Was der DSC als „Ausbildungsklub“ plant, wie der neue Coach wirken soll und warum Talent-Trainer Hornig wichtiger wird
Der Bielefelder Jugend-Weg

Bielefeld (WB) -

Das Geld ist knapp, bei Arminia Bielefeld sowieso und durch die Corona-Folgen noch viel mehr. Deshalb ist man beim DSC übereingekommen, in Zukunft verstärkt auf die Jugend zu setzen.

Mittwoch, 03.03.2021, 10:00 Uhr
Am Ball: Manuel Hornig, Ex-Profi und seit August Talent-Trainer, beim Training am Dienstag. Foto: Thomas F. Starke

„Der Charakter eines Ausbildungsklubs soll weiter geschärft und talentierte Jungprofis und Nachwuchskräfte intensiver gefördert werden“, hatte es in der Pressemitteilung zur Trennung von Trainer Uwe Neuhaus geheißen. Dem 61-Jährigen traute man die Neuausrichtung nicht mehr zu, Nachfolger Frank Kramer (48) schon.

Sportgeschäftsführer Samir Arabi erklärte: „Die größten Transfererlöse in der Vergangenheit haben wir erzielt mit den eigenen Jugendspielern Roberto Massimo und Henri Weigelt. Wir wollen diesen Weg weiter konsequent gehen. Wir wollen eigene, junge Spieler ausbilden.“ Diesen Weg habe man zuletzt „vielleicht ein bisschen verlassen“. Massimo (20) hatte bei seinem Wechsel zum VfB Stuttgart 2018 eine Ablösesumme von etwa 2,5 Millionen Euro gebracht. Weigelt (23) war 2018 für 1,2 Millionen Euro zum niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar transferiert worden.

„Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass der DSC in zwei Jahren mit einer U19 im Profibereich spielt, aber grundsätzlich ist der Nachwuchs ein wichtiges Feld für uns“, ergänzte Arabi.

Die größten Transfererlöse in der Vergangenheit haben wir erzielt mit den eigenen Jugendspielern Roberto Massimo und Henri Weigelt.

Sportgeschäftsführer Samir Arabi

Beim DSC gibt es seit längerer Zeit Überlegungen, die im Sommer 2018 eingestellte zweite Mannschaft wieder zu starten. Aber das wird noch dauern, voraussichtlich bis Sommer 2022. „Die Grundsatzentscheidung, die U21 wieder zu in­stallieren, ist gefallen. Aber das ist abhängig von den Finanzkennzahlen, deshalb gibt es in diesem Jahr keine Chance“, erläuterte Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek.

Der neue Chefcoach Frank Kramer gilt aufgrund seiner Vita als Mann der Jugend. Zuletzt hatte er bei Red Bull Salzburg die Nachwuchsabteilung geleitet. Davor war er beim Deutschen Fußball-Bund für die U18, die U19 und die U20 verantwortlicher Trainer.

Es sei „natürlich sinnvoll“, den neuen Cheftrainer in die strategischen Überlegungen einzubinden“, erklärte Arabi. „Wir geben Dinge vor, aber wir wollen uns gegenseitig befruchten – und den Verein weiter voranbringen.“

Rejek sagte: „Wir glauben, dass wir mit einem neuen Trainer unserem Arminia-Weg besser folgen können. Der Entschluss, dass wir für die Zukunft eine neue Ausrichtung brauchen, ist Ende 2020 entstanden. Im Winter sind wir in unserer Analyse zu der Entscheidung gekommen, dass wir zum Sommer einen neuen Impuls setzen wollen.“

Aufgrund der aktuellen sportlichen Situation wurde nun früher reagiert. Arabi: „Es geht auch darum, eine langfristige Kaderplanung voran zu treiben. Wir schenken nicht ab, aber wir haben auch keine Feuerwehr-Nummer gemacht. Wir haben jetzt einen Impuls gesetzt, der uns langfristig weiter voranbringen muss.“

Eine noch wichtigere Rolle kommt beim DSC Manuel Hornig zu. Der Ex-Profi wurde im August 2020 zum Talent-Trainer gemacht. In dieser Rolle kümmert sich der 38-Jährige, der im Hauptberuf Lehrer an einem Bielefelder Gymnasium ist, um die Jungprofis und die hoch talentierten Nachwuchsspieler.

Die Verzahnung mit dem neuen Cheftrainer soll nun noch enger sein, damit Spieler wie der gebürtige Bielefelder Jomaine Consbruch (19) vielleicht einmal den gleichen Weg einschlagen können wie eben Massimo oder Weigelt.

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