Mit bewährtem System und zwei Neuzugängen gegen Eintracht Frankfurt
So startet Arminia in die Bundesliga

Bielefeld (WB). Mehr als elf Jahre Abstinenz und sechs Wochen Vorbereitung auf das erste Bundesligajahr seit 2009 liegen hinter Arminia Bielefeld. Zum Vergleich: In derselben Zeit spielte der DSC-Auftaktgegner Eintracht Frankfurt zehn Jahre in der Bundesliga- und eine Zweitligasaison, an deren Ende 2012 die Bundesligarückkehr stand. Heißt: Der Aufsteiger bekommt es am Samstag (15.30 Uhr, Deutsche Bank Park) mit einer ziemlich erstligaerfahrenen Truppe zu tun.

Samstag, 19.09.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 19.09.2020, 14:44 Uhr
So könnte Arminias erste Bundesliga-Startelf seit mehr als elf Jahren aussehen. Mit dabei sind auch die Neuzugänge Ditsu Roan und Sergio Cordova.

Nicht nur für die meisten seiner Spieler, auch für Trainer Uwe Neuhaus ist die Saison etwas ganz besonderes: Erstmals steht der 60-Jährige als Trainer in der Bundesliga an der Seitenlinie. „Im Vergleich zur Vorwoche bin ich deutlich angespannter“, gibt der Coach zu. Neuhaus bezeichnet die neue Spielzeit selbst als „die vielleicht größte Herausforderung meiner Karriere“.

Bis Samstag wird der Trainer nun an der Elf tüfteln, die bei Arminias Bundesligarückkehr am Start sein soll. Mit in seine Überlegungen einfließen werden dabei auch die (zumeist negativen) Eindrücke von der Pokal-Pleite bei Rot-Weiss Essen (0:1) am Montag . Personell in Panik verfallen wird der Trainer trotz der desolaten Darbietung in Essen aber nicht. „Ich verliere jetzt nicht die Nerven und kremple alles um“, kündigte Neuhaus bereits an.

Soll heißen: Es ist nicht ausgeschlossen, dass der DSC auch in Frankfurt im bewährten 4-3-3-System beginnt. Nicht unwahrscheinlich wäre noch die defensivere 4-2-3-1-Variante. Neuhaus: „Wir müssen variabler sein. Wir müssen ausweichen können. Wir haben nicht nur einen Plan in der Schublade.“ Ein Blick auf die mögliche Startelf beim Saisonauftakt.

Tor

Hier ist Stefan Ortega Moreno gesetzt. Arminias klare Nummer eins in Liga zwei ist auch die klare Nummer eins in Liga eins. Im Gegensatz zu seinen Vorderleuten war der Keeper in Essen zudem mit Abstand bester Armine. Auf der Bank wird Oscar Linnér sitzen.

Abwehr

Die Innenverteidigung dürfte mit Amos Pieper und Joakim Nilsson gesetzt sein. Der neu verpflichtete Mike van der Hoorn hat noch Trainingsrückstand und der in der vergangenen Saison am Kreuzband verletzte Brian Behrendt muss sich zunächst hinter dem Aufstiegs-Duo im Abwehrzentrum einreihen.

Nach schwachen Leistungen im finalen Test gegen Groningen (1:1) und dem Patzer zum 0:1 in Essen ist Neuzugang Jacob Laursen vorerst raus aus der Startelf. Anderson Lucoqui dürfte damit in Frankfurt anspielen. Der 23-Jährige hat eine gute Vorbereitung hinter sich. Zudem lässt Lucoqui die seit 2019 vorangetriebene Musiker-Karriere vorerst ruhen, um sich voll auf den Fußball konzentrieren zu können.

Offener ist das Duell um die Rechtsverteidigerposition. Cedric Brunner machte in den vergangenen Partien nicht immer den stabilsten Eindruck, hat gegenüber dem schnellen und dynamischen Neuzugang Nathan de Medina aber im Moment noch wegen des Aufsteiger-Bonus die Nase vorn.

Mittelfeld

An Laufmaschine und Abräumer Manuel Prietl führt im Mittelfeld kein Weg vorbei. Der Österreicher ist gesetzt. Genau so sicher hat seinen Startelfplatz Arminias Kreativer Marcel Hartel – der dribbel-, lauf- und passstarke 24-Jährige ist elementarer Bestandteil des DSC-Spiels.

Sollte sich Uwe Neuhaus für eine defensivere Ausrichtung entscheiden, könnte Fabian Kunze neben Prietl zum Einsatz kommen. Ansonsten wäre Ritsu Doan eine Option als Achter. Keine Startelfkandidaten sind aktuell der zuletzt verletzte Reinhold Yabo sowie die in Essen nicht berücksichtigten Nils Seufert und Christian Gebauer. Mindestens einen Bankplatz sicher haben dürfte Jomaine Consbruch nach seiner starken Vorbereitung.

Angriff

Hier drückt der Schuh am meisten. In sieben Testspielen gelangen dem DSC nur zwölf Tore, davon aber allein fünf im Spiel gegen Westfalenligist FC Preußen Espelkamp. Die Ladehemmungen zeigten sich auch in Essen, wo die Arminen in der zweiten Halbzeit zwar Chancen hatten, aber nicht trafen. „Wenn ich es mir einfach machen würde, würde ich sagen, dass wir uns alles für die 1. Liga aufgehoben haben. Um ein Spiel zu gewinnen, muss man Tore erzielen. Ich glaube daran, dass wir das schaffen können. Das wird kein Dauerzustand bleiben“, betont Uwe Neuhaus.

Als zentraler Stürmer gesetzt ist Kapitän Fabian Klos. Rechts dürfte Cebio Soukou beginnen, links Neuzugang Sergio Cordova. Nach seiner Einwechslung belebte „La Pantera“ das Offensivspiel in Essen deutlich. Der erstligaerfahrene Sven Schipplock (149 Spiele, 19 Tore) wird sich vorerst mit der Jokerrolle begnügen müssen.

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