Arminia und Neuhaus unter Druck: Eine weitere Pleite gegen Mainz könnte fatal für die Moral sein
Verlieren verboten

Bielefeld -

Der Ballbesitzfußball, der Arminia Bielefeld unter Trainer Uwe Neuhaus in der 2. Liga eineinhalb Jahre lang so stark, so dominant gemacht hat, hat seine Wirkung in der 1. Liga noch nicht entfaltet.

Samstag, 05.12.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 14:42 Uhr
Sieben Mal in Folge hat Uwe Neuhaus mit Arminia verloren. Gegen Mainz soll endlich wieder gepunktet werden. Foto: Thomas F. Starke

Ein Grund dafür ist: Im Oberhaus sind weitaus mehr Teams auf eigenen Ballbesitz aus, was es den Arminen erschwert, das eigene Spiel zu entfalten. In Mainz 05 gastiert an diesem Samstag (15.30 Uhr, Schüco-Arena/Sky) nun ein Team in Bielefeld, dass dem Gegner ganz gern den Ball überlässt.

„Mainz kommt aus einer kompakten, manchmal sehr defensiven Organisation. Das müssen wir annehmen und Lösungen suchen“, sagt DSC-Trainer Uwe Neuhaus. „Das ist vielleicht eine neue Rolle für uns.“

Auf Fehler lauern, den Ball erobern und überfallartig zum Gegenstoß ansetzen – so ist das Spiel der Rheinhessen überwiegend angelegt. Das weiß auch Neuhaus. „Augenscheinlich viel Ballbesitz für uns bedeutet nicht automatisch, dass Mainz nicht mit einer einzigen Aktion gefährlich vor unser Tor kommen kann“, warnt der Coach. Die Bielefelder müssen konzentriert sein, um die Gäste nicht zu Chancen einzuladen. Beim jüngsten 1:2 in Leipzig entsprang der zweite und damit vorentscheidende Gegentreffer einem krassen individuellen Fehler. Auf solche warten die Mainzer nur. Und in Jean-Philippe Mateta und Robin Quaison haben sie Spieler in ihrem Reihen, die diese eiskalt ausnutzen können. Die letzten fünf FSV-Treffer gingen auf das Konto dieses Duos – Mateta traf vier Mal, Quaison ein Mal. Hinzu kommt, dass der DSC in der Abwehr umstellen muss. Amos Pieper (Oberschenkelzerrung) fällt aus, für ihn dürfte Joakim Nilsson ins Team rücken und mit Mike van der Hoorn die Innenverteidigung bilden.

Stabiler Gegner

Seit drei Partien ist Mainz unbesiegt (ein Sieg, zwei Remis). Nachdem es zum Saisonstart sechs Niederlagen in Serie gegeben hatte, „hat sich Mainz gefangen“, sagt Neuhaus. Und auch DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi muss feststellen: „Mainz wird stabiler.“ Das setzt den DSC unter Zugzwang. Eine Niederlage im Duell mit dem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf – es wäre bereits die achte hintereinander – könnte sich fatal auf die Moral der Arminen auswirken, weshalb Arabi sagt: „Wir wollen alles dafür tun, damit bei den Mainzern wieder der Gegentrend einsetzt.“ Andernfalls würde der Druck, in den darauf folgenden Partien in Freiburg, gegen Augsburg und zum Jahresabschluss beim FC Schalke punkten zu müssen, für Arminia immer größer werden. Auch für Uwe Neuhaus. Bisher konnte der Coach trotz der Niederlagenserie in Ruhe arbeiten. Eine weitere Pleite gegen die 05er dürfte aber auch die Kritik an ihm lauter werden lassen.

„Der Gegner wird sich mit allem, was er hat, reinschmeißen, um Punkte zu holen“, rechnet FSV-Coach Jan-Moritz Lichte mit einem kampfeswilligen Gastgeber. Gleichwohl glaubt der 40-Jährige, das Lindenblatt an Arminias Rücken ausgemacht zu haben, in das die Mainzer ihren Speer stoßen wollen. „Wir sehen Möglichkeiten, uns viele Torchancen gegen Bielefeld zu erarbeiten“, sagt Lichte.

Die Balance zu finden zwischen stabiler, konzentrierter Abwehrarbeit und mutigen Offensivaktionen wird die große Herausforderung für die Bielefelder sein. Denn wehe, der DSC gerät in Rückstand. War das bisher der Fall, jubelte in dieser Saison auch am Ende stets der Gegner. „In Führung zu gehen, wäre sicher hilfreich“, sagt Neuhaus, der betont: „Wir wollen die Mainzer bearbeiten, bekämpfen – und wir müssen geduldig bleiben. Das ist das oberste Gebot. Wir dürfen nicht denken, dass wir alles in den ersten 20, 30 Minuten erledigen können.“ Es nach 90 Minuten erledigt zu haben, würde ja auch reichen.

Aufstellung?

So könnten die Bielefelder spielen: Ortega - Brunner, Nilsson, van der Hoorn, Lucoqui - Prietl - Hartel, Seufert - Doan, Klos, YaboMainz: Zentner - St. Juste, Kilian, Niakhaté, Brosinski - Barreiro, Latza - Burkardt, Boetius, Quaison - Mateta

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