Volleyball: SC Halles neue Trainerin Nicole Abelshausen will das Männerteam in der Oberliga etablieren
»Auch wir haben einiges zu bieten«

Halle (WB). Mit neuer Trainerin starten die Volleyballer des SC Halle am 21. September ins Abenteuer Oberliga. Nicole Abelshausen kommt vom Regionalliga-Absteiger VBC Paderborn und verfügt über höherklassige Erfahrung. Im WB-Gespräch schildert sie ihre ersten Eindrücke vom neuen Team: »Die Mannschaft harmoniert und kann mit Teamgeist so manchen Fehler wettmachen.«

Mittwoch, 04.09.2019, 23:28 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 23:40 Uhr
Nicole Abelshausen gibt nun beim SC Halle taktische Anweisungen. Die neue Trainerin möchte den Aufsteiger in der Oberliga etablieren.

 

Tippen Sie mal: Was haben Ihre Spieler Philip Rosenthal und Max Köhne vor zehn Jahren sportlich gemacht?

Nicole Abelshausen: Ich denke, sie waren damals gute Leichtathleten.

Beide stehen für die Haller Erfolgsgeschichte, haben vor zehn Jahren mit dem SC in der Volleyball-Kreisliga angefangen. Nun beginnt mit der Oberliga ein neues Kapitel. Welche Rolle möchten Sie darin spielen?

Abelshausen: Ich wünsche mir, dass wir uns in der Oberliga etablieren. Dass wir von der intensiven Vorbereitung profitieren und als Überraschungsmannschaft einen guten Saisonstart hinlegen. Vielleicht profitieren wir ja auch davon, dass einige Gegner uns als Aufsteiger nicht richtig ernst nehmen. So etwas ist Kopfsache. Man fühlt sich als etabliertes Team schon vor dem ersten Aufschlag als der Stärkere. Andersherum: Wir sind zwar Neuling, wollen aber von Anfang an zeigen, dass auch wir einiges zu bieten haben.

Wie kam der Wechsel von VBC Paderborn zum SC zustande?

Zur Person

Nicole Abelshausen (41) ist als Spielerin des Detmolder TV zu Einsätzen in der 2. Bundesliga gekommen. Ihr erstes Traineramt übernahm sie in ihrem Stammverein TV 09 Pivitsheide. 2012 wechselte sie als Coach zum Gütersloher TV. Zuletzt trainierte Abelshausen den Männer-Regionalligisten VBC Paderborn. Beruflich kümmert sich die gelernte Industrie-Kauffrau bei einem mittelständischen Unternehmen um die Einkaufsleitung und Produktionsplanung.

...

Abelshausen: Über Umwege. Ich hatte beim VBC Paderborn aufgehört und war gar nicht auf der Suche nach einer Mannschaft. Ich habe Henning Herrendörfer zum Haller Aufstieg gratuliert, und da sind wir ins Gespräch gekommen. Dabei ging es zunächst um das Haller Damenteam. Ich wäre zwar bereit gewesen, den Trainerstab ab und an zu unterstützen, konnte mir aber nicht vorstellen, eine Damen-Landesliga-Mannschaft als Headcoach zu übernehmen. Wir haben uns nach vielen Gesprächen zunächst darauf verständigt, dass ich sowohl bei den Damen als auch bei den Herren unterstützend tätig bin. Daraus hat sich immer mehr entwickelt. Die Idee war dann, dass Bori Rzeha und ich beide Mannschaften zusammen trainieren.

Wie sieht die genaue Aufgabenteilung aus?

Abelshausen: Bori sieht sich eher bei den Damen und mich bei den Herren. Wir trainieren gemeinsam beide Teams, aber sein Fokus liegt bei den Damen und meiner bei den Herren. So arbeiten wir bei beiden Mannschaften als Trainer und Co-Trainer zusammen.

Besteht die Gefahr, dass einige Spieler nun in der Oberliga an ihre Grenzen stoßen?

Abelshausen: Zunächst einmal haben alle Spieler unheimlich viel Ehrgeiz und Lust darauf, etwas Neues zu lernen. Sicherlich stoßen einige jetzt so langsam an ihre Grenzen. Aber auch sie haben noch Reserven und sind in der Lage, dem Team zu helfen. Es geht ja nicht darum, dass jeder Einzelne grandios in der Oberliga auftrumpft. Diese Mannschaft harmoniert und kann mit Teamgeist so manchen Fehler wettmachen.

Wie muss sich die Mannschaft entwickeln, um sich langfristig in der Oberliga zu etablieren?

Abelshausen: Die Oberliga ist bei einigen Spielern deutlich das Limit. Um in dieser Spielklasse zu bestehen, muss das Team weiter wachsen. Wenn ältere Spieler aufhören, müssen jüngere nachrücken. Es muss einen Aufbau von unten geben. Doch in der Jugend ist Halle im Moment noch nicht so gut aufgestellt. Zusätzliches Leistungspotenzial kann aktuell nur durch externe Neuzugänge abgerufen werden.

Gibt es schon in dieser Saison externe Neuverpflichtungen?

Abelshausen: Daniel Böske von Telekom Post SV Bielefeld ist bei uns für die Positionen Annahme Außen und Libero vorgesehen. Daniel ist ein jüngerer Spieler mit viel Potenzial.

Ihr Ex-Verein VBC Paderborn ist aus der Regionalliga abgestiegen und einer der Haller Gegner. Kann der SC da mithalten?

Abelshausen: Paderborn hat einige Abgänge zu verzeichnen und sich mit Spielern aus der Verbandsliga neu aufgestellt. Halle kann sich in dieser Saison mit Paderborn durchaus messen. Und dann gibt es Teams wie Mitaufsteiger Augustdorf, gegen die sich der SC schon in der Verbandsliga behauptet hat und sich nun auch in der Oberliga durchsetzen sollte.

In anderen Sportarten ist es die große Ausnahme, dass eine Frau eine Männer-Mannschaft trainiert...

Abelshausen: Wenn man seine Ideen gut vermitteln kann, ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau Trainer ist und die Anweisungen gibt. Egal in welcher Konstellation: Es muss einfach harmonieren. Und da habe ich in Halle ein gutes Gefühl.

Dreht sich bei Ihnen auch privat alles um Volleyball? Sind Sie auch von anderen Sportarten begeistert?

Abelshausen: Volleyball ist privat ein Thema, aber nicht das Hauptthema. Meine Freizeit verbringe ich nicht unbedingt mit Volleyball. Ich möchte beruflich noch vorwärtskommen und genug Zeit für Familie, Freund und Freunde haben. Mein Freund hat zum Beispiel überhaupt nichts mit Volleyball am Hut. Sportlich bin ich vielseitig interessiert, zumindest wenn ein Ball im Spiel ist. Und bei einer WM oder EM kann ich auch richtig fußballbegeistert sein.

 

 

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