Sven Schipplock (32) will die Chance nutzen, sich als Angriffspartner von Fabian Klos (33) zu etablieren
Arminia setzt auf den 65-Jahre-Sturm

Bielefeld -

Sven Schipplock ist ein alter Hase mit immer noch verdammt guter Nase. Einer wie er weiß ganz genau, wann der Zeitpunkt für ein bisschen Selbst-Marketing günstig ist oder wann man sich besser auf die Zunge beißen sollte.

Dienstag, 08.12.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 09:33 Uhr
Sven Schipplock bot gegen Mainz eine ansprechende Leistung. Hier vergibt er das mögliche 1:0, am Ende siegte Arminia 2:1. Foto: Foto: Thomas F. Starke

Nach dem 2:1 am Samstag im Bundesligaspiel gegen Mainz 05 sagte Arminia Bielefelds Angreifer: „Durch die Systemumstellung auf zwei Stürmer haben wir viel mehr Druck gemacht. Wir sind so besser ins Spiel gekommen, waren aggressiver, besser in den Zweikämpfen.“

Schipplock hatte tatsächlich allen Grund, selbstbewusst zu sein. Der 32-Jährige wusste schließlich ganz genau, dass er eine durch und durch ansprechende Leistung geboten hatte. Er war, wenn man so will, sogar der bessere Fabian Klos. Denn während der 33 Jahre alte DSC-Kapitän gegen die Mainzer zwar viel unterwegs war, aber kaum in Aktion trat, gelang es Schipplock, seinen etwas überraschenden Starteinsatz vollauf zu rechtfertigen.

Systemumstellung

Uwe Neuhaus war für das Kellerduell von seinem bevorzugten 4-3-3 abgewichen. „Wir können im 4-4-2 mehr Druck erzeugen und Chancen herausspielen als im 4-3-3“, erklärte der Trainer und betonte: „Das sollte auch ein Zeichen an die Mannschaft sein.“

Nach zuvor sieben Niederlagen in Serie war Neuhaus natürlich bewusst, dass gegen die Rheinhessen ein Heimsieg her musste. Dass der Trainer derzeit Schipplock als Partner des ohnehin gesetzten Klos gegenüber Sommerneuzugang Sergio Cordova bevorzugt, hatte Neuhaus bereits eine Woche zuvor klar kommuniziert. „Schipplock und Klos sind vor Cordova“, sagte Neuhaus nach der 1:2-Niederlage in Leipzig, wo Cordova noch nicht mal zum Kader gehörte. Diesmal war der 23 Jahre alte Venezolaner wieder dabei und durfte in der Schlussphase für ein paar Minuten mitwirken. Beginnen aber durfte der 65-Jahre-Sturm Klos/Schipplock.

Dass Neuhaus Cordova nicht etwa für Schipplock sondern für Klos brachte, darf Schipplock getrost als Zeichen großer Wertschätzung deuten. „Schippo kann sehr unbequem sein“, sagte Neuhaus. Diese Aussage war allerdings nicht als Charakterstudie zu interpretieren – Schipplock gilt als überaus umgänglich –, sondern bezog sich ausschließlich auf ihn als Fußballer. Neuhaus: „Er muss viel einstecken, teilt aber auch viel aus. Das ist wichtig in so einem Spiel.“ Die ausgesprochene Energieleistung seines nimmermüden Angreifers „habe ich erwartet“, sagte Neuhaus. Der Trainer weiß eben, was er an Schipplock hat.

Auswärts in Freiburg

Arminias Sturm-Routinier (bisher ein Saisontor) kam bisher in jeder Partie zum Einsatz (272 Spielminuten). Schipplock verfügt über die meiste Bundesligaerfahrung im Arminia-Kader (159 Spiele, 20 Tore, 18 Torvorlagen). Gegen Mainz setzte der gebürtige Reutlinger diese Erfahrung gewinnbringend ein. Schipplocks Robustheit tat Arminia gut.

„Wir hatten mehr Präsenz vorne. Es ist dann eben nicht nur ein Zielspieler auf dem Platz, sondern zwei. Damit sind wir variabler, nicht ganz so ausrechenbar“, befand Schipplock und meinte nach dem so wichtigen Sieg erleichtert: „Wir sind praktisch zurück in der Saison. Das tut richtig gut. Es war ja ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Das gibt Auftrieb für die kommenden Aufgaben.“

Am Samstag ist Arminia beim SC Freiburg gefordert. Dann wohl erneut mit Schipplock neben Klos. Denn einen echten Grund, seinen 65-Jahre-Sturm auseinanderzureißen, hat Neuhaus nicht.

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