Fußballkreis setzt Februar-Spiele ab. Baumann hofft auf Re-Start nach Ostern. So planen die Verbände
Kein Druck, aber Zeitfenster wird kleiner

Altkreis (WB). -

Der Spielbetrieb ist vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) vorerst bis zum 31. Januar ausgesetzt. Die Politik und - und allein der reine Menschenverstand - geben eine deutliche längere Pause vor. In der kommenden Woche tagen das Präsidium des FLVW und die Kreisvorsitzenden und werden die Unterbrechung der Saison den politischen Entscheidungen anpassen. Unabhängig davon hat der Fußballkreis Bielefeld bereits alle für Februar angesetzten Partien abgesagt

Freitag, 22.01.2021, 12:22 Uhr
Noch ist es möglich, dass die Fußballer in dieser Saison auf den Rasen zurückkehren und die Saison gewertet wird.

„Wenn Vereine Spiele mit Schiedsrichter-Ansetzungen sehen, könnte das zu Verunsicherungen führen und vielleicht falsche Erwartungen wecken“, sagt Markus Baumann. Der Vorsitzende des Fußballkreises Bielefeld hat die Hoffnung, dass vielleicht nach Ostern wieder um Punkte gespielt werden kann. „Dann könnten wir auch ohne Wochentagsspiele das Mindestziel erreichen, bis zum 30. Juni 50 Prozent der Partien auszutragen und auch die Pokalrunde zu Ende bringen.“ Begegnungen unter der Woche hält Baumann für praxisfremd. Er erinnert zum Beispiel an den Kunstrasen am Cronsbach. Dort treten Spvg. Steinhagen mit zwei Männerteams und einer Damen-Mannschaft sowie FC Türk Sport Steinhagen mit zwei Männerteams an: „Würde dort unter der Woche gespielt werden, müssten viele Trainingseinheiten, auch der Jugend, abgesagt werden.“

Im Vergleich zu anderen Landesverbänden spürt man in Westfalen keinen allzu großen Druck, auch wenn jede Verlängerung des Verbots von Amateurfußball das Zeitfenster in Richtung Saisonende ein kleines Stückchen weiter schließt. Grund dafür ist (wie mehrfach berichtet) ein Passus, der vor der Saison verankert wurde. Dieser ermöglicht es dem Verband die Saison 2020/21 zu werten, sobald mindestens 50 Prozent aller Begegnungen ausgetragen wurden. Und selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, würde es zu keinen Komplikationen wie in der Vorsaison kommen. Denn dann würde die Runde schlicht und einfach annulliert werden.

Einen vorzeitigen Abbruch samt Annullierung zum jetzigen Zeitpunkt zu diskutieren, ist deshalb nicht zielführend. Solange die Chance besteht, wieder zu spielen und 50 Prozent der Partien auszutragen, wird der Verband die Saison allein aus juristischen Gründen nicht beenden. Das hat Manfred Schnieders, FLVW-Vizepräsident Amateurfußball, kürzlich noch einmal unterstrichen.

Wie die Situation in anderen Landesverbänden aussieht, das hat das Fachmagazin Kicker zusammen gefasst.

Baden: Zwei Spielmodi werden diskutiert. Variante A sieht nach der abgeschlossenen Vorrunde noch eine Ab- und Aufstiegsrunde vor. Variante B soll umgesetzt werden, wenn die Zeit für eine Ab- und Aufstiegsrunde nicht mehr reicht. Dann würde nur die Vorrunde beendet werden und diese gewertet. Zunächst will der Verband nun aber seine Vereine nach deren Meinung befragen, bevor er zu einer endgültigen Entscheidung kommt.

 

Bayern: In Bayern ist man in der vergleichsweise komfortablen Lage, dass man die Saison 2019/20, die in allen anderen Landesverbänden abgebrochen wurde, zu einer Saison 2019/21 ausgedehnt hat. Heißt: Die restlichen Ligaspiele werden aller Voraussicht nach ohne größere Probleme über die Bühne gebracht. Unklar ist nur, ob der neu geschaffene Ligapokal noch gehalten werden kann.

Bremen: Nachdem die Zwangspause von Seiten der Politik schon zweimal verlängert wurde, hat der BFV sich dazu entschieden, in jeder Staffel bis spätestens 30. Juni nur noch die Hinrunde spielen zu lassen. Die Hinrundentabelle ist dann gleichbedeutend mit der Abschlusstabelle.

Brandenburg: Die Winterpause wird bis zum 14. März verlängert. Den Vereinen soll vor einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs eine drei- bis vierwöchige Vorlaufzeit eingeräumt werden. Erst wenn Lockerungen erfolgen und damit der Spielbetrieb konkret geplant werden kann, kann laut FLB festgelegt werden, in welchem Modus die Saison fortgeführt wird

Hamburg: Eines ist klar: Auf- und Abstiegsrunden wird es nicht geben. Ebenfalls ließ der HFV verlauten, dass in den einzelnen Ligen maximal die Hinrunde zu Ende gebracht werden könne. Nun steht der 13. Februar als Deadline im Raum: Sollte bis dahin kein Trainingsbetrieb möglich sein, wird die Saison abgebrochen.

