Wirkt die Negativserie bei Arminia nach?
Mental gefordert

Wolfsburg/Bielefeld (WB). Es schadet ganz gewiss nicht, für schwierige und fordernde Situationen gewappnet zu sein. Auch Arminia Bielefeld hat mental Vorsorge betrieben. Zum Glück, möchte man meinen, denn der Aufsteiger bewegt sich gerade in Richtung der ersten sportlichen Krise seit fast zwei Jahren.

Dienstag, 27.10.2020, 03:00 Uhr
Kapitän Fabian Klos richtete vor dem Spiel in Wolfsburg einige Worte an die Kollegen. Doch das Starkreden brachte nichts. Foto: Starke

Das 1:2 beim VfL Wolfsburg am Sonntag war bereits die dritte Niederlage in Folge für den Liganeuling, der nach fünf Spielen noch nicht ganz angekommen zu sein scheint in der 1. Klasse. Das ist wenig verwunderlich, weil ein Aufsteiger oft eben mehr Zeit benötigt als ein gestandener Erstligist. Genauso wenig ist es überraschend, weil der DSC der Etat-Zwerg der Bundesliga ist und bescheidene Mittel sich in der Regel auch sportlich auswirken.

Nur gut also, dass man bei Arminia seit Wochen eine Art Mental-Prophylaxe angewendet hat, um auf Rückschläge vorbereitet zu sein. Ob Trainer, Spieler oder Verantwortliche: Alle betonen seit dem Aufstieg immer wieder, man habe fest damit gerechnet, dass mehr Niederlagen zu verarbeiten sein werden, als das noch in der so erfolgreichen Zweitligasaison der Fall war. Der Meister verlor insgesamt nur zwei von 34 Partien.

Kann das Team die Serie abschütteln?

Noch nie seit dem Amtsantritt von Uwe Neuhaus Mitte Dezember 2018 ging der DSC drei Spiele in Serie leer aus . Überhaupt waren es bis zum Aufstieg in anderthalb Jahren 2. Liga nur sechs Pleiten. Das könnte Spuren hinterlassen und die Spieler vom Kopf her mehr beschäftigen als gedacht. Nach dem Spiel in Wolfsburg sagte Neuhaus dazu: „Sorgen habe ich nicht. Aber ausschließen kann ich es natürlich nicht. Die Mannschaft ist durch das tolle Zweitligajahr vom Erfolg verwöhnt. Sie muss das jetzt so akzeptieren, wie die Spiele laufen.“

Fraglich ist, wie mental gefestigt die Mannschaft tatsächlich ist und wie sehr sie die Negativserie jetzt an sich heranlässt. Neuhaus hofft, dass keine Negativgedanken hängen bleiben oder mögliche Blockaden auftreten: „Ich glaube nicht, dass uns das umwerfen wird. Es nagt natürlich ein kleines bisschen am Selbstvertrauen, das sieht man beim Gegentor zum 2:0. Dass da die Abläufe eben halt mit ein bisschen Wackeln am Fuß verbunden sind und dass Aktionen nicht mehr durchgespielt werden, wie wir es eigentlich können. Aber dass wir nur noch auf den Platz gehen, um nicht hoch zu verlieren, das glaube ich nicht.“

Arminia mit Startschwierigkeiten

Das Bielefelder Problem ist auch eines der Startschwierigkeiten. Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der DSC miserabel in ein Spiel kommt und der Musik dann notgedrungen hinterherlaufen muss. „Wir können nicht jedes Mal in der Halbzeit hinten liegen und dann das Spiel drehen in der Bundesliga – das funktioniert nicht. Jeder von uns muss sich hinterfragen, wie er in ein Spiel reingeht“, kritisierte deshalb Innenverteidiger Amos Pieper nach der Niederlage in Wolfsburg.

Vor allem hätten die Spieler sensibilisiert gewesen sein müssen. Das Thema „Mut“ war bei Arminia im Vorfeld der Partie ein großes. Doch kaum auf dem Platz, fehlte der Mumm, wie auch 1:2-Torschütze Sven Schipplock bemängelte: „Wir waren nicht richtig mutig, obwohl wir uns eigentlich vorgenommen haben, mutig zu spielen. “

Den Start zu verschlafen, kam die Arminen beim VfL teuer zu stehen. Gegen den sicher noch stärkeren BVB könnte das am Samstag noch fatalere Folgen haben. Das weiß auch Uwe Neuhaus: „Es ist wichtig für die nächsten Spiele, viel besser reinzukommen. Wir müssen wacher und bereiter sein. Das sind die Dinge, die wir uns definitiv fürs nächste Spiel vornehmen und die wir gegen den BVB brauchen.“

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