Fußball: Testspiel gegen SC Verl findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt 
Besiktas ist dem DFB zu heiß! 

Kreis Gütersloh (WB). Wenn ein türkischer Spitzenklub nach Deutschland kommt, brennen die Anhänger förmlich darauf, ihre Fußball-Helden vom Bosporus einmal live zu sehen und zu unterstützen. Als besonders feurig gelten die Fans von Besiktas Istanbul, weshalb zwei geplante Testspiele beim SC Verl und gegen den SV Rödinghausen nun nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Besiktas ist dem Deutschen Fußball-Bund zu heiß!

Samstag, 14.06.2014, 04:06 Uhr aktualisiert: 15.06.2014, 16:01 Uhr
Raimund Bertels (links) und Andreas Golombek vom SC Verl planen nun ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Foto: Borgmeier

 Vom 29. Juni bis zum 10. Juli bereitet sich der Tabellendritte der türkischen Süper-Lig im Hotel Klosterpforte in Marienfeld auf die anstehende Europaleague-Qualifikation vor. Im Rahmen des Aufenthaltes im Kreis Gütersloh hat das Team des früheren kroatischen Nationaltrainers Slaven Bilic mit den Ex-Bundesligaspielern Hugo Almeida und Jermaine Jones auch die beiden Partien gegen die ostwestfälischen Viertligisten eingeplant, die der ehemalige Profi Roland Kopp (Arminia Bielefeld, FC Gütersloh) vermittelt hat. Nun hat es allerdings das Veto aus Frankfurt gegeben.

DFB nimmt Stellung

Auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES hat sich der Deutsche Fußball-Bund zum Fall von Besiktas Istanbul, das aktuell keine offiziellen Freundschaftsspiele im Bundesgebiet bestreiten darf, geäußert. In einer Stellungnahme heißt es: »Der DFB hat nach Prüfung entschieden, dass aktuell keine internationalen Freundschaftsspiele im Verbandsgebiet genehmigt werden, wenn dem sicherheitsrelevante Aspekte entgegen stehen. Dies ist durch die DFB-Geschäftsführung nach intensiver Abstimmung mit der Hauptabteilung Sicherheit und Prävention festgelegt worden. Dies betrifft im Besonderen alle Verbände und Vereine, bei denen es in der Vergangenheit zu Störungen (Pyrotechnik, Sachbeschädigungen, etc.) gekommen ist. Maßgeblich sind dabei für uns ausschließlich Sicherheitsbelange. Es geht darum, Gefährdungslagen auszuschließen und zusätzliche Belastungen für die Polizei zu vermeiden. Spiele unter Beteiligung von ausländischen Mannschaften, bei denen nicht von sicherheitsrelevanten Vorkommnissen auszugehen ist, können selbstverständlich wie bisher weiterhin durchgeführt und genehmigt werden.«

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»Leider hat der DFB keine Spielgenehmigung erteilt. Die türkischen Vereine dürfen in Deutschland keine offiziellen Freundschaftsspiele bestreiten«, klärt Roland Kopp auf. Die Gründe liegen auch in der jüngeren Vergangenheit und am Verhalten der Besiktas-Ultras. Die frenetischen Anfeuerer liefern einerseits perfekte Unterstützung – mit ohrenbetäubenden 132 Dezibel hält das Inönü-Stadion den Lautstärke-Weltrekord. Sie sorgen andererseits aber immer wieder für Zündstoff und gefährdete Sicherheitslagen: Zuletzt ist die Situation im vergangenen Sommer eskaliert, als die Fans bei einem Testspiel gegen den FC St. Pauli mit dem Zünden Dutzender Bengalos und Knallkörpern eine minutenlange Unterbrechung erzwungen haben.

 Für den Regionalligisten SC Verl ist das ursprünglich für den 5. Juli im Stadion an der Poststraße geplante Freundschaftsspiel einer der Höhepunkte der Vorbereitung gewesen. Roland Kopp hat die Partie aus alter Verbundenheit zum SCV-Trainer Andreas Golombek (»Wir haben bei Arminia sieben Jahre lang ein Zimmer geteilt. Er schuldet mir heute noch 17 Sektflaschen für die Tore, die ich ihm aufgelegt habe«) eingestielt. Für die Verler wären der Gegner aus der türkischen Metropole der willkommene Härtetest und ein attraktives Los gewesen. Zwischenzeitlich hätte man sogar in Erwägung gezogen, so Kopp, aufgrund des großen Interesses (»Wir haben mit bis zu 10000 Zuschauern gerechnet«) in das Gütersloher Heidewaldstadion auszuweichen.

 Der DFB hat einem offiziellen Auftritt Besiktas nun aber gänzlich einen Riegel vorgeschoben. »Das hat mich natürlich überrascht – und ich finde es ziemlich schade. Wir werden das Spiel aber trotzdem bestreiten. Dann halt eben ohne offiziellen Charakter und als reines Trainingsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit«, erklärt SCV-Präsident Raimund Bertels. Die Schwarz-Weißen aus Verl empfangen die Schwarz-Weißen aus Istanbul nun im Juli zu einem anderen Zeitpunkt, der nicht öffentlich bekannt gegeben wird. Gleichwohl können einige Fußball-Fans den »Trainingskick« mitverfolgen. »Das Spiel soll live im Fernsehen beim türkischen Sender ›Sky‹ übertragen werden«, sagt Roland Kopp. Auch die Begegnung gegen Neu-Regionalligist SV Rödinghausen soll wohl, deklariert als Trainingspartie, ohne Zuschauer ausgetragen werden.

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