SC Wiedenbrück kann nach Überraschung in Köln Saisonziel nur noch theoretisch verfehlen Der 99,9-Prozent-Klassenerhalt

Köln (WB). Das war es dann wohl: Durch einen 2:1 (1:1)-Überraschungserfolg bei Viktoria Köln hat Fußball-Regionalligist SC Wiedenbrück den Klassenerhalt quasi perfekt gemacht. Das klar bessere Torverhältnis gegenüber der Konkurrenz aus Velbert und der U21 des 1. FC Köln, die wie der SCW noch 44 Punkte erreichen können, lässt fast keine Zweifel mehr zu.

Von Dirk Heidemann
Das Tor, das die Tür zur siebten Regionalliga-Saison für den SC Wiedenbrück öffnet: Tobias Puhl köpft am Samstagnachmittag bei Viktoria Köln zum 2:1-Siegtreffer für die Gäste ein. Die Abwehr der Hausherren steht Spalier und Torhüter Monath patzt.
Das Tor, das die Tür zur siebten Regionalliga-Saison für den SC Wiedenbrück öffnet: Tobias Puhl köpft am Samstagnachmittag bei Viktoria Köln zum 2:1-Siegtreffer für die Gäste ein. Die Abwehr der Hausherren steht Spalier und Torhüter Monath patzt. Foto: Ralf Weber

Der SCW müsste seine restlichen vier Saisonpartien allesamt verlieren und Köln sowie Velbert ihre drei ausstehenden Begegnungen alle deutlich gewinnen – eine utopische Vorstellung. Und so herrschte im Wiedenbrücker Lager bereits am Samstagnachmittag im Sportpark Höhenberg kollektives Aufatmen. »Jetzt haben wir es! Ich bin sehr erleichtert, nun können wir in die Planungen für die kommende Saison gehen«, sagte ein strahlender Burckhard Kramer.

Bevor der 99,9-Prozent-Klassenerhalt am Samstag eingetütet war, musste der SC Wiedenbrück allerdings einige kritische Situationen überstehen. Auch wenn die Kölner, vom enttäuschten Heimpublikum wechselweise als »Thekenmannschaft« oder »Alt-Herren-Fußballer« beschimpft, ihr Potenzial längst nicht ausschöpften, kam die Viktoria einige Male doch äußerst gefährlich vor das Wiedenbrücker Tor. »Wir hatten in der ersten Halbzeit zu viele Ballverluste und sind auch nicht so in die Zweikämpfe gekommen«, sah SCW-Trainer Alfons »Ali« Beckstedde die Kölner bei ihren Gelegenheiten immer wieder durch Wiedenbrücker Fehler begünstigt.

Bednarski macht Treffer Nummer 16 klar

Die bis dahin größte Möglichkeit der Partie vergab allerdings Robin Twyrdy, der nach einem Eckball von Massih Wassey völlig frei zum Schuss kam (24.), aber deutlich über den Kölner Kasten zielte. Zwei Minuten später war es dann Kamil Bednarski, der mit seinem 16. Saisontreffer das 1:0 erzielte.

Die zeitweise recht lustlos agierenden Gastgeber fühlten sich nun an der Ehre gepackt und antworteten prompt. Der Kopfball-Aufsetzer von David Jansen nach einem Freistoß von Mike Wunderlich war für SCW-Schlussmann Marcel Hölscher noch kein Problem (29.), einen Schuss von René Klingenburg (32.) erwischte Hölscher gerade noch mit einer Hand. Dann aber war der Wiedenbrücker Keeper machtlos, Jansen erzielte das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:1. Das frühe 2:1 durch Tobias Puhl (51.) schockte die Viktoria ordentlich, viel kam von den Hausherren nun nicht mehr. Einen Wunderlich-Freistoß lenkte Hölscher über die Latte (54.), den folgenden Eckball setzte Daniel Reiche mit dem Kopf vorbei.

Leidenschaftlich verteidigte der SCW fortan den knappen Vorsprung. In der Nachspielzeit hätte Bednarski auf 3:1 erhöhen müssen, als er am Kölner Keeper Alexander Monath vorbei war, dann aber in Richtung Eckfahne (!) abdrehte.

Neues Ziel: Vor dem SC Verl stehen

»Die Mannschaft hat alles rausgehauen, was sie drin hatte und nach der Pause eine gute Aggressivität gezeigt. Ich bin hoch zufrieden«, sagte Ali Beckstedde, der aus den restlichen vier Spielen noch »möglichst viele Punkte« holen und die Saison mit einer »ordentlichen Platzierung« abschließen will. Das neue Ziel des SC Wiedenbrück sollte die 50-Punkte-Marke sein – um in der Abschlusstabelle vor dem SC Verl zu stehen.

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