Verlässlich konnte Arminia auf die direkten Duelle im Tabellenkeller bauen – seit dem 1:3 in Köln ist es damit vorbei
Der Druck steigt

Bielefeld -

Zum ersten Mal in dieser Fußball-Bundesligasaison hat Arminia Bielefeld gegen einen direkten Kellerkonkurrenten nicht gewinnen können. In Köln reichte es am Sonntag nicht mal zu einem Remis. Wie schwer die 1:3-Niederlage wiegt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Arminia trifft nun sieben Mal in Folge auf eine Mannschaft, gegen die der Aufsteiger in der Hinrunde verloren hat.

Dienstag, 02.02.2021, 03:00 Uhr
Das ging gründlich schief: Trainer Uwe Neuhaus Foto: Thomas F. Starke

Weil es den Ostwestfalen im Unterschied zur Hinserie diesmal nicht gelungen ist, sich vorher ein kleines Polster anzufuttern, darf sich eine schwarze Null-Punkte-Serie wie vom dritten bis neunten Spieltag nun keinesfalls wiederholen. Denn nach nur zwei Rückrundenspielen laufen die Ostwestfalen bereits vier Punkten hinterher, die sie in der Hinserie in Frankfurt (1:1) und gegen Köln (1:0) geholt hatten und die sie nun anderswo einkassieren müssen. Andernfalls droht dem DSC nach dem Abrutschen auf Relegationsrang 16 noch Schlimmeres. Der Heimpartie gegen Werder Bremen (Hinspiel 0:1) am kommenden Sonntag (18 Uhr) kommt vor diesem Hintergrund eine große Bedeutung zu. „Wir haben gegen Bremen jetzt wieder einen direkten Konkurrenten vor der Brust und können einen Schritt gutmachen“, betonte Torwart Stefan Ortega Moreno noch in Köln. Dass es anschließend unter anderem gegen fünf der aktuell sechs besten Bundesligateams geht, blendet der Keeper (noch) aus: „Der Spielplan ist mir ehrlich gesagt komplett egal, das juckt mich nicht.“

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi hat es wieder und wieder betont: Um den Traum vom Klassenerhalt realisieren zu können, muss Arminia auch mal dann punkten, wenn absolut niemand damit rechnet. Das ist nun Pflicht.

„Wenn man die Defensivfehler ausklammern könnte, haben wir ein ordentliches Spiel gemacht“, sagte Uwe Neuhaus im Anschluss an die Partie in Köln. Nur einen Gegentreffer hatten die Bielefelder in den letzten fünf Hinrundenspielen kassiert. Umso alarmierender mutet die Statistik nach den ersten 180 Rückrundenminuten an: null Punkte, 2:8 Tore. Doch wo ist die defensive Stabilität geblieben? Neuhaus sah in Köln ein „mangelhaftes Abwehrverhalten“. Vor den ersten beiden Gegentoren durch Marius Wolf habe man jeweils die Flanke nicht verhindert. „Wir haben in den entscheidenden Situationen die Konsequenz in der Defensive vermissen lassen“, kritisierte der Coach. Die Entstehung des 0:1 sei symptomatisch gewesen. Nach einer Ecke bekam Kölns Ondrej Duda den Ball erneut vor die Füße, Cedric Brunner ließ ihn flanken, Wolf erledigte den Rest. Neuhaus: „Wir haben abgeschaltet, Köln war hellwach.“

Der FC war die bessere Mannschaft, allerdings genügte den Geißböcken ein durchschnittlicher Auftritt, um die fast ein Jahr dauernde Sieglosserie daheim zu beenden. Neuhaus sagte, er könne seiner Mannschaft abgesehen von den Abwehrfehlern „ansonsten keine Vorwürfe machen“ und erklärte: „Wir hatten auch Torchancen. Die Mannschaft hat nie den Kopf in den Sand gesteckt.“

Kölns Coach Markus Gisdol hatte dagegen den Eindruck, dass sein Team die Partie und den DSC ziemlich gut im Griff hatte: „Es ist uns bis zum 3:0 sehr gut gelungen, den Gegner nicht zu seinem gewohnten Spiel kommen zu lassen.“ Danach habe sein Team „ein bisschen Intensität vermissen lassen.“ Erst mit dem Kölner Nachlassen kam Bielefeld ins Spiel. Gemessen daran, was in der Sechs-Punkte-Partie am Rhein auf dem Spiel stand, wirkte Arminia erstaunlich zurückhaltend.

Der Druck ist nun wieder gestiegen. „Ende offen“, sagte Neuhaus mit Blick auf den Abstiegskampf, in den aus seiner Sicht künftig mehr als „nur vier oder fünf Vereine“ involviert sein werden: „Ich glaube, da passiert noch einiges.“ Die Bielefelder können am Sonntag gegen Bremen selbst dafür sorgen, den Kreis der Abstiegskandidaten zu erweitern.

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