Arminia spielt in der ersten Bundesliga-Partie nach elf Jahren 1:1 in Frankfurt
Comeback mit Auswärtspunkt

Frankfurt (WB). Kurz hatten sie nach dem 1:0 von Cebio Soukou sogar vom Dreier geträumt - am Ende blieb zumindest ein Auswärtspunkt. Beim Comeback in der Bundesliga hat sich Arminia Bielefeld am Samstag ein 1:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt verdient.

Samstag, 19.09.2020, 17:22 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 19:12 Uhr
Arminias Cebio Soukou (links, hier gegen Frankfurts Martin Hinteregger) erzielte das 1:0 für den Aufsteiger. Foto: Thomas F. Starke

1. Spieltag: Eintracht Frankfurt vs. DSC Arminia (1:1)

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Der DSC war also zurück auf der Bundesliga-Bühne. Die Sehnsucht nach Erstligafußball erfüllte sich nach elf Jahren auf dem Platz in Frankfurt. Bei einem gestandenden Bundesligisten aus der Finanzmetropole am Main. Dieses Gesamtbild zeigte die Gegensätze auf, mit denen die Arminen in dieser Saison wieder und wieder konfrontiert sein werden. Hier die wirtschaftlich überlegegen und bundesligaerfahrenen Gegner, da der DSC – Aufsteiger und Etatschlusslicht der 1. Liga.

Doch all das mag man ausblenden, wenn man erst einmal wieder mitmischen darf. Am Ende wollen sie alle nur spielen, egal ob arm oder reich, ob Bundesliga-Stammgast oder Rückkehrer. Und das alles unter Bedingungen, die zumindest ein klein wenig an die Zeit erinnerten, die man vor Corona aus den Stadien kannte. 6500 Heim-Fans durften beim Bundesligaauftakt im Deutsche Bank Park dabei sein. Er war wieder da, dieser Klangteppich aus Anfeuern, Jubeln, Klatschen, Stöhnen und Meckern, der bei Geisterspielen einer großen Leere weichen musste. Aber zugegeben: 6500 ersetzen eben doch keine 51.000, die im ausverkaufeten Frankfurter Stadion ansonsten, in normalen Zeiten, für ordentliche Alarm sorgen. Aber: Das alles erinnerte in Sachen Stimmung immerhin ein wenig an die Pre-Geisterspiel-Ära.

Doch entscheidend ist auf dem Platz. Und dafür tat sich bei Arminia einiges. „Die Mannschaft wird sich verändern“ hatte Uwe Neuhaus im Vorfeld angekündigt . Und der Trainer ließ seinen Worten Taten folgen. Im Gegensatz zum Essen-Desaster veränderte der Coach vier Positionen in der Startelf. Nathan de Medina begann für Cedric Brunner als Rechtsverteidiger. Links in der Abwehrreihe ersetzte Anderson Lucoqui den zuletzt enttäuschenden Jacob Laursen. Vorne links begann Sergio Cordova für Jomaine Consbruch und Mike van der Hoorn ersetzte Joakim Nilsson in der Innenverteidigung. Neuhaus beließ es allerdings beim 4-3-3 und verzichtete auf eine defensivere Variante.

Was gleich auffiel: Der DSC präsentierte sich deutlich kämpferischer und leidenschaftlicher als noch am Montag beim Pokal-Aus in Essen (0:1) . Überhaupt versteckte sich der Aufsteiger nicht, sondern versuchte gleich mitzuspielen. Für einen Arminen war das allerdings nur ein kurzes Vergnügen. Kurz nachdem Nathan de Medina Frankfurts Sebastian Rode gefoult und dafür Gelb gesehen hatte, musste der Rechtsverteidiger in der 13. Minute vom Platz. Für ihn kam Brunner ins Spiel.

Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis Frankfurt sichtbar das Kommando übernahm und zur ersten Chance kam. Bas Dost köpfte aus acht Metern aber in die Arme von Stefan Ortega Moreno. Kurz darauf war Arminias Torwart bei einem satten Distanzschuss von Sebastian Rode erneut gefragt (21.). Die Eintracht tastete sich also ran. Und das mit immer höherem Gefahrenpotenzial. Doch Danny da Coste verfehlte das freie Tor nach 22 Minuten knapp. Und der Frankfurter war es dann auch, der die bis dahin beste Arminia-Chance einleitete, als da Costa den Ball nach einer Ecke von Marcel Hartel an den eigenen Pfosten lenkte (24.).

Doch im Glück war später vor allem der DSC. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Ortega Moreno auf Prietl ging Daichi Kamada dazwischen. Der Ball landete bei André Silve, der Arminias Schlussmann bereits umkurvt hatte. Doch der Frankfurter wählte die komplizierte Hacken-Variante für den Abschluss, so dass Ortega Moreno seinen Fehler gleich wieder wettmachen konnte (32.). Auf der Gegenseite versuchte es Sergio Cordova mit einem Schuss aus der Drehung, der aber direkt geblockt wurde (43.).

Dann wurde es kribbelig im Stadion. Erst setzte Frankfurts Martin Hinteregger einen Kopfball an die Latte, von wo der Ball kurz vor der Torlinie aufschlug (49.). Dann schoss Ritsu Doan nur knapp vorbei. Und schließlich schlug Arminia eiskalt zu. Cordova bediente den durchstarteten Cebio Soukou mit einem Zuckerpass in den Lauf. Und der Rechtsaußen ließ sich diese Chance nicht nehmen und lupfte den über Eintracht-Keeper Kevin Trapp hinweg zum 1:0 (51.) in Tor. Der DSC führte. Die Arminia war endgültig zurück mit dem ersten Bundesligatreffer seit Mai 2009 (2:2 gegen Hannover 96).

Die Eintracht fühlte sich nun erst recht herausgefordert und erhöhte den Druck - mit Erfolg. Ein Kopfballverlängerung von Bas Dost drückte André Silva mit dem Kopf über die Linie (62.).

Die Gastgeber waren spielerisch weiter überlegen, dennoch schaffte es der DSC immer wieder, den Frankfurtern mit ihrem schnellen Umschaltspiel weh zu tun. Doch der Aufsteiger spielte seine Offensivaktionen zu selten sauber zu Ende. So blieb am Ende zumindest ein Punkt, der Rückenwind für die Bundesligarückkehr auf der Alm am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln geben dürfte.

„Am Ende war vielleicht mehr drin. Aber ich bin zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Linksverteidiger Anderson Lucoqui nach Abpfiff. Stefan Ortega Moreno schwärmt von dem „absolut geilem Gefühl, endlich Bundesliga zu spielen“. „Es war ein intensives Spiel. Wir haben ein richtig gutes Gesicht gezeigt. Das war die passende Antwort auf Montag“, so der Torwart.

„Wer hier die reifere Mannschaft war, darüber müssen wir nicht reden“, sagt Trainer Uwe Neuhaus. „Aber wir haben es geschafft, eine gute Ordnung auf den Platz zu bringen. Mein Kritikpunkt ist nur, dass wir es versäumt haben, auf dem Weg nach Vorne die großen Räume zu nutzen.“

Statistik

Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Hinteregger - da Costa (46. Zuber), Kohr (46. Barkok), Rode (77. Ilsanker), Kostic - Kamada (88. Chandler) - Dost, Silva

Bielefeld: Ortega Moreno - de Medina (13. Brunner), Pieper, van der Hoorn, Lucoqui (72. Laursen) - Prietl - Doan (72. Kunze), Hartel - Soukou (72. Gebauer), Klos, Cordova (81. Schipplock)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Unterspiesheim)

Zuschauer: 6500

Tore: 0:1 Soukou (51.), 1:1 Silva (62.)

Gelbe Karten: Dost, Barkok / de Medina, Brunner

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