Relegation: Landesligist SC Halle verliert Volleyball-Krimi vor beeindruckender Kulisse Emotionale Achterbahnfahrt mit Tränen

Halle  (WB/star). Wie eng Sieg und Niederlage, Freude und Trauer im Sport beieinander liegen, diese schmerzliche Erfahrung haben nun die Landesliga-Volleyballerinnen des SC Halle gemacht.

Gejubelt, gezittert, geweint. Die Volleyballerinnen des SC Halle durchlebten beim 2:3 im Relegationsspiel gegen SV Blau-Weiß Sande II ein Wechselbad der Gefühle.
Gejubelt, gezittert, geweint. Die Volleyballerinnen des SC Halle durchlebten beim 2:3 im Relegationsspiel gegen SV Blau-Weiß Sande II ein Wechselbad der Gefühle. Foto: Stephan Arend

Die bittere 2:3-Heimniederlage (27:25 /29:27/13:25/22:25/13:15) gegen SV Blau-Weiß Sande II in der Verbandsliga-Relegationsrunde war am Freitag-Abend nahezu gleichbedeutend mit dem Aus im Aufstiegsrennen. Da das gefrustete Team dann die zweite Partie unnötig gegen TSC Münster-Gievenbeck II mit 1:3 (17:25/25:18/17:25/ 22:25) verlor, beendete der SC die Runde hinter Aufsteiger Sande II und Münster-Gievenbeck II als Letzter.

Die Partie am Freitag wird niemand so schnell vergessen. »So eine Stimmung hat in Halle noch keiner von uns erlebt«, blickt Zuspielerin Anna Rzeha auf eine Volleyball-Party zurück, die mit einem »Kater« endete. 120 Zuschauer, mit Trommel und Rasseln ausgestattet, ließen die Wände der Sporthalle Ravensberg wackeln. »Wir konnten uns auf dem Feld kaum verständigen, mussten uns anschreien«, beschreibt Rzeha die Szenerie einer sportlichen wie emotionalen Achterbahnfahrt. Jubelsprünge auf der Tribüne und dem Feld nach den hauchdünn gewonnenen ersten beiden Sätzen.

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So eine Stimmung hat in Halle noch keiner von uns erlebt. Wir konnten uns auf dem Feld kaum verständigen, mussten uns anschreien.

Zuspielerin Anna Rzeha

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Entsetzen, Frust und Traurigkeit nach dem fünften Durchgang, den Halle nach 10:7-Führung noch aus der Hand gab. Auch Tränen flossen, als sich das Team mit einem Banner (»Danke für eure Unterstützung«) beim Publikum bedankte. »Meine Mädels haben geackert ohne Ende und die Zuschauer für ihr Kommen belohnt. Sande hat einfach ab dem dritten Satz abgezockter gespielt«, sagte Trainerin Maria Wiedenlübbert. Nach einem Tag Regeneration ging es dann am Sonntag nach Münster. Gegen den heimischen Landesligisten war jedoch die Luft raus, die Niederlage von Freitag noch in den Köpfen. Halle blieb mit Ausnahme des zweiten Satzes weiter hinter den Möglichkeiten zurück.

»Wir hätten die Saison gerne mit einem versöhnlichen Erfolg abgeschlossen«, ärgerte sich Anna Rzeha. In der nun zweiwöchigen Trainingspause muss jeder erst einmal für sich die Enttäuschung verarbeiten. Vielleicht hilft dabei auch die folgende Einschätzung von Rzeha, die daran erinnert, dass der SC als Aufsteiger eine starke Saison gespielt hat. »Unserer Mannschaft tut ein zweites Jahr in der Landesliga sicher gut. Sande hat die Verbandsliga im unteren Drittel abgeschlossen. Gegen noch stärkere Gegner hätten wir wohl richtig Haue bekommen.«

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