Nach Christian Gebauers Startelfdebüt gegen die Bayern: Was die Herkunft des Arminen mit seiner Schnelligkeit zu tun hat
Vom Bergbauernhof auf die Alm

Bielefeld (WB). Er war das Kaninchen, das Arminia-Trainer Uwe Neuhaus aus dem Zylinder zauberte. Mit einem Starteinsatz von Christian Gebauer im Bundesligaheimspiel auf der Alm gegen den FC Bayern (1:4) hatten wohl nur die Allerwenigsten gerechnet.

Mittwoch, 21.10.2020, 03:00 Uhr
Nur selten bekamen Christian Gebauer (links) und die Arminen von Lucas Hernandez und den Bayern so viel Platz wie hier. Foto: Starke

Doch weil DSC-Stammkraft Cebio Soukou mit einer Zerrung von der Länderspielreise für sein Heimatland Benin zurückgekehrt war, brauchte Neuhaus plötzlich Ersatz auf der rechten Angriffsseite. Als er sich für Gebauer entschied, habe der Coach natürlich auch die Schnelligkeit des Österreichers im Hinterkopf gehabt, wie Neuhaus nach der Partie sagte. In der Hoffnung auf ein paar flotte Konter gegen die zuletzt defensiv anfälligen Münchner sollte der schnellste Spieler im DSC-Kader für Nadelstiche sorgen.

Wenig Spielpraxis

Dass die Rechnung nur selten aufging, hatte mehrere Gründe. Gebauer agierte in der ersten Halbzeit wie fast alle anderen Arminen auch zu demütig gegenüber dem Favoriten. Zum anderen merkte man ihm die mangelnde Spielpraxis an. Vorher war der 26-Jährige über einen Kurzeinsatz beim Saisonauftaktspiel in Frankfurt (1:1) nicht hinausgekommen.

Immerhin eine gute Chance hatte Gebauer. Doch nach dem feinen Pass von Ritsu Doan scheiterte er kurz nach der Pause an Bayern-Schlussmann Manuel Neuer. „Christian hat seine Arbeit ordentlich erledigt, ohne überragend gewesen zu sein“, fasste Neuhaus das Startelfdebüt des Neuzugangs vom SCR Altach (1. Liga Österreich) zusammen.

Ob Gebauer (Vertrag bis 2023) seine Schnelligkeit auch im nächsten Punktspiel am Sonntag beim VfL Wolfsburg einsetzen darf, wird sich zeigen. Warum der Rotschopf derart flott unterwegs ist, erklärt er so: „Ich bin in 1290 Metern Höhe auf einem Bergbauernhof in Tirol groß geworden. Mein älterer Bruder und ich haben vor dem Haus immer Fußball gespielt. Wenn der Ball in die Täler runtergerollt ist, hieß es: ‘Kleiner, hol den Ball!’ Dann bin ich halt gelaufen.“

Lehre als EDV-Techniker

Gebauer ist bodenständig aufgewachsen, hat eine Lehre als EDV-Techniker abgeschlossen. Nach der Wehrpflicht habe er vor der Entscheidung gestanden, als Hobby- oder als Profifußballer weiterzumachen. Dass er aus einer – wie er sagt – „reinen Fußballerfamilie“ kommt, hat ihm den Weg in den Beruf gewiss erleichtert. Gebauer: „Auch mein Vater hat gespielt. Und meine Mama Bernadette war Schiedsrichterin. Sie hätte in Österreich sogar in der Männer-Bundesliga pfeifen können. Aber dann kam mein Bruder zur Welt.“

Auf die Frage, was er Arminia außer seiner Schnelligkeit noch geben könne, antwortet Gebauer: „Mein Auge für den Mitspieler, einen positiven Charakter, und dass ich immer hundert Prozent geben werde.“ Er sagt: „Ich probiere, meine Spuren zu hinterlassen.“

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