Nach dem hochverdienten 0:1 gegen Mönchengladbach listet Arminia-Trainer Uwe Neuhaus zahlreiche Defizite auf
„Schon fast Chaos“

Bielefeld (WB) -

Krasser hätte der Kontrast nicht sein können. Beim verdienten 1:0 (0:0)-Sieg zum Jahresabschluss in Gelsenkirchen brachte Arminias Gegner in 90 Minuten nicht eine nennenswerte Torchance zustande. Beim überaus schmeichelhaften 0:1 (0:0) zu Jahresbeginn gegen Mönchengladbach wirbelte die Borussia die Bielefelder bereits in der ersten Viertelstunde derart durcheinander, dass zu befürchten war, der eine oder andere DSC-Profi könnte ein Schleudertrauma davontragen.

Montag, 04.01.2021, 12:40 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 12:45 Uhr
Für Kapitän Fabian Klos und den DSC Arminia war gegen Gladbach nichts zu holen. Foto: Thomas F. Starke

„Schon fast Chaos“ und „null Ordnung“ hatte DSC-Trainer Uwe Neuhaus auf dem Platz ausgemacht. Torwart Stefan Ortega Moreno, dem die Bälle nur so um die Fäuste flogen, meinte: „Ich finde, es ist eigentlich ein Unding, dass wir so unorganisiert starten. Da fehlen mir ein bisschen die Worte.“

Es war allerdings nicht das erste Mal, dass der Aufsteiger aus Ostwestfalen gegen einen namhaften Gegner überhaupt keinen Zugriff bekam. In den Heimpartien gegen München, Dortmund und Leverkusen lief es anfangs ähnlich. „Wenn es gegen Topmannschaften geht, fällt es uns vom Kopf her schwer, das eigene Spiel nach vorne durchzubringen“, analysierte Neuhaus.

Ortega Moreno kann nicht nachvollziehen, warum das so ist: „Jeder Spieler wusste, wie der Plan aussah, was wir vorhaben. Und dann war es schon ziemlich erstaunlich, wie viel wir hinterhergelaufen sind und nicht die Lösung gefunden haben, das anzupassen. Es ist teils unerklärlich, warum wir so schlecht in ein Spiel reinkommen.“

Neuhaus reihte nach der Partie die zahlreichen Defizite aneinander. „Wir sind überhaupt nicht reingekommen, haben viele Fehler im Defensivbereich gemacht, haben keine gute Ordnung und zu wenig Organisation gehabt und zu viele Übergabefehler gemacht. Wir hatten viele Aktionen, in denen wir den Ball zu schnell verlieren. Das hinterlässt Spuren.“ Lösungen hatte der 61-Jährige so kurz nach dem Abpfiff indes nur wenige parat: „Wir müssen an einer größeren Sicherheit arbeiten und daran, besser in die Zweikämpfe zu kommen.“

Gegen die Borussen hielten die Arminen stets gebührenden Abstand und ließen den Champions-League-Achtelfinalisten beinahe ungehindert gewähren. Fast unglaublich, dass es zur Pause 0:0 hieß und Arminia in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs durch Sergio Cordova beinahe sogar zur Führung gekommen wäre. „Am Anfang war jeder so schlecht platziert, dass er zum Zweikampf zu spät kam. Und der nächste kam auch zu spät. Dann bist du schon frustriert“, sagte Neuhaus. „Wir haben zu Beginn einen krassen Unterschied gesehen. Gladbach hätte da das Spiel eigentlich schon für sich auf den Weg bringen können. Es hätte sich keiner beschweren dürfen, wenn sie da schon zwei Tore gemacht hätten.“ Mindestens.

Stattdessen fiel der Siegtreffer für die Gäste ausgerechnet in einer Phase, in der die Arminen endlich etwas besser im Spiel waren. Doch weil defensiv die Absicherung fehlte, hatte Breel Embolo nach einem Traumzuspiel von Jonas Hofmann keinen Gegenspieler mehr vor sich. Nebenmann Amos Pieper schüttelte der Angreifer ab, um Ortega Moreno dann mit einem überlegten Schuss zu überwinden (58. Minute). „Mit maximaler Konsequenz unter Einsatz seiner Stärken wie Körperlichkeit und Tempo“, habe Embolo laut Gästecoach Marco Rose den Ball „hervorragend“ versenkt.

Ein paar Mal gelang es dem Gastgeber anschließend, Mönchengladbach zumindest ein wenig in Verlegenheit zu bringen. Ein Ausgleich, so Neuhaus, „wäre aber sicherlich nicht verdient gewesen“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7750419?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
0:0 – Voglsammer vergibt, Ortega rettet
Andreas Voglsammer vergab vor dem Wechsel die Riesenchance zur Arminia-Führung.
Nachrichten-Ticker