Zwei Arminen waren schon eingewechselt, vier weitere standen bereit, doch nur drei durften rein
Beinahe-Wechselpanne? Coach Kramer klärt auf

Bielefeld -

Assistenzcoach Sebastian Hille hielt die Nummern-Tafel schon in den Händen. Vier Arminia-Profis standen in der Schlussphase des Heimspiels am Sonntagabend gegen Union Berlin (0:0) an der Seitenlinie zur Einwechslung bereit. Aber wieso vier?

Sonntag, 07.03.2021, 21:20 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 13:57 Uhr
Aus vier mach drei: Marcel Hartel, Sven Schipplock und Nathan de Medina (von links) kommen in die Partie. Foto: Starke

 Den Vereins-Angestellten auf der Tribüne fuhr der Schreck in die Glieder. In Andreas Voglsammer (für Sergio Cordova, 29. Minute) und Ritsu Doan (für Michel Vlap, 65.) hatte Trainer Frank Kramer zuvor ja schon zwei Wechsel vorgenommen. Vier weitere wären nun laut Regelwerk einer zu viel gewesen.

Die Noten zum Heimspiel gegen Union Berlin

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    Stefan Ortega Moreno: In der vergangenen Wochen tauchten Gerüchte über ein mögliches Interesse des FC Bayern auf. Ungeachtet dessen präsentierte sich Arminias Schlussmann in Topform und rettete mit seiner Parade gegen Unions Endo kurz vor Schluss einen Punkt. - Note: 2

    Foto: Thomas F. Starke
  • Amos Pieper: Solide und ohne große Fehler trat der junge Innenverteidiger an der Seite von Joakim Nilsson auf. Pieper und die restliche Viererkette scheinen die Anforderungen des neuen DSC-Trainers Frank Kramer schnell zu erfüllen. - Note: 3

    Foto: Thomas F. Starke
  • Joakim Nilsson: Der Schwede agierte gegen Union eher im Hintergrund. Da er nach dem Trainerwechsel zum Stammpersonal gehört und seine Farben zu Null spielten, dürfte der ehrgeizige Linksfuß mit dem Auftritt zufrieden sein. - Note: 3

    Foto: Thomas F. Starke
  • Cedric Brunner: Der Rechtsverteidiger schlug die ein oder andere Flanke in den Strafraum der Eisernen, diese fanden allerdings keinen Abnehmer. Defensiv stand der Schweizer stabil und behauptete sich gut in den Zweikämpfen mit Gegenspieler Bülter. - Note: 3

    Foto: Thomas F. Starke
  • Jacob Laursen: Wie seine Mitspieler in der Abwehr erlaubte sich auch Laursen keinen Aussetzer. Mit dem offensiv sehr aktiven Ingvartsen war er auf der linken Seite gut beschäftigt. - Note: 3

    Foto: Thomas F. Starke
  • Manuel Prietl: Ob zunächst alleine oder später auf der Doppelsechs: Im zentralen Mittelfeld agierte er wie der „Chef im Ring“. Prietl führte Zweikämpfe, gab Kommandos und spulte sein übliches Laufpensum ab. Bereitete Arminias beste Torchance mit einem Pass auf Cordova fein vor. - Note: 3

    Foto: Thomas F. Starke
  • Arne Maier: Anders als bei seinen beiden bisherigen Startelf-Einsätzen wusste die Leihgabe von Hertha BSC mehr zu überzeugen. Zwar gibt es beim deutschen U21-Nationalspieler noch reichlich Luft nach oben, ein Schritt in die richtige Richtung ist jedoch gemacht. - Note: 3,5

    Foto: Thomas F. Starke
  • Masaya Okugawa: Der Winterneuzugang feierte sein Debüt in der ersten Elf und spielte 90 Minuten. Dem Japaner fehlte es gegen Union noch an Bindung zur Mannschaft. Gegen Trimmel hatte er sowohl offensiv als auch defensiv einen schweren Stand. - Note: 4,5

    Foto: Thomas F. Starke
  • Michel Vlap: Auch dieser Wintertransfer durfte von Beginn an ran: Mit einem Treffer beim 3:3 in München war der 23-Jährige in seine Rückrunde mit dem DSC gestartet. Am Sonntagabend blieb Vlap unauffällig und wurde nach 65 Minuten durch Ritsu Doan ersetzt. - Note: 4,5

