Armine Amos Pieper wieder bei der DFB-U21 – Uwe Neuhaus sieht Potenzial für das A-Team
„Man muss es ihm zutrauen“

Bielefeld (WB). Ob zweite Liga oder erste, ob an der Seite von Joakim Nilsson oder von Mike van der Hoorn – Amos Pieper geht seinen Weg. Am Donnerstag hat der Innenverteidiger des DSC Arminia erneut eine Einladung zur U21-Nationalmannschaft erhalten. Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus traut Pieper sogar eines Tages den Sprung ins A-Nationalteam zu.

Freitag, 02.10.2020, 03:00 Uhr
U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz (im Vordergrund) hat Amos Pieper (rechts) erneut zur EM-Qualifikation eingeladen. Foto: imago

„Wenn man sieht, wie er adaptiert hat, wie er sich entwickelt hat, wie reflektiert, wie gierig auf Erfolg und die eigene Weiterentwicklung er ist, dann muss man ihm das zutrauen“, sagt Neuhaus.

Im Januar 2019 kam Pieper vom Regionalligisten Borussia Dortmund II zum damaligen Zweitligisten DSC. Seitdem geht es für den 22-Jährigen nur nach oben, und das auch noch ziemlich steil.

„Ein Kindheitstraum“

Pieper hat seine ersten beiden Bundesligapartien bravourös bestritten. Das A-Nationalteam, sagt er, sei „ein Kindheitstraum“, der allerdings „schon noch ein Stückweit weg ist“. Doch auf die Frage, ob er sich den Sprung zu Joachim Löw und dessen Team denn auch zutrauen würde, antwortet der Armine: „Klar, auf jeden Fall, sonst hätte das ganze ja keinen Sinn.“

Die U21 als Sprungbrett für ganz oben – Pieper nimmt schon mal Anlauf. Dass Nachwuchs-Nationaltrainer Stefan Kuntz ihn trotz der Sperre, die der Armine wegen seines Platzverweises aus der jüngsten Partie gegen Belgien absitzen muss, für den kommenden Länderspiel-Doppelpack erneut dabeihaben will, „ist nicht selbstverständlich“, meint Pieper und erkennt darin eine gewisse Wertschätzung. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen stehe er nun vor „zwei sehr wichtigen Spielen, um die Qualifikation für die EM hinzukriegen“. Am 9. Oktober in Moldau wird Pieper zuschauen müssen, gegen Bosnien-Herzegowina vier Tage später in Fürth hofft er dann wieder auf einen Einsatz.

Höhere Liga, größere Namen

Doch vorher geht es in der Partie bei Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) wieder um drei Bundesligapunkte. „Die Vorbereitung auf die Spiele“, sagt Pieper, „ist eigentlich die gleiche wie in der 2. Liga. Aber die Namen, die auf einen zukommen, sind ganz andere.“ Dass er in der 1. Liga gemeinsam mit seinem neuen Nebenmann Mike van der Hoorn, der Joakim Nilsson aus dem Team verdrängte, bisher Stürmer wie Bas Dost (Frankfurt) und Sebastian Andersson (Köln) neutralisieren konnte, gibt jede Menge Selbstvertrauen.

Das Zusammenspiel der beiden Innenverteidiger klappt bislang ausgezeichnet. In 180 Erstligaminuten ließen sie nur ein Gegentor zu. „Mike ist hochprofessionell, er ist immer da, wenn’s brennt. Wir kommen sehr gut klar.“ Und wer von den beiden ist der Chef? „Muss es den geben?“, stellt Pieper die Gegenfrage und sagt: „Wir geben beide viele Kommandos, die Abstimmung passt.“

Dass muss sie auch, damit Arminia auch am Samstag im Weserstadion nicht leer ausgeht. Mit einem weiteren Sieg würden die Ostwestfalen ihren Platz vor Piepers Ex-Klub Dortmund und dem FC Bayern behalten und sogar als besser platziertes Team in das übernächste Punktspiel mit dem Rekordmeister gehen. „Die Motivation, unbesiegt ins Bayern-Spiel zu gehen, ist riesig“, sagt Pieper. Freunde und Bekannte hätten ihm Screenshots der aktuellen Tabelle aufs Handy geschickt. Der Armine gibt zu: „Wenn mir jemand gesagt hätte, dass wir nach zwei Spieltagen vor dem BVB stehen, hätte ich ihn für verrückt erklärt.“

Dennoch sei die Tabelle nur eine Momentaufnahme. Pieper: „Wir haben bisher gezeigt, dass wir stabil sind, dass wir mithalten können und dass wir mit unserer Spielidee in die Bundesliga passen. Aber es sind noch 32 Spieltage zu absolvieren. Ich bin weit davon entfernt zu sagen: Ja, wir können Bundesliga die ganze Zeit. Das werden wir erst später wissen.“

„Ein quirliger, ekliger Stürmer“

In Bremen besteht nun die nächste Gelegenheit, Erstligatauglichkeit nachzuweisen. Werder war mit einem 1:4 gegen Hertha in die Saison gestartet, es folgte ein 3:1-Erfolg beim FC Schalke, den Stürmer Niclas Füllkrug fast im Alleingang herausschoss. Der Angreifer erzielte alle drei Werder-Tore. Pieper nennt Füllkrug einen „quirligen, ekligen Stürmer, wir sollten ihn nicht allzu oft zum Abschluss kommen lassen“. Besteht ein Anlass zur Sorge? „Nein“, sagt Pieper, „wir sind gut vorbereitet.“

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