Tennis: Die Männer-Mannschaft des TC Blau-Weiß Halle ist in der Winterrunde seit vier Jahren unbesiegt.
Der XXL-Meister

Halle (WB). Es ist viel passiert in der jüngeren Vergangenheit. Statt um die Deutsche Meisterschaft kämpfen die Tennis-Spieler des TC Blau-Weiß Halle in der zweiten Saison nach dem Bundesliga-Rückzug des Profiteams ab Mai nun um Punkte in der Westfalenliga. In der Winterrunde allerdings bleibt alles beim Alten. Die beste Mannschaft der Region kommt aus der Lindenstadt. Am Samstag wollen Halles Männer im Auswärtsspiel gegen den Bielefelder TTC die letzten nur noch theoretischen Zweifel an der Westfalenmeisterschaft beseitigen und den vierten Titel in Folge feiern.

Mittwoch, 05.02.2020, 23:44 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 23:50 Uhr
Für die meisten Gegner ist der TC Blau-Weiß Halle mit seinen Dauerbrennern Christopher Koderisch und Lennart Zynga in der Winterrunde eine Nummer zu groß. Am Samstag will der Westfalenliga-Spitzenreiter seinen vierten Titel in Folge feiern. Foto: Stephan Arend
Zwei Neuzugänge

Christopher Koderisch und Lennart Zynga blicken auch zuversichtlich auf die bevorstehende Sommer-Saison. Nach dem Abstieg im Vorjahr tritt Halle in der Westfalenliga an. „Wir sind besser besetzt als zuletzt in der Regionalliga“, sind sich beide einig. Als Neuzugänge stehen der ehemalige College-Spieler Jens Vorkefeld und der junge Holländer Amadatus Admiraal fest. Da die Stammspieler bleiben, sollte t der Haller Kader in der Breite besser aufgestellt sein als 2019. Auch Jörg Dausendschön von der DaLi Sports Management GbR blickt optimistisch in die Zukunft: „Sponsoren sind uns auch nach dem Regionalliga-Abstieg treu geblieben, und einige kommen hinzu. Natürlich müssen wir uns stabilisieren und können nicht sagen, dass wir in drei Jahren in der Bundesliga antreten werden. Aber unser Ziel ist es, auf Dauer wieder höher zu spielen.“

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Im Sommer spielt der Gegner wie auch Tennispark Versmold in einer höheren Klasse. Doch während die beiden Nachbarn in der Westfalenliga-Winterrunde um den Klassenerhalt zittern müssen, eilen die Blau-Weißen in der höchsten Spielkasse weiter von Sieg zu Sieg. In dieser Saison haben sie alle Partien mit 6:0 oder 5:1 dominiert. Und auch in den Jahren davor sind sie ungeschlagen geblieben. „Die letzte Niederlage war eigentlich gar keine richtige. Wir haben im Finale in Versmold 3:3 gespielt, dabei einen Satz weniger gewonnen“, erinnert sich Mannschaftsführer Christopher Koderisch an den 16. Januar 2016. In den folgenden vier Spielzeiten hat seine Mannschaft in der Hallenrunde Stand heute 19 Mal gewonnen und drei Mal unentschieden gespielt. Dass Halle auch in dieser Winter-Saison dominiert, habe so manchen Gegner überrascht. Koderisch: „Viele haben gedacht, dass wir nicht mehr so starke Spieler aufbieten können.“

„Da laufe ich nicht weg“

Doch obwohl sich im vergangenen Sommer die Gerry Weber Management & Event GmbH & Co. OHG komplett aus der Kooperation mit dem Verein zurückgezogen hat, wird in Halle weiterhin Leistungssport angeboten. Für die Vermarktung und die Spielerverträge ist nun die DaLi Sports Management GbR von Teamchef Thorsten Liebich und Jörg Dausendschön zuständig. Die bevorstehende Titelverteidigung bezeichnet Spitzenspieler Lennart Zynga als ein perfektes Statement: „Dieser Erfolg ist nicht nur für uns Spieler wichtig. Es zeigt auch den Sponsoren, dass TC Blau-Weiß Halle sportlich noch immer viel zu bieten hat.“ Ein wichtiges Signal waren zudem die Vertragsverlängerungen der drei langjährigen Leistungsträger Lennart Zynga, Christopher Koderisch und Justin Eleveld, die den Blau-Weißen trotz des Regionalliga-Abstiegs in der Sommer-Saison 2019 die Treue halten. „Der Verein hat mir die Möglichkeit gegeben, in der Bundesliga zu spielen und Deutscher Meister zu werden. Da laufe ich nicht weg, wenn es schwierig wird. Mein Traum ist es, dabei zu helfen, Blau-Weiß Halle eines Tages wieder da hinzubekommen, wo der Verein hingehört, nämlich in die Bundesliga – auch wenn ich dann vermutlich nicht mehr spiele“, sagt Zynga.

Das alles ist Zukunftsmusik. Aktuell soll Samstag die vierte Hallen-Westfalenmeisterschaft gefeiert werden. Dass die Blau-Weißen in der Winterrunde seit vier Jahren ungeschlagen sind, hat nach Meinung von Lennart Zynga viele Gründe. So tritt Halle anders als die Konkurrenz durchgehend in starker Besetzung an: „Toto und ich sind immer dabei, und meist noch ein weiterer Topspieler. Wir haben auch im Winter zusammen Mannschaftstraining und einfach Bock auf die Matches.“ Neben der Doppelstärke, die in einigen Partien nach 1:3-Rückstand noch ein Remis sicherte, spielt auch der schnelle Untergrund (vor allem im Sportpark Halle) den XXL-Meistern in die Karten. Zynga: „Totos Slice ist gefürchtet. Und wegen des Tempos tritt auch gegen mich wahrscheinlich niemand gerne an.“ So können sich auch die persönlichen Hallen-Bilanzen der beiden Dauerbrenner sehen lassen. Lennart Zynga hat nach der Final-Niederlage in Versmold im Januar 2016 ein einziges (bedeutungsloses) Einzel verloren. Christopher Koderisch musste sich in den vergangenen vier Jahren nur drei Mal geschlagen geben.

Dass Halle am Samstag den Titel perfekt macht, daran hat auch Toto bei allem Respekt vor dem Gegner keine Zweifel: „Zumal es völlig egal ist, wie wir spielen, wenn Versmold gegen den Tabellenzweiten Wanne-Eickel nur zwei Partien gewinnt.“ Für Lennart Zynga ist die Partie beim BTTC wie gemalt, um erneut Meister zu werden: „Es ist ein Samstag-Abend und wir sind in Bielefeld. Da muss man vorher gar nichts planen.“

 

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