Keine Fans gegen Arminia und Klaassen vor dem Absprung
Bremens Sorgen vor dem Bielefeld-Spiel

Bremen (dpa). Der Schmetterling im Pressekonferenz-Raum verwirrte Florian Kohfeldt. Sehr interessiert verfolgte der Trainer von Werder Bremen am Donnerstag längere Zeit die Flugkurve des kleinen Eindringlings. Dann war er verschwunden. Den Verlust des Insekts konnte Kohfeldt problemlos verkraften. Deutlich schwerer wiegen beim Werder-Coach die fehlenden Zuschauer am Samstag gegen Arminia Bielefeld und der drohende Abgang von Vize-Kapitän Davy Klaassen. Der Niederländer steht vor einer Rückkehr in die Heimat zu Topclub Ajax Amsterdam.

Freitag, 02.10.2020, 19:30 Uhr
Davy Klaassen könnte Werder in Richtung Amsterdam verlassen. Foto: dpa

„Es würde sehr weh tun, wenn er nicht mehr da ist“, sagte Kohfeldt über einen möglichen Abgang seines Mittelfeldspielers. Die finanziell stark angeschlagenen Hanseaten sind aber dringend auf Transfererlöse angewiesen, eine Ablösesumme in Höhe von zehn Millionen Euro wünscht sich der Bundesligist für den 27-Jährigen. Doch noch gibt es keine Einigung. „Davy kann sich Ajax vorstellen, wir sind im Austausch mit Amsterdam“, sagte Sportchef Frank Baumann. „Wir werden ihn aber nicht einfach gehen lassen, sondern nur, wenn unsere finanziellen Bedingungen erfüllt werden.“

Baumann kündigte zudem an, dass auch Milot Rashica den Verein noch bis zum Ende des Transferfensters am 5. Oktober verlassen kann. „Es gibt die Variante, dass uns noch zwei Spieler verlassen werden“, sagte der Bremer Geschäftsführer. Bei dem Kosovaren hoffen die Norddeutschen auf eine Transfersumme rund 20 Millionen Euro. „Es gibt Interessenten“, sagte Baumann dazu. Ein weiterer Mittelfeldspieler soll dann im Gegenzug noch kommen.

Ohne Rashica gegen den DSC

Gegen Arminia Bielefeld ist ein Einsatz des angeschlagenen Rashica ausgeschlossen. Klaassen dagegen dürfte noch dabei sein. Doch Zuschauer wird es im Weserstadion nicht geben. Der Bremer Senat entschied am Donnerstag, dass es gegen den Aufsteiger aus Ostwestfalen wieder ein Geisterspiel geben wird.

„Da der Wert von 35 überschritten wurden, muss die Entscheidung lauten, dass das Spiel ohne Fans stattfinden muss“, sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) nach einer Senatssitzung am Donnerstag. „Es geht um die Einhaltung selbst gesetzter Regeln.“ Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald bezeichnete die Entscheidung als „folgerichtig und logisch“.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben sich Stand Donnerstag 0.00 Uhr 36,4 Menschen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage in der Hansestadt Bremen mit dem Coronavirus infiziert. Damit wurde der maßgebliche Grenzwert von 35 Infizierten überschritten - deshalb werden keine Zuschauer zugelassen. „Der Wert wird eher in Richtung 40 gehen als unter 35“, sagte Hess-Grunewald.

Trainer Kohfeldt hätte gerne mit Zuschauern gespielt. „Es ist sicher kein Vorteil für uns“, sagte er. „Aber wir dürfen uns davon nicht beeindrucken lassen.“ Vielmehr hofft Kohfeldt auf eine „Bestätigung der Ansätze von Schalke“. Da gewannen die Bremer zuletzt mit 3:1.

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