Der SC Verl schickt heute in Rödinghausen allerdings auch sein letztes Aufgebot ins Rennen Derbysieg gegen letzte Zweifel

Verl (WB). Das 2:1 beim westfälischen Derby in Ahlen am vergangenen Samstag hat ihn durchatmen lassen. Ließe der SC Verl am Mittwochabend (19.30 Uhr) im ostwestfälischen Derby der Fußball-Regionalliga West beim SV Rödinghausen einen weiteren Erfolg folgen, wäre auch jegliche Rest-Skepsis von Raimund Bertels verflogen.

Von Christian Bröder
Hinspiel-Szene vom 25. August 2015: Der Verler Mittelfeldmann Daniel Mikic (2. von links) stört Sinisa Veselinovic (3.v.r.), Björn Schlottke (links) und Jannik Schröder schauen zu. Dazu wird es heute nicht kommen: Mikic ist einer von acht Ausfällen beim SCV.
Hinspiel-Szene vom 25. August 2015: Der Verler Mittelfeldmann Daniel Mikic (2. von links) stört Sinisa Veselinovic (3.v.r.), Björn Schlottke (links) und Jannik Schröder schauen zu. Dazu wird es heute nicht kommen: Mikic ist einer von acht Ausfällen beim SCV. Foto: Wolfgang Wotke

»Wenn wir gewinnen sollten, dann wären wir durch – da lege ich mich fest. Mit 45 Punkten bleibst du ganz sicher in der Liga«, meint der SCV-Präsident. Zumal mit Rot Weiss Essen und der SSVg Velbert zwei direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt zeitgleich aufeinander treffen. Wäre da nur nicht die personelle Lage: Die letzten Zweifel am Viertliga-Verbleib muss nämlich angesichts einer personellen Misere das letzte Aufgebot der Verler ausräumen. »Was natürlich nicht gleichbedeutend mit dem schlechtesten ist«, wie Trainer Andreas Golombek sofort hinterher schickt. Der 47-Jährige muss im erwarteten »Abstiegskampf-Spiel auf Augenhöhe« insgesamt acht Akteure entbehren.

Acht Akteure fehlen dem SC Verl

Neben Stammkeeper Sebastian Lange (Muskelzerrung im Oberschenkel), Friedrich Bömer Schulte (Bänderdehnung), Kevin Kalinowski (Innenbandanriss) und Julian Stöckner (Muskelzerrung) fallen nun auch noch Kapitän Julian Schmidt (zehnte Gelbe Karte) und Daniel Mikic (fünfte Gelbe Karte) sowie Aliosman Aydin (Magen-Darm-Infektion) und Jan-Patrick Kadiata (Oberschenkelprobleme) aus. Coach Golombek nimmt’s bei der gestrigen Übungseinheit mit Humor: »Ich kann den Jungs heute zum ersten Mal die gute Mitteilung machen, dass alle mitfahren, die beim Training dabei sind.«

Im vierten Meisterschafts-Duell und nach dem 1:1 im Hinspiel am 25. August 2015 in der Tönnies-Arena wollen die Verler (Platz 11, 42 Punkte) den noch abstiegsbedrohteren Konkurrenten vom Wiehengebirge (Platz 14, 38 Punkte) nun erstmalig bezwingen. Dass es im Vergleich zu vorherigen Derbys diesmal im Vorfeld erstaunlich ruhig bleibt, liegt wohl in erster Linie an der Entlassung von Mario Ermisch, der wie Kollege Golombek in der Vergangenheit mit besonderen Aussagen für Brisanz gesorgt hat. Statt seiner trifft »Golo« heute Abend auf den eher sachlichen Ex-Jugendleiter Tim Daseking, der aus der Verler Personalnot zusätzliche Hoffnung schöpft: »Die Verler müssen in der Defensive umstellen. Das könnte unser Plus sein.«

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Schnee wird nicht fallen. Aber wer weiß, was mit den Würmern im Rasen ist.

SCV-Trainer Andreas Golombek

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Nachdem die Nachholpartie vom 24. Spieltag Mitte Februar wegen einer geschlossenen Schneedecke im Häcker-Wiehen-Stadion ausgefallen war, geht Andreas Golombek davon aus, dass diesmal der Wintereinbruch ausbleibt. Eine kleine Spitze lässt sich der SCV-Coach aber auch diesmal nicht nehmen. »Schnee wird nicht fallen. Aber wer weiß, was mit den Würmern im Rasen ist«, erklärt der 47-Jährige schmunzelnd. Der Anspielung auf die Posse um die Derby-Absage gegen Wiedenbrück im Oktober 2015 wegen Würmer im Stadionrasen will »Golo« heute den zwölften Saisonsieg folgen lassen.

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