    Foto: Thomas F. Starke
  • Sergio Cordova: Noten werden zwar erst nach 30 Minuten Spielzeit verteilt, doch der Kolumbianer erwischte einen gebrauchten Tag, der nach 29 Minuten endete. Zuvor vergab er kläglich die beste Torchance des DSC und musste rund eine Viertelstunde später verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

    Foto: Thomas F. Starke
  • Andreas Voglsammer: Für Cordova früh eingewechselt bekleidete Voglsammer zunächst die Stürmerposition neben Klos. Nach der Pause spielte er lange im etwas ungewohnten rechten Mittelfeld. Im zweiten Durchgang der aktivste Bielefelder Offensivspieler aber trotzdem ohne an einer gefährlichen Aktion beteiligt gewesen zu sein. - Note: 4

    Foto: Thomas F. Starke
  • Fabian Klos: Auch der Kapitän muss sich unter dem neuen Trainer beweisen. Das hat man dem bemühten Rekordstürmer angemerkt. Er suchte viele Zweikämpfe, blieb im gegnerischen Strafraum glücklos. Die Union-Innenverteidiger Knoche und Friedrich ließen Klos keinen Raum zur Entfaltung. - Note: 4,5

    Foto: Thomas F. Starke
  • Ritsu Doan: Normalerweise kann der flinke Japaner bei Arminia den Unterschied machen. Im Duell mit dem Tabellensiebten blieb Doan nach seiner Einwechslung in der 65. Minute ohne Akzente. Am Mittwoch gegen Bremen ist mit ihm dennoch wieder zu rechnen.

    Foto: Thomas F. Starke
  • Marcel Hartel, Sven Schipplock und Nathan de Medina: Wurden alle drei erst in der Schlussphase eingewechselt (79.). Sorgten trotzdem für viel Aufregung. Wenn auch nur auf der Tribüne oder vor den TV-Geräten, wo ein Wechselfehler befürchtet wurde.

    Foto: Thomas F. Starke

Der einwechselbereite Reinhold Yabo setzte sich schließlich wieder auf die Bank. Sven Schipplock, Nathan de Medina und Marcel Hartel kamen neu in die Partie. Was im Stadion und am Fernsehschirm anmutete wie eine Bainahe-Wechselpanne des neuen Arminia-Trainers, kommentierte Kramer später am Sky-Mikrofon recht humorvoll. „Wir haben gedacht, wir schaffen Überzahl“, meinte der gebürtige Memminger. Und in Wahrheit? „Die Wahrheit ist, dass wir drei Mal wechseln wollten. Aber als Cedric Brunner, der nicht für einen Wechsel vorgesehen war, plötzlich am Boden saß, haben wir den vierten Spieler dazugenommen und gewartet, ob Cedric weitermachen kann oder nicht. Wichtig ist ja nur, dass man die vier dann nicht alle gleichzeitig bringt.“

Auf Nachfrage, ob er nicht doch kurz davor gewesen sei, einen Fehler zu begehen, antwortete Kramer: „Fehler? Ich mache ständig Fehler. Aber mit zwölf Leuten zu spielen, den Fehler habe ich eigentlich schon lange nicht mehr gemacht.“

Über die plötzlich um sich greifende Aufregung auf der Tribüne meinte der 48-Jährige: „Das ist das Mitfiebern, das ist doch klar, das ist doch super, das will man doch so haben, dass alle wachsam sind und einen vielleicht auch mal auf einen Fehler hinweisen. Doch in dem Fall wussten wir nicht, ob Cedric weiterspielen kann und haben den Reinhold dazu gestellt. Aber sowas haben wir schon gerade noch im Griff.“

Später in der Pressekonferenz wurde Kramer noch einmal mit dem Thema konfrontiert. „Das ist nur professionell, auf alles vorbereitet zu sein. Bei uns hieß es: aus vier mach drei. Wir haben uns nicht verzählt“, betonte der DSC-Debütant.

Trotz der Einwechslungen passierte im Spiel nach vorn weiterhin wenig. Immerhin gelang es den Ostwestfalen aber, hinten die Null zu halten und zumindest den einen Punkt zu sichern.

24. Spieltag: DSC Arminia vs. 1. FC Union Berlin (0:0)

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