Hessen: Bis zum 13. Juni müssen sämtliche Ligaspiele gespielt sein. Zumindest die Hinrunde soll absolviert und dann die Tabelle als Abschlusstabelle herangezogen werden. Etwaigen Auf- und Abstiegsrunden hat der HFV indes eine Absage erteilt.

Mittelrhein: Da in der Frage, wann es wieder losgeht, der Ball bei der Politik liegt, will sich der FVM aktuell nicht groß aus der Deckung wagen. Die Spielleiter der einzelnen Staffeln haben aber Handlungsspielraum: Sofern der bisherige Austragungsmodus mit Hin- und Rückspiel nicht zu einem regulären Saisonende führt, ist es ihnen möglich, diesen ohne Zustimmung der Vereine zu ändern.

Niedersachsen: Ende Oktober, als bekannt wurde, dass Amateurfußball ab dem 1. November verboten sein wird, sagte Verbandspräsident Günter Distelrath noch: „Wenn es bei den vier Wochen bleibt und uns anschließend nicht das Wetter einen Streich spielt, können wir im Spielplan bleiben.“ Schließlich habe sein Verband frühzeitig die Weichen gestellt und vor der Saison einzelne Spielklassen in kleinere Staffeln unterteilt. Nun blieb es bekanntlich nicht bei den vier Wochen Spielpause, dennoch hat der NFV immer noch mehr Luft als die meisten anderen Verbände.

Rheinland: Mitte November hat der FVR fünf Möglichkeiten entworfen, wie die Saison durchgezogen werden könnte. Die Optimallösung, dass Hin- und Rückrunde im Kalender noch untergebracht werden können, hat sich aber erledigt, da dafür ein Wiederbeginn im Januar erforderlich wäre.

Saarland: Die überwiegende Anzahl der Vereine hat sich in einer Befragung für den Abschluss der Vorrunde mit Relegation ausgesprochen. Sollte die Vorrunde nicht bis 30. Juni abgeschlossen werden können, dann wird die komplette Saison annulliert.

Sachsen-Anhalt: Da den kompletten Januar weder Training noch Spiele erlaubt waren, hat der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) entschieden, den Spielbetrieb bis Ende Februar auszusetzen.

Sachsen: „Mit den beschlossenen Änderungen der Spielordnung vor Saisonbeginn haben wir Handlungsspielräume geschaffen“, so Volkmar Beier, Vorsitzender des Spielausschusses. Je nach Altersklasse und Staffelstärke könnten individuelle Lösungen entwickelt werden. Der Spielbetrieb ist vorerst bis zum 28. Februar ausgesetzt.

Schleswig-Holstein: Alternativmodelle sind erarbeitet worden. Konkreter wird der Verband nicht, muss sich spätestens äußern, wenn von Seiten der Politik grünes Licht für die Wiederaufnahme kommen sollte.

Südbaden: Am 4. Dezember fasste der SBFV den Beschluss, dass nur bei Staffeln mit 14 oder weniger Teams daran festgehalten wird, die Saison mit Hin- und Rückrunde durchzuziehen. Alle anderen Spielklassen sollen auf einen alternativen Spielmodus umgestellt werden. Bei dieser Variante werden die betreffenden Staffeln nach Abschluss der Vorrunde in der Hälfte geteilt. Die Mannschaften der jeweiligen Hälfte spielen im Modus „Jeder-gegen-Jeden“ einfach gegeneinander. Punkte und Tore sollen aus der Vorrunde mitgenommen werden, was im Klartext Auf- und Abstiegsrunden bedeutet.

Mecklenburg-Vorpommern: Den Vereinen soll mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit eingeräumt werden. Somit wäre der aktuell frühestmögliche Termin für Pflichtspiele das Wochenende vom 13./14. März 2021. Für die sechs angeschlossenen Kreisverbände bleibt die Option erhalten, den Spielbetrieb mit einer verkürzten Ankündigungsfrist von zwei Wochen wieder aufzunehmen.

Südwest: Als einen möglichen Startzeitpunkt nannte der Verband - sofern es staatliche Verfügungen zulassen - das letzte Februar-Wochenende. Dann sei die Durchführung der geplanten Saison bis zum 30. Juni möglich. Weil den Vereinen vor dem Re-Start eine vierwöchige Vorbereitungsphase ermöglicht werden soll, ist dieser Plan nach den jüngsten Beschlüssen der Politik hinfällig.

Württemberg:Nach vielen Videokonferenzen mit den Vertretern aus Bezirken und Vereinen ist nun klar, dass es wohl nur eine Hinrunde geben kann, und es danach mit Auf- und Abstiegsrunden weitergehen soll. Doch der Termindruck steigt. Aufgrund feststehender Relegationstermine kann die Saison auch nicht über den 20. Juni hinaus verlängert werden.

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Bewusst eine Eskalation vermeiden
Besetzer im Wald am Steinhausener Weg sitzen in den Baumkronen auf Paletten. Einige Bäume sollten bis zum 28. Februar (danach gilt ein allgemeines Fällverbot) für die Laibach-Verlegung entfernt werden. Die Firma Storck verzichtet jetzt bewusst auf eine zeitnahe Räumung, um eine Eskalation zu vermeiden.
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