Eingewechselter Robert Mainka macht das 2:1 – der SC Verl ist jetzt fast gerettet A-Jugendtrainer erzwingt Sieg

Ahlen (WB). Aus den Lautsprechern des Werse-Stadions ertönt ein verzweifelt klingender Hilferuf. »Wir befinden uns in der Schlussphase. Bitte unterstützt uns noch mehr«, fleht Sprecher Harry Steinhoff die Fans von Rot-Weiss Ahlen an. Sie machen auch mehr Rabatz, doch der SC Verl lässt nichts mehr anbrennen und bringt seinen 2:1 (0:1)-Erfolg über die Zeit.

Von Uwe Caspar
Bedröppelte Ahlener, glücklicher Robert Mainka (Zweiter von links, rechts Hervenogi Unzola): Der Verler hat gerade den Siegtreffer erzielt.
Bedröppelte Ahlener, glücklicher Robert Mainka (Zweiter von links, rechts Hervenogi Unzola): Der Verler hat gerade den Siegtreffer erzielt. Foto: Uwe Caspar

Riesenerleichterung bei den Verler Akteuren und Offiziellen nach dem so sehnlichst herbei gewünschten Befreiungsschlag, dem sechs sieglose Partien vorausgegangen sind. Endlich hat der heimische Fußball-Regionalligist die 40-Punkte-Marke geknackt, liegt jetzt mit 42 Zählern gleichauf mit Ahlen. Der Puffer zu den Abstiegsrängen beträgt mittlerweile sieben Punkte. Damit steht fest: Zu 99 Prozent wird der SCV auch in der nächsten Saison in der vierthöchsten Liga kicken.

Davon geht auch Julian Schmidt aus. »In den vergangenen Wochen haben wir viel Pech gehabt. Deshalb ist es besonders schön, dass wir heute einen so dreckigen Sieg feiern dürfen«, triumphiert der Abwehrchef und Kapitän beim Verlassen des Rasens.

»Dummes Foul« führt zu Rückstand

Er und seine Mitstreiter lassen sich am Samstag auch nicht von dem frühen Rückstand schocken, begünstigt durch ein »dummes Foul« (Trainer Andreas Golombek) von Nico Hecker. Rico Weiler verwertet den fälligen Freistoß zum 1:0 (8. Minute). Eine Viertelstunde braucht der SCV, um den Rückschlag zu verdauen und ergreift dann die Initiative. Doch der Lohn bleibt aus: Hamadi Al Ghaddioui (17.) und Jannik Schröder (21.) verpassen nacheinander den Ausgleich. Aber die zwischenzeitlichen Konter der Hausherren sind brandgefährlich.

In der Halbzeitpause weist Golombek seine Schützlinge eindringlich auf die brisante Tabellensituation hin. »Ich habe ihnen gesagt, dass sie jetzt Vollgas geben müssen, sonst würde ich hier noch Amok laufen«, berichtet »Golo« später schmunzelnd. Er braucht nicht auszurasten: Erst staubt Hamadi Al Ghaddioui zum 1:1 ab (66.) und nur zwei Minuten später wird der A-Jugendtrainer zum Matchwinner – der gerade eingewechselte Robert Mainka erzwingt mit einem noch abgefälschten Duselschuss das 1:2. »Ab und zu braucht man auch mal Glück«, grient der 33-Jährige, dem der SCV auch das 1:1 in Oberhausen verdankt. Dort erzielte Mainka den Ausgleich kurz vor Abpfiff.

Ahlen ohne »letzte Körner«

In der letzten Viertelstunde wird’s für sein Team noch einmal brenzlig. Die Ahlener mobilisieren zum Abschluss der strapaziösen Englischen Woche ihre letzten Kräfte, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Doch alle Angriffe prallen am Verler Bollwerk ab. »Aufgrund der hohen Belastung haben uns gegen die ausgeruhten Verler die letzten Körner gefehlt. Und das ist absehbar gewesen«, erträgt RW-Trainer Marco Antwerpen die Niederlage mit Fassung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.