Bei Arminia Bielefeld laufen im Sommer zahlreiche Verträge aus – Sportchef Arabi sieht es gelassen
Klos und noch 13 andere

Bielefeld (WB) -

Mit der Entscheidung, in welcher Liga Arminia Bielefeld in der kommenden Saison spielen wird, ist so bald noch nicht zu rechnen. Womöglich zieht es sich bis zum 34. Spieltag (und sogar noch etwas länger) hin. Ungeachtet dessen haben die Zukunftsplanungen längst begonnen.

Freitag, 05.02.2021, 03:00 Uhr
Fabian Klos ist Kapitän der Arminia. Auch sein Kontrakt endet im Sommer. Foto: Thomas F. Starke

Was auch zwingend nötig ist. Denn am 30. Juni laufen 14 der 27 Profiverträge aus. Das bedeutet, dass Stand heute den Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga im Sommer mehr Spieler verlassen als bleiben würden.

Die Frage, ob er deswegen schlaflose Nächte habe, entlockt Samir Arabi nur ein Lächeln. „Nein, ich schlafe in aller Regel gut“, sagt der Sport-Geschäftsführer des DSC. Arabi erklärt, dass das Planen einer neuen Saison ohnehin ein fortwährender Prozess sei, auch wenn er einräumen muss, dass aufgrund der durch die Corona-Krise verursachten Umstände alles ein bisschen anders sei als üblich.

„Die Vereine handeln nicht zuletzt wegen der angespannten Finanzlage fast alle abwartender als sonst“, sagt der seit dieser Woche 42-Jährige. Das Abwarten der Klubs könne, so Arabi, „dazu führen, dass im Sommer noch deutlich mehr Spieler auf dem Markt sein werden als gewohnt“.

Doch wie ist der aktuelle Planungsstand beim DSC? In puncto Vertragsgespräche übe man sich noch in Zurückhaltung, erklärt Arabi. Kein Wunder, lässt sich über den Lizenzspieleretat für die kommende Serie losgelöst von der Klassenzugehörigkeit doch nur spekulieren. Ausbleibende Zuschauereinnahmen, Sponsorengelder und vieles mehr – niemand weiß genau, wohin die Reise geht. Arabi: „Wir befinden uns noch mitten in der Bestandsaufnahme.“

Dennoch lassen sich gut dreieinhalb Monate vor dem regulären Saisonende am 22. Mai gewisse Tendenzen ablesen. So dürfen Manuel Prietl (29) und Andreas Voglsammer (29) fest mit einem neuen Angebot rechnen. Prietl ist Stammspieler. Bei Vogl­sammer wird gewiss mit ausschlaggebend sein, wie gut und schnell der Offensivakteur nach seiner langen Verletzungspause wieder Fuß fasst. Sollte er erkennen lassen, wieder ganz der Alte werden zu können, wäre er definitiv eine Bereicherung.

Bei den Leihspielern Ritsu Doan (22, PSV Eindhoven) und dem jüngst verpflichteten Masaya Okugawa (24, RB Salzburg) besitzt der DSC eine Kaufoption. Doan, das hatte Arabi bereits mehrfach erklärt, wäre ausschließlich im Falle des Klassenerhalts zu finanzieren. Bei Abstieg wäre der Japaner nicht zu halten. Okugawa muss die Kürze der Restsaison nutzen, um sich für eine Weiterverpflichtung zu empfehlen.

Die übrigen Leihspieler Michel Vlap (23, RSC Anderlecht), Sergio Cordova (23, FC Augsburg) und Arne Maier (22, Hertha BSC) kehren im Sommer vertragsgemäß zu ihren Klubs zurück.

Joan Simun Edmundsson (29) würden die Arminen am liebsten sogar noch in diesem Winter abgegeben. Spätestens im Sommer dürften sich die Wege trennen.

Anderson Lucoqui (23) und Cebio Soukou (28) kommen nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Soukou deutete zuletzt beim 1:3 in Köln sein Potenzial an. Der Einwechselspieler sorgte für reichlich Belebung und könnte mit Blick auf die Partie am Sonntag gegen Bremen (18 Uhr) eine Alternative für die linke Angriffsseite sein. Allerdings ist mit den frisch verpflichteten Okugawa und Vlap auch neue Konkurrenz hinzugekommen.

Das dürfte auch Sven Schipplock (32) zu spüren bekommen. Bisher wetteiferte der Routinier mit Cordova um den Platz an der Seite von Stamm-Stürmer Fabian Klos. Für Schippl­ock dürfte es nun noch schwieriger werden. Eine Weiterbeschäftigung ist nicht zu erwarten.

Echte Härtefälle könnten Nils Seufert (24) und auch Klublegende Klos werden. Seufert bekam bislang nie über einen längeren Zeitraum die Chance sich zu bewähren. Der Mittelfeldspieler ist zwar schon recht lange im Verein (seit 2018), aber noch immer sehr jung. Sein zweifellos vorhandenes Talent blieb bisher zu oft im Verborgenen. Trainer Uwe Neuhaus bevorzugt in der Regel andere Spieler. Hinzu kommt, dass in Sebastian Vasiliadis (23, SC Paderborn) bereits ein Neuzugang für die kommende Spielzeit feststeht, der auch die Seufert-Rolle spielen kann.

Klos dagegen ist gesetzt. Aber der Kapitän ist mittlerweile auch schon 33. Klos rackert wie ein Stier, doch gewisse Reibungsverluste sind unverkennbar. Dass er gerne bleiben und Neuhaus ihn gern behalten würde, dürfte klar sein. Die Frage ist allerdings, in welcher Rolle beide den Profi Klos in Zukunft sehen. Als Stammkraft auch für den Fall des Klassenerhalts? Oder eher als Edeljoker im Stile eines Nils Petersen beim SC Freiburg?

Dass Klos von sich aus nochmal eine neue Herausforderung suchen könnte, hatte der Angreifer im Interview mit dieser Zeitung ausgeschlossen. „Ich werde definitiv nicht noch einmal den Verein wechseln“, erklärte Klos bereits im April 2019. Doch auch er hat natürlich mitbekommen, dass in Janni Serra (22, kommt im Sommer von Holstein Kiel) bereits in die nahe Angriffs-Zukunft investiert worden ist. Kein Zweifel: Von all den vielen offenen Personalentscheidungen ist Klos die spannendste.

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