Handball: Frank Spannuth soll Frauen-Verbandsligist TG Hörste weiterentwickeln
Geballte Kompetenz für ein besonderes Team

Halle-Hörste (WB). „Eigentlich hatte ich mit dem Handball schon vor sechs Jahren abgeschlossen“ sagt Frank Spannuth. Dennoch hat er sich überzeugen lassen, beim Frauenhandball-Verbandsligisten TG Hörste sein Comeback auf der Trainerbank zu feiern.

Freitag, 10.07.2020, 23:25 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 23:30 Uhr
Wollen mit TG Hörstes Frauen die Erfolgsgeschichte fortsetzen – von links: Sonja Schäper, Stefan Wöstmann, Lisa Kaiser, Frank Spannuth und Michael Kerschkowski. Foto: Sascha Churt

„Die TG ist einer von den Vereinen, die familiär geführt sind. Da gibt es keine Legionäre und alles ist gewachsen. So auch diese Mannschaft, bei der Dustin Lohde eine ungewöhnlich gute Basis geschaffen hat“, lobt Spannuth den Klub im allgemeinen und speziell seinen Vorgänger, der mit dem jungen Team zum Abschied die Landesliga-Meisterschaft gefeiert hat. Auch die Hörster Vorstellung vom Handball war ein Grund, die Handball-Rente noch einmal zu verschieben. „Mit einer offensiven Deckung Tempo machen – und die 15 Minuten, in denen der Gegner mürbe ist, konsequent ausnutzen. In der Landesliga haben sie mit dieser Spielweise jeden Gegner pulverisiert. Ich hätte es schade gefunden, wenn so etwas Tolles auseinandergebrochen wäre.“ Spannuth, der einige der TG-Talente bereits vor vielen Jahren als Leiter der Realschule in einer Handball-AG und bei den Schulmeisterschaften begleitet hat, kommt fast schon ins Schwärmen, wenn er von seinem neuen Team spricht.

Wiedersehen mit Blankert

Für TG Hörstes Vorstand Sport Thomas Wöstmann war klar, dass auch nach dem Abschied von Dustin Lohde ein absoluter Fachmann diese talentierte Mannschaft trainieren muss – ein Top-Coach, der Spielerinnen, die die TG bis in die A-Jugend-Bundesliga gebracht haben, noch weiterentwickelt. Wöstmann hofft, dass die Erfahrung von Spannuth dafür sorgt, dass auch knappe Spiele gewonnen werden. Denn diese sind den erfolgreichen Hörster Mädels weitestgehend fremd. Als zwei geeignete Kandidaten abgesagt hatten, rückte Frank Spannuth in den Fokus. Dieser hatte vor 20 Jahren das letzte Mal mit dem Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe eine Frauenmannschaft trainiert – und nicht damit gerechnet, noch einmal auf die Handballbühne zurückzukehren.

Möglich macht sein Comeback auch der umfangreiche Trainer-Staff, der ihm zur Seite steht: Michael Kerschkowski als Torwart-Trainer, Sonja Schäper als Organisatorin und „Mama für die Mannschaft“ sowie Stefan Wöstmann, der einerseits seine Expertise als Physiotherapeut für die Verletzungsprävention mitbringt, aber vor allem auch Spannuth vertritt, wenn dieser beruflich als Sportdezernent bei der Bezirksregierung Detmold eingebunden ist. „Ich habe als Trainer immer im Team gearbeitet, zuletzt mit Dirk Blankert bei den Männern der Spvg. Steinhagen“, freut sich Spannuth auf die Zusammenarbeit – und auf das Wiedersehen mit Dirk Blankert, der in der kommenden Saison die Frauen des Ligarivalen Spvg. Steinhagen trainiert.

Urgestein mit an Bord

Stefan Wöstmann ist ein alter Bekannter auf der Hörster Trainerbank, war für die TG-Frauen bereits von 1996 bis 2002 verantwortlich und sprang immer dann ein, wenn er gebraucht wurde – zum Beispiel als Silke Wältermann oder Peter Dargel als Trainer aufhörten. „Wenn Frank nicht da ist, stehe ich Gewehr bei Fuß, und werde auch sonst häufig beim Training sein. Ich konnte mir sofort vorstellen, zweiter Mann neben Frank zu sein und kann sicherlich auch noch etwas lernen“, sagt Wöstmann. Spannuth geht es vor allem um die individuelle Weiterentwicklung und darum, „kleine Dinge gut und präzise zu machen“.

Keinen Druck erzeugen

Neben Luisa Reckordt, die bereits während der vergangenen Saison nach Wuppertal zog, wird Kreisläuferin Jana Hagemann nicht mehr dabei sein. Sie geht freiwillig in die zweite Mannschaft. Ein großes Fragezeichen steht hinter Torhüterin Marie Hasselfeldt, da sie ein Studium in Süddeutschland beginnt. „Läuft das als Online-Studium, kann sie hier bleiben und spielen. Andernfalls müssen wir uns noch auf die Suche einem zusätzlichen Keeper machen“ sagt Sonja Schäper. Ansonsten sind aber mit Annalena Raudies und Rückkehrerin Lisa Kaiser (zweijähriges Intermezzo als Feldspielerin bei TuS Brockhagen II) noch zwei Torhüterinnen da.

Eine tabellarische Zielsetzung gibt es weder vom Trainer noch vom Verein: „Wir wollen keinen Druck erzeugen“ sagt Thomas Wöstmann. Und Frank Spannuth ergänzt: „Das Leistungsniveau ist jetzt schwer einzuschätzen, denn es ist alles durchgemischt. Letztlich müssen die Mädels selber ihre Ziele formulieren.“ Enttäuscht sind beide von der großen 13er-Staffel: „Die Mehrheit wollte es so, aber bei einer kleinen Staffel wäre die Chance größer gewesen, dass die ganze Saison auch gespielt werden kann.“

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