Trotz starker Leistung: Am Ende könnte das 17. Saison-Remis für Verl zu wenig sein Schulterzucken nach 0:0 beim BVB

Dortmund (WB). Wer weiß, wofür es gut ist... Die Einordnung des 0:0 bei Borussia Dortmunds U23 fällt den Spielern und Verantwortlichen des SC Verl am Mittwochabend direkt nach dem Abpfiff zunächst nicht leicht. Zwar hat die Mega-Serie mit zwölf ungeschlagenen Partien in Folge in der Fußball-Regionalliga West weiter Bestand. Doch im Rennen um einen Platz im DFB-Pokal könnte sich das 17. Saison-Remis als Punktverlust erweisen.

Von Christian Bröder
Zlatko Muhovic (links) muss sich mit dem SC Verl nach einer engagierten Leistung am Mittwochabend vor 675 Zuschauern im Stadion Rote Erde bei Borussia Dortmunds U23 mit einem 0:0 begnügen. Es ist das 17. Unentschieden der Saison.
Zlatko Muhovic (links) muss sich mit dem SC Verl nach einer engagierten Leistung am Mittwochabend vor 675 Zuschauern im Stadion Rote Erde bei Borussia Dortmunds U23 mit einem 0:0 begnügen. Es ist das 17. Unentschieden der Saison. Foto: Christian Schulze

»Was das 0:0 hier wert ist, wissen wir doch erst am Saisonende. Aber wir haben noch immer eine Riesenchance und werden in den beiden Endspielen alles raushauen«, blickt Matthias Haeder nach dem Abpfiff im Stadion Rote Erde schon auf das Derby seines Rangachten (47 Punkte) gegen den SC Wiedenbrück (52 Punkte) am Samstag und das letzte Spiel in Rödinghausen (49 Punkte).

"

Es ist doch wie ein Roter Faden, der sich durch die Saison zieht: Wir können unsere augenscheinliche Überlegenheit einfach nicht in Ergebnissen ausdrücken

Guerino Capretti

"

Beim BVB zeigen die Verler um Trainer Guerino Capretti vor 675 Zuschauern insgesamt eine couragierte Leistung, lassen jedoch zu häufig die Zielstrebigkeit vermissen. »Es ist doch wie ein Roter Faden, der sich durch die Saison zieht: Wir können unsere augenscheinliche Überlegenheit einfach nicht in Ergebnissen ausdrücken«, sagt der 36-Jährige, der im Ruhrgebiet ein weiteres Mal auf das zuletzt bewährte Mittel der umfangreichen Rotation setzt. Wie schon zuletzt gegen Borussia Mönchengladbachs U23 (2:0) verändert der Verler Chefcoach seine Startelf auf fünf Positionen.

Startelf erneut auf fünf Positionen verändert

Er bringt mit Patrick Kurzen, Matthias Haeder, Daniel Mikic, Viktor Maier und Julian Stöckner frische Kräfte – was sich in der 1926 errichteten Kampfbahn unterhalb der Ost-Tribüne des Signal-Iduna-Parks zunächst auszahlt. Verl tritt (auch ohne die gesperrten Leistungsträger Julian Schmidt und Bastian Müller) eher auf wie eine Heimelf, agiert mutig, angriffslustig und taktisch höchst diszipliniert wie flexibel.

In einer 4-4-2-Grundformation lässt sich Matthias Haeder im Wechselspiel mit Zlatko Muhovic oft tief fallen und schwört mit seinen Zuspielen immer wieder Gefahr herauf. Viktor Maier profitiert davon, seinen 14-MeterSchuss klärt BVB-Keeper Jan-Pascal Reckert aber im Nachfassen (5.). Zuvor geht ein Schuss von Patrick Choroba rechts knapp vorbei (4.).

Vorne angriffslustig, hinten mit kompromissloser Kette

Die Ostwestfalen bleiben am Drücker: Vorne vergibt Patrick Kurzen (25.), hinten zeigt sich die Kette kompromisslos. Außer einem abgewehrten Kopfball des Ex-Wiedenbrückers Paterson Chato (27.) bringt Borussia im Angriff nicht viel zustande. Die Verler verbuchen dagegen durch Matthias Haeder ihre größte Chance: Er wird im Duell der Spielführer erst durch eine beherzte Grätsche von BVB-Kapitän Patrick Mainka (»Wir wollen noch Dritter werden) acht Meter vorm Tor ausgebremst (37.). Weil auch der Kopfball-Wischer von Cinar Sansar nicht ins Ziel findet (41.), bleibt es zur Pause torlos.

Nach dem Seitenwechsel verlagern sich die Kräfte etwas: Der BVB ist nun besser im Spiel, hat durch Chato erst eine gute Einschussmöglichkeit (52.) und dann durch den Lattenkopfball von Gianluca Rizzo die wohl gefährlichste Chance des Spiels (66.).

Auf der anderen Seite vergibt Joker Gianluca Marzullo eine Hereingabe von U19-Akteur Anton Heinz (76.) und kurz darauf zwei weitere Male (77./79.). Auch Zlatko Muhovic hat noch einmal die Führung auf dem Fuß (82.), aber Verl hat auch Glück, als Balint Bajner in letzter Sekunde beinah noch trifft (90.). Fazit von Coach Capretti: »Man muss das Positive sehen. Mit dem 1:1 im Hinspiel waren wir in beiden Partien auf Augenhöhe.«

Statistik: Borussia Dortmund U23 - SC Verl 0:0

Borussia Dortmund U23: Reckert - Sauerland, Mainka, Pieper, Chato - Ornatelli, Pflücke - Kampetsis (46. Hanke), Pavlidis, Ametov - Rizzo (82. Bajner).

SC Verl: Brüseke - Choroba, Mikic, Stöckner, Sansar - Kurzen, Muhovic, Kurt, Liehr - Haeder (75- Heinz), Maier (71. Marzullo).

Schiedsrichter: Christian Fischer (47), Hemer (Kreis Iserlohn), Klub: SG Hemer.

Gelbe Karten: Sauerland (62.) – Kurt (55.), Kurzen (55.).

Chancen: 7:8 (2:5). Ecken: 8:5 (3:4).

Zuschauer: 675.

Weitere Ergebnisse von Mittwoch

Westfalia Rhynern - Wuppertaler SV 1:3 (0:0), A. Aachen - Viktoria Köln 0:4 (0:4).

Trainerstimmen

Guerino Capretti (SC Verl): »Wir haben mutig gespielt und die eine oder andere Chance kreiiert. In der zweiten Hälfte hatten wir nicht mehr so viel Zugriff. Man hat der Truppe angemerkt, dass sie den Sieg wollte, um sich die Chance auf den DFB-Pokal zu erhalten. Es liegt zwar nicht mehr ganz in unserer Hand, aber wir geben bis zum letzten Spieltag Gas.«

Jan Siewert (BVB): »Wir sind heute gar nicht so ins Spiel gekommen. Wir sind in der siebten Englischen Woche angekommen. Nach Partien gegen Viktoria Köln und Uerdingen fehlte uns heute die Kraft. In der zweiten Halbzeit haben wir zugelegt und hatten auch ein Chancenplus.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.