Arminia Bielefeld spielt nach langer Zeit wieder vor Publikum
Heimauftakt ohne Erstliga-Stimmung

Bielefeld (WB). Für den DSC Arminia Bielefeld war es die Rückkehr in die erste Liga auf heimischem Rasen nach elf Jahren – und zumindest für 5460 Fans die Rückkehr auf die Alm nach mehrmonatiger corona-bedingter Abstinenz und notgedrungenen Geisterspielen.

Samstag, 26.09.2020, 19:44 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 12:34 Uhr
Die zugeteilten Eintrittskarten wurden am Eingang der Alm gescannt. Bei nur 5460 Besuchern blieben längere Warteschlangen beim ersten Heimspiel von Arminia Bielefeld aus. Foto: Thomas F. Starke

Die Partie gegen den 1. FC Köln am Samstag war für den Verein und für die Stadt Bielefeld zugleich der Test, die Zuschauer mit einem strengen Hygienekonzept wieder ins Stadion zu holen.

Die geringe Zuschauerzahl spiegelte sich schon in einem für Heimspieltage untypischen Straßenbild rund um die Alm wider: Vereinzelt, ruhig und eher in kleinen Gruppen bewegten sich die Besucher aufs Stadion zu. Kein Gedränge an Stadtbahnhaltestellen, keine Autoschlangen auf den Zufahrtsstrecken. Kurze Schlangen auch bei den Einlasskontrollen, dafür eine Vielzahl von Ordnern, die auf Einhaltung der Maskenpflicht achteten und den Zuschauern Flyer mit Verhaltenstipps in die Hand drückten.

Fans blieben über lange Strecken eher still

Im Stadion selbst ging’s geradewegs auf die Plätze: Imbiss- und Getränkestände blieben geschlossen, alkoholfreie Getränke und Speisen wurden auf den Plätzen erworben und verzehrt. Eine strenge Disziplin galt auch nach dem Schlusspfiff: Nur wenige Minuten nach Spielende wurden die Besucher aufgefordert, in getrennten Kontingenten die Alm zu verlassen – zuerst die unteren Sitzreihen, kurz danach die oberen.

Und die Stimmung? „Besser als befürchtet“, sagt ein Besucher, „aber noch nicht das Fußballerlebnis, das man sich für die erste Liga wünscht.“ Aber „es fühlt sich wieder richtig gut an, im Stadion zu sein“. So richtig in Fahrt kamen die Besucher nur gelegentlich. Kurz nach dem Anpfiff etwa, und vor allem nach dem Siegtreffer von Jóan Simun Edmundsson in der 78. Spielminute und dann bis zum Schlusspfiff hielten die 5460 DSC-Fans die Stimmung hoch. Weil die Südtribüne – sonst Taktgeber für die Stadionbeschallung – gänzlich leer blieb, blieben die Fans über lange Strecken eher still. Und da Gästefans nicht zugelassen waren, fehlte eine Unterstützung der Kölner gänzlich.

Gemischte Bilanz

Eine Bewertung des Hygiene- und Abstandskonzepts durch Gesundheitsamt und Klub steht noch aus. Besucher – ausschließlich Dauerkartenbesitzer, die das Glück hatten, eine Karte zugelost zu bekommen – zogen indes eine gemischte Bilanz. Vor allem größere Gruppen fühlten sich auf den Sitzgruppen à acht Zuschauer gut aufgehoben, andere waren irritiert, dass sie ohne Mundschutz direkt neben völlig fremde Menschen gesetzt wurden. Warum gleichzeitig ganze Blöcke unbesetzt blieben, hieß es, sei nicht nachzuvollziehen.

DSC-Sprecher Daniel Mucha dankte nach dem Spiel den Fans: „Sie haben uns nicht nur großartig unterstützt, sondern sie haben sich auch vorbildlich verhalten.“ Auch die Kollegen im Verein hätten in dieser Lage „Fantastisches geleistet“.

Kommentare

fomi  wrote: 27.09.2020 23:02
Ich habe es anders empfunden
Ich durfte dabei sein und meine Stimme war schon ein wenig angeschlagen. Ich habe über große Strecken eine gute Unterstützung empfunden für etwas mehr als 5.000 Zuschauer. Lustig war nur, dass die Fans nicht genau wussten, wer wo den Anfang machte. Die Ost war so lebhaft wie noch nie. Das Zusammenspiel der Tribünen war noch etwas durcheinander. Aber das ist ja auch kein Wunder, bei der komplett neuen Verteilung der Zuschauer.

Das es in einigen langweiligeren Phasen des Spiels auch einmal ruhiger wurde, liegt in der Natur der Sache. Und sicherlich hätte eine ausverkaufte Alm noch mehr Rabbatz gemacht. Seien wir mit dem Anfang zufrieden und suchen nicht das berühmte Haar in der Suppe.
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