3:2 gegen Köln im Dezember 2005 kostete den Ex-Trainer den Job – Hain erinnert sich
Als Arminia Rapolder wegschoss

Bielefeld (WB). 17. Dezember 2005: Arminia sorgt im Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln vor 26.601 Zuschauern in der ausverkauften Schüco-Arena für eine vorweihnachtliche Bescherung. 3:2 (0:1) heißt es nach 90 umkämpften Minuten auf der Alm. Die DSC-Torschützen heißen David Kobylik und zweimal Michael Fink, Trainer ist Thomas von Heesen.

Samstag, 26.09.2020, 12:00 Uhr
Erst zusammen aufgestiegen, dann sorgten Mathias Hain und Co. für das vorzeitige Trainer-Aus von Uwe Rapolder (hinten) in Köln. Foto: Starke

Für Arminia ist es nicht nur der erfolgreiche Abschluss der Hinserie (20 Punkte, Platz 11), sondern auch die Rückkehr von Ex-Trainer Uwe Rapolder nach Bielefeld. „Darum kann ich mich an dieses Spiel auch noch gut erinnern“, sagt Arminias damaliger Torwart und Kapitän Mathias Hain im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Unter Rapolders Regie war Arminia in der Saison 2003/04 in die Bundesliga zurückgekehrt. Am 11. Mai 2005 wurde Rapolder dann aber in Bielefeld entlassen, nachdem er am Tag zuvor seinen Wechsel nach Köln zur Saison 2005/06 bekannt gegeben hatte. Und ausgerechnet nach dem 2:3 an jenem Dezember-Samstag 2005 in der Schüco-Arena war das Geißbock-Kapitel für Rapolder auch schon wieder beendet. Einen Tag später wurde er in Köln entlassen.

„Als Uwe seinen Ausstand gab, haben wir rumgeflachst“

„Als Uwe damals seinen Ausstand in Bielefeld gegeben hat, haben wir noch rumgeflachst, wer in der nächsten Saison vor wem stehen wird. Rübe Kauf und ich haben ihm zu verstehen gegeben, dass Arminia vor Köln landen wird“, schwelgt Mathias Hain in Erinnerungen. Und so kam es auch: Arminia blieb 2006 mit 37 Punkten (Platz 13) erstklassig, Köln stieg als Vorletzter ab. Daran änderte auch ein 4:2 am letzten Spieltag gegen den DSC nichts mehr.

Arminia spielte in der Folge noch drei weitere Jahre in der 1. Liga. „Unterm Strich eine sehr intensive und auch sehr schöne Zeit“, fasst Hain zusammen. Insgesamt 243 Spiele absolvierte der langjährige Kapitän von 2000 bis 2008 im DSC-Trikot. „Da waren einige Highlights bei. Etwa das 3:1 gegen Bayern im Februar 2005 oder der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale 2006.“

Kontakt zu Kostmann, Kauf und Küntzel

Den Draht nach Bielefeld hat der heutige Torwarttrainer des Zweitligisten FC St. Pauli (seit Juli 2011) nie verloren. „Ich habe immer noch Verbindungen nach Bielefeld. Hier sind enge Freundschaften entstanden, die auch außerhalb des Fußballs liegen.“ Kontakt hält Arminias langjährige Nummer 1 auch weiterhin zu DSC-Torwarttrainer Marco Kostmann und zu ehemaligen Mitspielern wie Rüdiger Kauf, Petr Gabriel oder Marco Küntzel.

Arminias Rückkehr in Liga eins hat Hain erfreut zur Kenntnis genommen: „Das wurde ja auch mal wieder Zeit.“ Direkte Duelle mit dem FC St. Pauli wird es diese Saison zwar nicht geben. „Ich würde aber gerne mal wieder ein Spiel als Zuschauer auf der Alm erleben“, sagt der 47-Jährige. Die DSC-Fans wird Hain so oder so in bester Erinnerung behalten, schließlich wählten sie ihn vor seinem Wechsel zum Hamburger Kiez-Klub 2007/08 zum Spieler der Saison. „Das war für mich eine Mega-Auszeichnung, zumal ich in dem Jahr viel verletzt war und kaum noch gespielt habe. Die Fans wollten damit wohl auch Dankbarkeit und Respekt für acht Jahre Arminia ausdrücken. Eine wirklich schöne Geste.“

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