FSV Gütersloh enttäuscht und schenkt HSV den ersten Saisonsieg Debakel im Derby

Herford (WB). Zur Blamage wird die 1:4 (0:1)-Niederlage beim Herforder SV für den FSV Gütersloh am Sonntag vor allem deshalb, weil die Gäste einen blamablen Auftritt hinlegen. Die Gastgeberinnen hingegen können ihr Glück kaum fassen, denn ihnen gelingt am letzten Hinrundenspieltag der 2. Frauenfußball-Bundesliga endlich der erste Saisonsieg.

Von Dirk Heidemann
Nina Neumann, die zuvor bereits zweimal getroffen hatte, setzt in der Nachspielzeit mit dem 4:1 den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Derby. Der FSV Gütersloh spielt nicht wie ein Spitzenteam – und der Herforder SV nicht wie ein Schlusslicht.
Nina Neumann, die zuvor bereits zweimal getroffen hatte, setzt in der Nachspielzeit mit dem 4:1 den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Derby. Der FSV Gütersloh spielt nicht wie ein Spitzenteam – und der Herforder SV nicht wie ein Schlusslicht.

Entscheidenden Anteil am Herforder Erfolg haben ausgerechnet zwei Ex-Gütersloherinnen: Nina Neumann erzielte drei Treffer und Torhüterin Alisa Ostwald ist in Eins-gegen-Eins-Situationen nicht zu bezwingen. Bezeichnend, dass sie nur von einer Mitspielern überwunden werden kann – Friederike Schaaf lenkt einen Schuss von Lena Lückel unhaltbar zum zwischenzeitlichen 1:1 (55.) ins eigene Netz.

Entsprechend zufrieden blickt der ehemalige FSV-Trainer Ralf Lietz drein. »Wir haben effektiv gespielt, sehr emotional und mit viel Herz«, sagt der Herforder Coach, der Augenzeuge des 4:3-Heimerfolgs der Gütersloher über Jena war und seine Taktik demnach ausrichtete: »Ich wusste, dass der FSV hoch stehen würde. Denn sie waren hier der Favorit und wollten das auch zeigen.« Damit spielen die Gäste dem auf Konter lauernden HSV voll in die Karten. Immer wieder wird die pfeilschnelle Rechtsaußen Giustina Ronzetti gesucht, die bedingt durch haarsträubende Ballverluste sowie Fehlpässe im Gütersloher Aufbauspiel zahlreiche Offensivszenen hat. Richtig gefährlich wird der FSV in einer ganz schlimmen ersten Halbzeit nur einmal, als Isabelle Wolf nach einer Ecke von Melissa Schulz mit einem Kopfball das Lattenkreuz trifft (12.)

Die Herforder 1:0-Pausenführung (23.) ist hochverdient und hätte höher ausfallen müssen. »Wir haben gar nicht in die Partie gefunden. Spielerisch war das nicht gut, wir waren nicht präsent und haben den Kampf nicht angenommen«, listet FSV-Trainerin Britta Hainke die Mängelliste auf. Immerhin wehrt sich ihre Mannschaft mit Beginn der zweiten Halbzeit. Ein Schulz-Freistoß geht knapp über das Tor (48.), Shpresa Aradini scheitert unmittelbar danach an Ostwald. Als Melanie Ott im Strafraum klar von Helen Baus gefoult wird, bleibt der Pfiff der schwachen Schiedsrichterin Janna Poppen aus – stattdessen gibt es Freistoß für den HSV. »Ich habe in die Sonne geschaut und konnte die Szene nicht sehen«, sagt Lietz mit einem Augenzwinkern. Seine Team beantwortet das zu diesem Zeitpunkt korrekte 1:1 mit einem Doppelschlag zum 3:1 (57./60.).

Ein letztes Mal bäumt sich der FSV auf. Josephine Giards Schuss holt Baus von der Linie (61.) und Marina Hermes muss freistehend das 3:2 (69.) machen. Doch sie spielt noch einmal quer auf die im Abseits stehende Ott. Als Giard mit der letzten Chance an Ostwald scheitert (70.), ist der Widerstand der Gäste gebrochen. in der Nachspielzeit fällt noch das 4:1. Somit hat der FSV in den vergangenen vier Spielen 15 Gegentreffer kassiert – viel zu viele. »Wir müssen ja schon fünf Tore schießen, wenn wir mal ein Spiel gewinnen wollen«, mault ein frustrierter FSV-Anhänger nach dem Abpfiff.

Mit weiterhin 18 Punkten droht der FSV nun sein Hinrundenziel von 20 Zählern zu verpassen, sollte nicht im Nachholspiel gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach eine Überraschung gelingen. Der Spitzenreiter hat übrigens insgesamt erst neun Gegentore hinnehmen müssen.

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