Marina Hermes trifft zum 3:2 – Fader Beigeschmack durch schwere Verletzung 90.+3! FSV jubelt in Jenas Paradies

Jena (WB). Willkommen auf der Insel der Seligen: Für den FSV Gütersloh endet das Spiel in der 2. Frauenfußball-Bundesliga beim USV Jena II im schmucken Ortsteil Paradies am Sonntag geradezu zu himmlisch. Kapitänin Marina Hermes schockt Jena in der Nachspielzeit nach einer beispiellosen Aufholjagd mit dem 3:2 (90.+3) und schießt die Ostwestfalen zurück auf den Relegationsrang.

Von Christian Bröder
Marina Hermes (Zweite von links) wird am Sonntag von den Gütersloher Mitspielerinnen für ihr 3:2 in der Nachspielzeit beim USV Jena II gefeiert.
Marina Hermes (Zweite von links) wird am Sonntag von den Gütersloher Mitspielerinnen für ihr 3:2 in der Nachspielzeit beim USV Jena II gefeiert. Foto: Henrik Martinschledde

»Das war schon ‘ne Fackel. Ich wusste gar nicht, dass Marina mit links schießen kann. Die Mädels konntest du kaum mehr halten«, freut sich Graskamp. Der 47-Jährige scheint am Freitag auf der Alm genau hingeschaut zu haben: Sein Team liefert zwei Tage später im Ernst-Abbe-Sportfeld genau wie Arminia Bielefeld beim 3:2 (90.+3) gegen Kaiserslautern ein Herzschlagfinale. »Solche Spiele halte ich nicht bis zum Saisonende aus«, atmet »Grassi« durch.

Never change a winning team: »Grassi« bietet dieselbe Startelf auf

Er schickt dieselbe Startelf wie gegen Potsdam (4:1) ins Rennen, die vor 110 Zuschauern durch Melanie Ott mit 1:0 (25.) in Front geht. Jena antwortet prompt: Hannah Keane nutzt die Konteranfälligkeit des FSV und trifft per Drehschuss zum 1:1 (27.). Nach der Pause sorgt Isabelle Knipp gar für Jenas 2:1 (64.). »Doch wir haben gekämpft vom Allerfeinsten. Es ist ein Sieg des Willens«, sagt Graskamp.

Pauline Berning setzt eine Flanke von Noreen Günnewig per mustergültigem Kopfball zum 2:2 (79./erstes Saisontor) in die Maschen. Sekunden vorm Abpfiff belohnt der »Hermes-Express« die Top-Moral mit dem 3:2 (90.+3) – die Spielführerin trifft aus 18 Metern mit links in den Winkel.

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Mit so einer Willensstärke können wir auch Spitzenreiter Gladbach schlagen.

Michael Horstkötter

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Der Gütersloher Jubel kennt keine Grenzen: Zwei Spieltage vor Saisonende gelingt der Sprung auf Rang sieben. »Mit so einer Willensstärke können wir auch Spitzenreiter Gladbach schlagen«, jubelt Geschäftsführer Michael Horstkötter am Steuer des Fanbullis.

Knipp mit Verdacht auf Bruch der Augenhöhle im Krankenhaus

Für einen faden Beigeschmack sorgt die schwere Verletzung von Isabelle Knipp: Die Jeanerin wird nach einem Zusammenprall mit Anna Aehling (75.) mit Verdacht auf Bruch der Augenhöhle im Krankenhaus behandelt.

USV-Trainer Kucharz wettert gegen Gütersloher Reaktion und Desinteresse

»Das Ergebnis ist scheißegal, wir hätten 0:8 verlieren können. Für uns ist Fußball heute Nebensache. Die Reaktionen von Gütersloh und das Desinteresse sind völlig daneben. Glückwunsch für den Sieg, aber moralisch sollten sie ihr Verhalten überdenken«, wettert USV-Coach Christian Kucharz. »Vom Ausmaß dieser Sache haben wir leider nichts mitbekommen«, beteuert indes Markus Graskamp.

FSV Gütersloh: Rolle - Aehling, Lange, Lückel, Schmücker (69. Posdorfer) - Berning, Hermes, Kmiecik (60. Günnewig), Aradini - Wolf, Ott (46. Pollmann).

Schiedsrichterin: Samira Bologna (27), Offenburg

Gelb: Melanie Müller (89.)

Chancen: 5:7 (3:2)

Ecken: 3:7 (2:4)

Tore: 0:1 Melanie Ott (25.), 1:1 Keane (27.), 2:1 Knipp (64.), 2:2 Pauline Berning (78.), 2:3 Marina Hermes (90.+3).

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