Japaner begeistert Mitspieler und Vorgesetzte beim DSC Arminia Bielefeld – Arabi spricht über die Kaufoption
Doan macht den Unterschied

Bielefeld (WB/dis) -

Er dribbelte und kämpfte, er fiel hin und stand auf, er legte vor und traf selbst: Viel mehr als das, was Ritsu Doan beim 2:1-Erfolg am Samstag gegen Mainz 05 geboten hat, kann man kaum erwarten. Der Japaner ragte aus einer insgesamt überzeugenden Arminia-Mannschaft heraus.

Sonntag, 06.12.2020, 20:40 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 06:21 Uhr
Leandro Barreiro Martins (links) und Edimilson Fernandes können Ritsu Doan nicht aufhalten. Der Armine tunnelt seinen Gegenspieler, ehe er im nächsten Moment zum 2:0 einschießt. Foto: Thomas F. Starke

Die Krönung war sein toller Treffer zum 2:0, bei dem er zunächst mehrere Gegenspieler narrte, ehe er den Ball aus 16 Metern ins Tor schoss.

„Er war bisher fast immer an unseren Chancen und Toren beteiligt“, sagte Trainer Uwe Neuhaus über Doans Stellenwert beim DSC.

Der 22-Jährige, Leihgabe vom niederländischen Topklub PSV Eindhoven, erzielte gegen Mainz sein zweites Saisontor, zwei weitere Treffer bereitete er bislang vor. Klingt erstmal nach gar nicht so viel, ist angesichts der nur acht Bielefelder Saisontreffer aber eine durchaus stattliche Quote.

Auch Amos Pieper war vom Auftritt seines Mitspielers angetan. Auf der Tribüne fieberte der angeschlagene Abwehrspieler (Oberschenkelzerrung) mit seinem Team. „Doan ist trotz seiner Größe sehr stabil“, hob der Verteidiger hervor. Doch auch Doans Offensivleistung wusste Pieper zu würdigen. „Der Abschluss bei seinem Tor ist überragend, ziemlich ansatzlos“, sagte Pieper: „Er findet sich immer besser zurecht. Ritsu kann den Unterschied ausmachen.“

Das sieht auch Samir Arabi so. Der Sport-Geschäftsführer fädelte den Doan-Deal im Sommer ein. Doan ist bislang der wertvollste Neuzugang. Arabi nannte dessen Darbietung „überragend“, lobte aber auch die anderen Arminen für „ein insgesamt sehr ordentliches Spiel und die hohe Intensität“. Es komme, so Arabi, darauf an, den Gegner immer zu beschäftigen, nie nachzulassen. „Denn alle Teams haben mittlerweile mindestens einen Spieler, der in einem Moment eine Partie alleine entscheiden kann“, sagte der 41-Jährige. Bei den Mainzern sei dies Jean-Philippe Mateta (sieben Saisontore), der wiederholt an DSC-Keeper Stefan Ortega-Moreno scheiterte. Und beim DSC heißt der Unterschied-Spieler Ritsu Doan.

Sein Ziel ist die Teilnahme am Olympia 2021 in Tokio. Doch erstmal zählt nur Arminia. „Die Bielefelder haben mir von Anfang an das Gefühl gegeben, dass sie mich wirklich brauchen und haben wollen“, sagte Doan kürzlich dem „Kicker“.

Fragt sich, ob sie ihn auch behalten werden. Arminia besitzt eine Kaufoption. Ob Doan, für den Eindhoven knapp zehn Millionen Euro an den FC Groningen überwies, jedoch bezahlbar wäre, steht in den Sternen. „Wie geht es mit Corona weiter, wie fällt der neue TV-Vertrag aus, in welcher Liga spielen wir“, zählt Arabi nur einige der Faktoren auf, auf die es ankommen wird. Klar ist: Der Klassenerhalt würde die Wahrscheinlichkeit, Doan fest zu binden, erheblich vergrößern.

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