Armine Marcel Hartel und seine Erinnerungen an 15 Jahre 1. FC Köln
Gefühlt ein ganzes Leben

Bielefeld (WB). Als am 23. Mai 2009 der DSC Arminia sein bislang letztes Spiel in der Fußball-Bundesliga vor eigenem Publikum austragen durfte, war Marcel Hartel gerade 13 Jahre alt, aber bereits ein etablierter Bestandteil der Nachwuchsabteilung des 1. FC Köln.

Samstag, 26.09.2020, 03:00 Uhr
2017 feierte Marcel Hartel mit den Kölnern Bittencourt, Höger, Müller und Heintz (von rechts) den Einzug in den Europacup. Foto: dpa

Auch die FC-Profis spielten damals in der Bundesliga. Sie schafften den Klassenerhalt. Arminia dagegen stieg nach einem 2:2 gegen Hannover in die 2. Liga ab. Hartels großer Traum war es schon damals, irgendwann für die Rheinländer in der Bundesliga aufzulaufen. Ein Traum, der sich sieben Jahre später erfüllte. Im Februar 2016 gab der damals 20-Jährige im Derby gegen Mönchengladbach sein Debüt in der Eliteklasse, 2017 erreichte er mit den Kölnern sogar die Europa League, wechselte dann aber zu Union Berlin in die 2. Liga. „Ich bin in Köln geboren, habe gefühlt mein ganzes Leben dort gespielt. Es waren 15 Jahre, bevor ich den Schritt nach Berlin gewagt habe“, sagt der 24-Jährige vor seiner Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Am Samstag um 15.30 Uhr trifft Hartel in der Schüco-Arena mit Arminia auf den 1. FC Köln.

Tor des Jahres gegen Köln

Im Trikot von Union hat er dieses eigenartige Gefühl bereits erlebt, nicht mehr für, sondern gegen seinen FC anzutreten. Und nicht nur das: Hartel erzielte im Januar 2019 ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein die 1:0-Führung für Berlin. Sein Fallrückzieher wurde von den Zuschauern der ARD-Sportschau sogar zum Tor des Jahres gekürt.

Auch Uwe Neuhaus kann sich an den Treffer erinnern. Weil Hartel sich im DSC-Trikot mit dem Toreschießen bisher jedoch zurückhält, sagt Arminias Trainer: „Mir wären fünf normale Tore von ihm lieber als ein Fallrückzieher.“

Neuhaus hat die Erfahrung gemacht, dass Spieler sich für das Duell mit dem Ex-Verein nicht selten etwas Besonderes vornehmen. „Doch davon würde ich ihm abraten. Marcel soll einfach sein Spiel machen, die Laufleistung von letzter Woche abrufen, Kreativität einbringen – der Rest kommt von alleine“, sagt Neuhaus mit Blick auf die Partie gegen Köln.

„Ich kann Arminia auch in der 1. Liga helfen“

Auf erstklassigem Niveau begegnet Hartel dem FC nun zum ersten Mal. Doch was bedeutet ihm der Ex-Klub noch? Eine Herzensangelegenheit? „Auf jeden Fall“, sagt Hartel ohne Umschweife. Noch heute pflegt er gute Kontakte zu ehemaligen Mitspielern, den engsten zu Salih Özcan. Hartel: „Auf ihn freue mich am meisten.“ In der Vorsaison war Özcan an den Zweitligisten Holstein Kiel verliehen, „nach dem Spiel haben wir das Trikot getauscht“, sagt Hartel. „Ob wir es diesmal wieder tun werden, sehen wir dann am Samstag.“

Hartel, der im Sommer 2019 zu Arminia kam, ist unumstrittener Stammspieler. Und er ist einer der wenigen im Kader, die schon über etwas Bundesligaerfahrung verfügen. Arminias Auftaktpartie vor einer Woche in Frankfurt (1:1) war Hartels insgesamt neunter Erstligaeinsatz. Er sagt: „Ich bin so selbstbewusst zu sagen, dass ich der Mannschaft auch in der 1. Liga helfen kann.“

Für Klos ist Hartel der Spieler der Saison 2019/20

Für Kapitän Fabian Klos war Hartel im Aufstiegsjahr sogar der Spieler der Saison. „Ich glaube, dass gerade seine Verpflichtung das klitzekleine fehlende Puzzleteil war, das uns zur Meistermannschaft gemacht hat. Marcel hat einfach eine Laufstärke, die vorher niemand auf dem Schirm hatte. Und letztendlich war er der Taktgeber für unser Spiel“, erklärte Klos im Juni im Interview mit dieser Zeitung.

Auch Neuhaus lobt Hartels Laufstärke. Am ersten Spieltag riss er mit 13,36 die meisten Kilometer aller Bundesligaspieler ab. Doch so sehr Neuhaus seinen Mittelfeldakteur auch schätzt, es gibt auch noch Dinge zu verbessern: „Er muss in Sachen Präzision bei Pässen, Flanken und Standards ein bisschen zulegen. Wenn er häufiger den Mitspieler erreicht, macht das eine Menge aus für unser Spiel.“ Auch Hartel weiß nach dem 1:1 bei der Eintracht, dass noch Luft nach oben ist – für ihn und für das gesamte Team. Die Verbesserung des Umschaltspiels sei ein großes Thema bei der Aufarbeitung gewesen. „Die sich bietenden Räume müssen wir besser nutzen, um mehr Torchancen zu kreieren“, sagt er. Nichtsdestotrotz sei es ein sehr gutes Gefühl, nach anfänglicher Nervosität in Frankfurt mitgehalten und gepunktet zu haben. Hartel: „Das gibt uns Selbstbewusstsein.“

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