In Bielefeld durften keine Fans ins Stadion, anderswo in NRW schon – warum?
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Bielefeld (WB). Warum durften beim Fußball-Bundesligaspiel Arminia gegen Bayern am Samstag keine Zuschauer ins Stadion, während andernorts in Nordrhein-Westfalen 300 Fans bei den Partien zusahen? Und das, obwohl der Inzidenzwert (Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) dort höher war als in Bielefeld?

Dienstag, 20.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 11:34 Uhr
Vor leeren Rängen führt Armine Marcel Hartel gegen die Bayern einen Eckstoß aus. Ob der DSC zum nächsten Heimspiel gegen Dortmund gegebenenfalls Zuschauer empfangen darf, will Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger klären. Foto: Starke

Ingo Nürnberger, Corona-Krisenstabsleiter der Stadt Bielefeld, sagt: „In der Coronaschutzverordnung – der alten wie der jetzigen – steht, dass für bundesweite Teamveranstaltungen bei einem Überschreiten des Inzidenzwertes von 35 gilt, dass keine Zuschauer zugelassen sind.“ In Bielefeld betrug der Inzidenzwert am Freitag über 50, weshalb die Stadt Bielefeld erklärte, dass beim Gastspiel der Bayern keine Fans in der Schüco-Arena zuschauen dürfen.

Je 300 Fans in Schalke, Köln und Mönchengladbach

Warum andere Städte dennoch ermöglichten, dass die dort ansässigen Klubs Besucher zuließen, ist unklar. Beim Spiel Schalke gegen Union sahen 300 Fans zu, in Köln (gegen Frankfurt) und in Mönchengladbach (gegen Wolfsburg) waren es ebenfalls je 300.

Nürnberger lehnt eine Bewertung hierzu ab. Er sagt stattdessen: „Uns ist von Landesseite die Erwartung mitgeteilt worden, dass bei Erreichen besagten Inzidenzwertes keine Zuschauer zugelassen werden. Und daran haben wir uns gehalten.“

Ingo Nürnberger

Ingo Nürnberger Foto: Starke

Allerdings gibt es in der neuesten Coronaschutzverordnung noch weitere Regelungen für Zuschauer bei Sportveranstaltungen, die besagen, dass selbst bei hohen Inzidenzwerten von über 50 sogar bis zu 500 Zuschauer bei Sportveranstaltungen im Freien zulässig sind. An anderer Stelle sieht die Verordnung ohne besonderes Schutzkonzept bis zu 300 Zuschauer vor. Das sorgt für Verwirrung beziehungsweise gewisse Interpretations- und Handlungsspielräume, von denen andere Städte offenbar Gebrauch gemacht haben.

„Nicht plausibel“

Dass für den Amateursport laut Coronaschutzverordnung in Bezug auf Publikum zudem großzügigere Regeln gelten als für bundesweite Teamveranstaltungen wie Profifußball hält Nürnberger für erst recht „nicht plausibel“.

Der Krisenstabsleiter kündigt an, für Aufklärung sorgen zu wollen: „Weil ich Vergleiche mit anderen Städten anstrengend finde und ich mich auch gegenüber Arminia nicht gut fühle, werde ich im nächsten Schritt diese Nicht-Plausibilität gegenüber der Landesregierung darstellen.“ Dies solle kurzfristig geschehen – auch um hinsichtlich des nächsten Arminia-Heimspiels am übernächsten Samstag gegen Dortmund Klarheit zu bekommen. Nürnberger: „Wir werden versuchen diese Widersprüche im Dialog mit dem Land aufzuklären.“

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