlos. »Ich hätte mich gerne getäuscht, aber mein Gefühl war von Anfang an schlecht. Der Blick auf die Tabelle war mega-trügerisch«, so der TSG-Trainer.

Sein Team fand am Samstagabend vor stattlicher Kulisse schwer in die Partie und lag nach 15 Minuten mit 5:8 hinten. Torhüter Johnny Dähne war überhaupt nicht bei der Sache und in Gedanken bei seiner hochschwangeren Freundin – der für den 11. Januar angekündigte Nachwuchs ließ zu diesem Zeitpunkt auf sich warten. Dähne verließ seinen Kasten, mit Alexander Kaup, der Umstellung auf eine 6:0-Abwehr sowie einer Steigerung im Angriff schien die Partie zu kippen. Die TSG erzwang gegen die nun zudem auch etwas undisziplinierten Gäste binnen drei Minuten vier Zeitstrafen, beim 8:8 (19.) war der Ausgleich geschafft. Der Ex-Verler Malte Werning schied bereits nach 25 Minuten mit seiner dritten Zeitstrafe aus, Sven Bröskamp besorgte beim 13:12 (28.) die erste Harsewinkeler Führung. Es sollte die einzige der Partie bleiben.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs hatte sich Altenbeken wieder gefangen und zog über 14:17 (33.) auf 16:21 (39.) davon. Beim 20:25 (45.) nahm Manuel Mühlbrandt eine Auszeit, doch sein Team glaubte längst nicht mehr ans sich. »Sven Bröskamp und Jonas Kalter haben geackert, aber der Substanzverlust war zu groß. Im Rückraum waren wir einfach zu schwach besetzt«, sagte Manuel Mühlbrandt. In der Schlussphase wurde offen gedeckt, um bei den Gästen Ballverluste zu provozieren. Doch davon ließ sich die abgezockte HSG nicht beeindrucken und schenkte der bislang besten Abwehr der Liga 34 Tore ein. Beim Barte des Propheten!

TSG Harsewinkel: Dähne/Kaup (ab 17.) - Honerkamp (1), S. Bröskamp (10), Schneider (4), Kalter (7/6), St. Claire, Brown (1), P. Pelkmann (2), Schüpping (1).

HSG: Stennes/Harst - Schröder (1), Gösmann (6), Werning (2), Schadomsky (4), Schäfers (4), Fornefeld (3), Grebe (5), Wiemann (6/3), Hennemann (2), Schnelle (1).

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