Arminia: Neuhaus-Aus wirkt weiter nach
Arabi ist mal wieder der Buhmann

Bielefeld -

Samir Arabi kennt das schon, schließlich ist der 42-Jährige inzwischen seit fast zehn Jahren der sportlich Verantwortliche bei Arminia Bielefeld.

Donnerstag, 04.03.2021, 03:00 Uhr
Samir Arabi (links) gilt bei vielen DSC-Fans als der Alleinverantwortliche für die Freistellung von Trainer Uwe Neuhaus. Foto: Starke

In dieser Zeit hat der gebürtige Aachener schon so manchen Shitstorm über sich ergehen lassen müssen. Doch nach der Freistellung von Uwe Neuhaus am Montag erlebte Arabi eine neue Dimension.

„Arabi raus“, „Er ist eine Pflaume“, „Arabi will nur Geld, der ist geldgeil“, „Ein Diktator, der den Verein kaputt macht“ – solche und schlimmere Kommentare gehen immer noch durch die „Sozialen Netzwerke“. Arabi selbst sprach bei der Vorstellungs-PK mit Neuhaus-Nachfolger Frank Kramer am Dienstag von einer „medialen Kampagne“. Er zeigte Verständnis für die Enttäuschung der Fans, die aber nur die „Sicht von draußen“ hätten, also nicht die Interna kennen würden.

Von internen Vorfällen berichtet nun die Sport-Bild in ihrer neuesten Ausgabe (Mittwoch), und die werfen kein allzu gutes Licht auf Uwe Neuhaus Verhalten in den vergangenen Wochen. So hätten sieben Spieler vor dem 0:3 bei Borussia Dortmund am vorigen Samstag das Gespräch mit dem Trainer gesucht, damit dieser die Taktik überdenke. Man müsse den Gegner konsequenter und aggressiver anlaufen, und bei Ballbesitz habe man zu wenig Kontrolle im Mittelfeld. „Neuhaus reagierte zurückhaltend, so dass einer der Spieler den Raum verließ – dabei soll er den Hinweis gegeben haben, dass er ‚kotzen‘ könnte“, heißt es in der Sport-Bild.

Trennung wurde einstimmig beschlossen

Samir Arabi ist nicht bekannt dafür, in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche zu waschen, zu internen Vorgängen äußert er sich öffentlich grundsätzlich nicht. Klar ist, dass der Sportgeschäftsführer nicht im Alleingang handelte, als die Entlassung von Neuhaus beschlossen wurde. Gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Markus Rejek und dem Aufsichtsrat wurde die Trennung „einstimmig beschlossen“, wie Rejek sagte.

Von den DSC-Profis war es Ritsu Doan, der bei Instagram ein Foto postete, das ihn Arm in Arm jubelnd mit Uwe Neuhaus zeigt. Dazu schrieb der Japaner: „DANKE, dass du immer an mich geglaubt und mir diese Möglichkeit geschenkt hast.“

Jetzt geht der Blick in die Zukunft, und die heißt Frank Kramer – und sie heißt 1. FC Union Berlin. Gegen die Hauptstädter bestreiten die Arminen am Sonntag (18 Uhr/Sky) Spiel eins nach der Ära Neuhaus.

Wie immer nach einem Trainerwechsel sind nun auch die Spieler gefragt. Arabi betonte mehrfach, dass aus seiner Sicht die Qualität ausreiche, um das große Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Sollte das nun mit Frank Kramer gelingen, wäre der Shitstorm gegen „Diktator“ Arabi Ende Mai wohl nur noch eine schlechte Erinnerung für ihn.

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