Tennis: „Übergangssaison“ in Westfalen soll im Juni beginnen
Aufstieg möglich – aber keine Absteiger

Halle. (WB). Auch in diesem Sommer kämpfen die Tennisteams in Westfalen um Meisterschaftspunkte. Die im Juni beginnende Spielzeit wird jedoch eine Übergangssaison mit Sonderbestimmungen sein. Das hat der Verband am Montag mitgeteilt.

Montag, 11.05.2020, 23:26 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 23:30 Uhr
Justin Eleveld führt BW Halles Männerteam an. Die Blau-Weiß wollen in der Westfalenliga und Verbandsliga antreten, wenn auch die Konkurrenz mitspielt. Foto: Sören Voss

In dieser Übergangssaison wird es offizielle Meister und Aufsteiger geben, Absteiger hingegen nicht. Abgemeldete Mannschaften behalten die Ligazugehörigkeit für die Saison 2021. Wertungen für die Leistungsklassen (LK) sowie die DTB-Rangliste kommen uneingeschränkt zum Tragen. Im Zuge der Corona-Krise hatte der WTV den für Anfang Mai vorgesehen Start der Mannschaftswettspielrunde in allen Spielklassen ab Westfalenliga abwärts zunächst ausgesetzt.

Die nun beschlossene Durchführung der Übergangssaison erfolgt auf Basis der bereits eingeteilten Gruppen. Vereine können Mannschaften, die aufgrund der Corona-Problematik nicht am Spielbetrieb teilnehmen wollen, bis zum 20. Mai zurückziehen. Für den Fall müssen lediglich 50 Prozent des Nenngeldes bezahlt werden. Jugend-Mannschaften (Saisonbeginn nach den Sommerferien) sind bei Bedarf bis zum 12. Juni abzumelden (per E-Mail an „post@wtv.de“).

Bei vermehrten Mannschaftsabmeldungen kann der Verband Anpassungen in den Gruppen vornehmen. „Wir halten es in der aktuellen Situation für wichtig, dass Vereine und einzelne Mannschaften je nach ihrer individuellen Situation ohne sportliches Risiko selbst entscheiden können, ob sie am Sommer-Spielbetrieb 2020 teilnehmen wollen oder nicht“, erklärt WTV-Präsident Robert Hampe.

Um die Auslastung der Platzanlagen an Spieltagen mit mehreren Mannschaften zu entzerren, können die Vereine vom vorgegebenen Spielplan abweichen und im beiderseitigen Einverständnis Begegnungen flexibel bis zum 27. September verlegen.

Laut des aktuellen Corona-Fahrplans der Landesregierung sind vom 30. Mai an auch sportliche Wettbewerbe und Sportarten mit unvermeidlichem Körperkontakt wieder erlaubt – was den Weg für umkämpfte Doppel während des Mannschaftsspiels ebnet. Ab wann Ranglisten- und Leistungsklassenturniere wieder ausgetragen werden, soll in Kürze bekannt gegeben werden. Hier bedarf es noch einer gezielten Abstimmung mit dem DTB.

Thorsten Liebich, Teamchef des TC Blau-Weiß Halle, begrüßt die Entscheidung „Pro Spielbetrieb“ und spricht von einer fairen Lösung. Über die Mannschaftsführer werde nun abgefragt, wer antreten möchte. Fest steht bereits, dass Halles mit seinen Männern und Frauen in der Westfalenliga bzw. Verbandsliga starten will: „Bei einem halbwegs vernünftigen Spielplan treten wir an. Etwas anderes wäre es, wenn nur eine Liga mit zwei Teams herauskommen würde.“ Karsten Wolf vom Tennispark Versmold sieht noch einige Unwägbarkeiten, die mit den allgemeinen Corona-Richtlinien zusammenhängen. Wie viele Spieler dürfen eine Umkleidekabine benutzen. Wie ist der Kontaktabstand in Regenpausen geregelt? Wie viele Autos müssen bei der Anreise zu Auswärtsspielen zur Verfügung gestellt werden? „Da sind noch nicht alle Eier gelegt.“ Der WTV behält sich vor, aufgrund von behördlichen Anordnungen, die Auswirkungen auf die Wettspielordnung haben können, diese anzupassen.

Indes sollen auch in Versmold die Mannschaften selbst entscheiden, ob sie spielen wollen. Das gelte grundsätzlich auch für die zweiten Mannschaften der Männer (Verbandsliga) und Frauen (Westfalenliga). „Allerdings müssen hier die Rahmenbedingungen insgesamt stimmig sein“, so Wolf. Während die Zweitliga-Saison der ersten Männermannschaft bereits vom Deutschen Tennis Bund abgesagt worden ist, steht die Entscheidung noch aus, ob in der Regionalliga gespielt wird. In der dritthöchsten deutschen Spielklasse würde das Versmolder Frauenteam als ambitionierter Aufsteiger an den Start gehen.

In ersten Stellungnahmen kündigte Herren-Bundesligist TuS Sennelager bereits an, seine Zweitvertretung „auf jeden Fall“ von der Teilnahme an der Westfalenliga abzumelden. „Es gibt unverändert internationale Reisebeschränkungen, und außerdem wäre das Risiko, die Ausländer hier trainieren und spielen zu lassen und dann in Paderborn womöglich als Coronavirus-Verbreiter dazustehen, zu groß“, sagte TuS-Sportwart Marc Renner.

Ob die TuS-Damen in der Verbandsliga starten werden, entscheidet sich Mitte der Woche. Offen ist auch das Antreten der Verbandsliga-Damen des TC Rot-Weiß Salzkotten. Falls es dazu kommt, dann nur ohne Ausländerinnen, dafür mit jungen Talenten aus den eigenen Reihen und bei Abmeldung der 2. RW-Damen-Mannschaft, wie Mannschaftsführerin Ellena Volmer auf Anfrage erklärt.

Termine

Alle korrigierten Spieltermine gibt der Verband bis Ende Mai auf dem Portal „nuLiga“ (https://wtv.liga.nu) bekannt. Dabei soll folgender Fahrplan maßgebend werden.

Westfalenliga/Verbandsliga

Damen/Herren (Sonntag): 14.6, 21.6., 28.6., 16.8., 23.8., 30.8., 6.9.

Senioren (Samstag): 13.6., 20.6., 27.6, 15.8., 22.8., 29.8., 5.9.

Senioren (Mittwoch ab 65): 10.6., 17.6., 24.6., 19.8., 26.8., 2.9., 9.9.

Bezirksebene/Kreisebene

Damen/Herren: 11.6., 14.6., 21.6, 28.6., 16.8., 23.8., 30.8.Senioren (Samstag/Sonntag): 13./14.6, 20./21.6., 27./28.6., 15./16.8., 22./23.8., 29./30.8., 5./6.9.Senioren (Mittwoch ab 65): 10.6., 17.6., 24.6., 12.8., 19.8., 26.8., 2. September. Die Kreismeisterschaften finden ebenso wie die Westfalenmeisterschaften nicht statt. Ob und wann die Bezirksmeisterschaften ausgetragen werden, das steht noch nicht fest.

 

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