In der Vorwoche schoss Edmundsson das Siegtor, in Bremen vergab er die beste Chance
Der dieses Mal verhinderte Held

Bremen (WB). Es wäre auch zu schön gewesen. Für Joan Simun Edmundsson und für Arminia Bielefeld. Der DSC liegt bei Werder Bremen 0:1 zurück, es läuft die vierte Minute der Nachspielzeit. Der eingewechselte Jacob Laursen schlägt eine perfekte Flanke in den Bremer Strafraum, dort steigt der ebenfalls eingewechselte Edmundsson hoch zum Kopfball. Doch Werder-Torwart Jiri Pavlenka pariert den zu unpräzisen Versuch. Im Gegensatz zur Vorwoche, als Edmundsson als Joker den 1:0-Siegtreffer gegen Köln erzielt, hat der Färinger an der Weser keinen Grund zum Jubeln.

Montag, 05.10.2020, 03:00 Uhr
Die große Chance: Joan Simun Edmundsson steigt hoch, doch der Kopfball geht nicht ins Bremer Tor. Foto: Thomas F. Starke

Auch, weil sein Mitspieler Mike van der Hoorn den Abpraller zwar über die Linie drückt, Schiedsrichter Robert Schröder dem Treffer aber die Anerkennung verweigert. Van der Hoorn ist mit offener Sohle zum Ball gegangen, Schröder pfeift wegen Foulspiels ab. Kurz danach ist Schluss, der DSC verliert im dritten Bundesligaspiel erstmals und überhaupt zum ersten Mal im Kalenderjahr eine Ligapartie nach zuvor zehn Siegen und acht Unentschieden.

Während Mittelfeldspieler Marcel Hartel betont, dass van der Hoorn aus seiner Sicht kein Foul begangen habe („Natürlich geht Mike mit gestrecktem Bein rein, aber er trifft ganz klar vor dem Gegenspieler den Ball und kaum bis gar nicht den Fuß.“), stellt Trainer Uwe Neuhaus klar: „Der Kopfball muss einfach ins Tor gehen!“

Dann hätten sich die Gäste für eine deutliche Steigerung in der zweiten Halbzeit belohnt. Ein 1:1 wäre auch durchaus gerecht gewesen. Bremen ist in der ersten Hälfte klar besser, Bielefeld in der zweiten. Bei der Bewertung der ersten 45 Minuten waren sich die Arminen einig. „Wir haben das Risiko gescheut, zu viele Quer- und Rückpässe gemacht. Wir wollten gar nicht nach vorne spielen, das kritisiere ich an der ersten Halbzeit“, sagt Neuhaus kurz nach dem Abpfiff. Und aus Sicht von Mittelfeldspieler Manuel Prietl sind er und seine Kollegen in Abschnitt eins „nicht mutig genug“ aufgetreten. „Wir haben aus den ersten beiden Spielen vier Punkte geholt, jetzt war eine Halbzeit nicht gut. Das kann mal vorkommen, es sollte nicht so oft vorkommen.“

Neuhaus: „Das wirft uns nicht um“

Bei einer Mannschaft, die in der Vorsaison erst in der Relegation den Abstieg verhinderte und von den vergangenen 16 Heimspielen nur eins gewann, lässt sich Arminia vom Pressing der Gastgeber beeindrucken und nahezu komplett in die Defensive drücken. Folgerichtig trifft Leonardo Bittencourt in der 27. Minute zum 1:0 für Werder. Der Mittelfeldspieler hat zuvor zwei gute Chancen und auch ein Tor erzielt, dabei aber „einen Fingernagel im Abseits gestanden“ (Bremens Trainer Florian Kohfeldt). Die Führung der Gastgeber nach 45 Minuten ist hoch verdient.

Doch in der Pause stellt Uwe Neuhaus das System der Arminen von 4-3-3 auf 4-4-2 um, und nun nimmt seine Mannschaft das Heft in die Hand. In der 61. Minute flankt Amos Pieper auf Hartel, dessen Kopfballablage bei Fabian Klos landet. Doch dessen Kopfball kann Pavlenka abwehren. Kurz darauf geht Sergio Cordova volles Risiko und nimmt den Ball volley, verfehlt das Bremer Tor aber deutlich (63.). Als Sven Schipplock auf und davon scheint, aber zu Fall kommt, fordern die Gäste eine Rote Karte wegen Notbremse. Der Pfiff bleibt zurecht aus. Dafür kommt der Pfiff in der Nachspielzeit, zum Ärger der Arminen.

Der DSC verliert also, doch Neuhaus sagt: „Das wirft uns nicht um, dafür sind wir zu gefestigt.“ Der nächste Gegner ist nach der Länderspielpause der FC Bayern München (17. Oktober).

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