Wie Armine Amos Pieper über seine schwarz-gelbe Vergangenheit denkt
„Plötzlich der, der bei Dortmund spielt“

Bielefeld (WB). Borussia Dortmund hat Arminia schon eine ganze Reihe schlimmer Niederlagen zugefügt. Bis heute ist das 1:11 aus dem November 1982 Bielefelds höchste Niederlage in der Fußball-Bundesliga. Und auch das bisher jüngste Erstligaduell der beiden Westfalen-Rivalen tat dem DSC weh – 0:6 im Mai 2009. Ein Wochenende später folgte der Abstieg. Am Samstag (15.30 Uhr) kommt es nun zum Wiedersehen.

Donnerstag, 29.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 09:30 Uhr
2017 gewinnt Amos Pieper mit dem BVB zum zweiten Mal die Deutsche A-Jugendmeisterschaft. Im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern verwandelt er den entscheidenden Schuss zum 8:7 und lässt 33.450 Zuschauer im Signal-Iduna-Park feiern. Foto: dpa

Und obwohl dieses Mal coronabedingt keine Zuschauer dabei sein dürfen, setzt der DSC auf den Heimvorteil. Denn ein Blick in die Statistik zeigt: Daheim haben die Bielefelder gegen den BVB eine beeindruckende Bilanz. Von 17 erstklassigen Duellen auf der Alm gewann Arminia zehn, nur zwei gingen verloren. Die letzte Heimpleite setzte es im Oktober 1999.

Einer, der gegen die Borussia nur zu gern punkten würde, ist Amos Pieper. Achteinhalb Jahre trug Arminias Innenverteidiger das schwarz-gelbe Trikot, wurde mit Dortmunds B-Jugend und zweimal mit der A-Jugend Deutscher Meister, ehe er im Januar 2019 ein Armine wurde (Vertrag bis 2022). Einen tiefen Einblick in seine Zeit als Borusse gewährte der heute 22-Jährige im DSC Drive, dem WESTFALEN-BLATT-Interview auf Rädern.

Nach seinem Wechsel als Zwölfjähriger von seinem Heimatklub Lüdinghausen (Münsterland) zur Borussia „war man plötzlich der, der bei Dortmund spielt“ – mit allen positiven wie negativen Nebengeräuschen, erklärte Pieper.

Am Ende seiner Dortmunder Zeit habe er dann viel bei den Profis mittrainieren dürfen, ging 2018 sogar mit auf USA-Reise. Er habe „mitgekriegt, wie groß die Strahlkraft des Klubs auch im Ausland ist“. Zudem sei auf der Reise „alles für einen gemacht“ worden“. Er habe das „nicht gebraucht“, würde die Erfahrung aber jedem wünschen, auch wenn es „einen teilweise erschlägt. Für einen jungen Spieler ist das ein Stückweit gefährlich. Man lebt in einer Schweinwelt, aber das ist generell im Profifußball so.“

Bei Arminia sei alles ein bisschen kleiner, „fast schon ein bisschen cooler“, wie Pieper urteilte. „Wir haben super Plätze, eine große Kabine, alles ist sauber.“ Und es sei „familiärer“.

Zum Nationalspieler gereift

Beim DSC ist Pieper U21-Nationalspieler geworden. DSC-Trainer Uwe Neuhaus traut ihm sogar das A-Nationalteam zu. „Wenn man sieht, wie er adaptiert hat, wie er sich entwickelt hat, wie reflektiert, wie gierig auf Erfolg und die eigene Weiterentwicklung er ist, dann muss man ihm das zutrauen“, sagte Neuhaus kürzlich.

Der Marktwert des Abwehrspielers hat sich in seinen knapp zwei Arminia-Jahren vervielfacht: von 125.000 Euro auf 2,5 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de). Pieper ist Arminias Tafelsilber.

Vor dem Wiedersehen mit dem BVB fordert der Profi, dass die Arminen von Beginn an hellwach sein müssen. „Wir können nicht jedes Mal in der Bundesliga zur Halbzeit hinten liegen und dann das Spiel drehen. Das funktioniert nicht. Jeder muss sich hinterfragen, wie er ins Spiel reingeht“, sagte er nach dem jüngsten 1:2 in Wolfsburg. Andernfalls droht dem DSC – der starken Heimstatistik gegen die Borussia zum Trotz – erneut ein böses Erwachen.

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