Ausgerechnet in Leipzig sollen sich die Bielefelder das Selbstvertrauen für die folgenden Kellerduelle holen
Arminia sucht den Weg zum Tor

Bielefeld (WB) -

Mainz (H), Freiburg (A), Augsburg (H), Schalke (A) – der Jahresendspurt hat es in sich für Arminia Bielefeld. Doch bevor die Ostwestfalen es endlich mal wieder mit Gegnern vermeintlich auf Augenhöhe zu tun bekommen, müssen sie nach Leipzig.

Freitag, 27.11.2020, 06:25 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 06:28 Uhr
Erst fünf Tore hat Arminia in dieser Saison erzielt. Sollten in Leipzig zwei dazukommen, hätte Trainer Uwe Neuhaus nichts dagegen. Foto: Thomas F. Starke

Abschenken? Ist nicht, sagt Uwe Neuhaus. Und erklärt auch, warum.

„Wir können ja nicht sagen, Leipzig ist ein Topgegner, wir fangen erst nächste Woche an, nee. Wir müssen in Leipzig die anderen Spiele schon vorbereiten, um das Selbstvertrauen zu erlangen, dass wir eine gute Mannschaft sind, die auch ordentlich Fußball spielen kann“, sagt der Trainer vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr, Red-Bull-Arena/Sky).

Nach zuletzt sechs Niederlagen am Stück wäre es von unschätzbarem Wert, sollten die Ostwestfalen von der Reise zum Champions-League-Halbfinalisten der Vorsaison überraschend etwas Zählbares mit nach Hause bringen.

Das 0:5 nach dem bisher letzten Auswärtsspiel vor drei Wochen bei Union Berlin hatte derart viele Baustellen offenbart, dass Neuhaus erst einmal gucken musste, wo er anfängt. Immerhin gelang es ihm und seinem Team, die Defensive zu stabilisieren. Das führte zuletzt gegen Leverkusen (1:2) zwar auch nicht zum Erfolg, doch Neuhaus, der gestern seinen 61. Geburtstag feierte, meint: „Kleine Schritte sind schon wichtig. Wir haben gegen Leverkusen den ersten Schritt gemacht, nämlich gut zu stehen.“ Nun komme es darauf an, endlich auch vorne mal wieder gefährlich zu werden, denn: „Mit dem Offensivspiel steht und fällt unser Selbstvertrauen. Wenn man länger in Ballbesitz ist, den Ball behaupten kann, zu Torgelegenheiten kommt, dann wirkt sich das auch auf das Selbstvertrauen aus.“

In der Trainingswoche habe der Schwerpunkt darum auf der Suche nach dem Weg nach vorn gelegen. Gegen Leverkusen hatte der DSC keinen einzigen Torschuss abgegeben. Das soll sich in Leipzig nicht wiederholen. Arminias Harmlosigkeit – mit Schalke stellt der DSC den schwächsten Angriff der Liga (je fünf Treffer) – liege, so Neuhaus, „nicht an zwei oder drei Spielern, die für die Offensive zuständig sind, sondern an der Mannschaft. Wir müssen uns wieder mehr zutrauen, brauchen viel Bewegung, müssen uns immer anbieten, müssen Räume schaffen, Räume belaufen.“ Das sei zwar intensiv, könne aber zum Erfolg führen. Auch die Meinungen anderer hat er angehört. „Einige Spieler haben Ideen mit eingebracht“, sagt Neuhaus.

Gute Ideen braucht es, dürfte es für die Arminen doch schwer werden, dem Gastgeber das eigene Spiel aufzudrücken. RB ist die stärkste Heimmannschaft der Liga, hat bei einem Torverhältnis von 12:2 alle vier Partien in der eigenen Arena gewonnen. Und auswärts ist lediglich ein Erstligist noch schwächer als Bielefeld: der FC Schalke.

„Die anschließenden Spiele werden vielleicht ein bisschen anders ablaufen“, blickt Neuhaus voraus. „Aber es wird nicht automatisch besser laufen, auch in diesen Partien muss man viel tun.“ Die Wochen nach Leipzig würden sogar „vom Kopf her noch anstrengender, noch schwieriger, wenn es auf einmal zu Hause gegen Mainz geht, dann in Freiburg, wo jeder sagt: Jetzt müssen wir aber. Da ist der Druck im Kopf noch viel, viel größer.“ Deshalb bräuchten die Arminen „für diese Spiele eine gewisse Lockerheit und Überzeugung, dass es funktioniert.“

Beides möchte sich Arminia in Leipzig holen. Neuhaus fordert: „Wir dürfen das nicht als ein Spiel ansehen, in dem wir chancenlos sind und in dem es darum geht, Hauptsache nicht hoch zu verlieren. Zu denken, diese Woche noch so lala und danach geht es los – das wäre ein riesengroßer Fehler.“

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